Der Moselsteig am Calmont

Über einen Artikel der Zeit bin ich auf den Moselsteig aufmerksam geworden. Allerdings habe ich es bisher nicht bis dorthin geschafft, obwohl die Reiseinformationen seit Jahren geduldig auf einem meiner Datenträger lagern.

Heute hat es wenigstens für eine Tagestour zum Calmont gereicht. Dazu habe ich mir den Track von garmini auf den mobilen Fensprechapparat geladen (von Tom Hofer gibt es eine Alternative von Bremm aus).

Von Ediger-Eller kommend kann man den Wagen direkt nach der Bahnbrücke an einem Wirtschaftsweg abstellen. Direkt an der Bahnbrücke beginnt der Aufstieg, durch den man sehr schnell Höhe gewinnt, zumal wenn man an der Schutzhütte »Galgenlay« den oberen Weg nimmt. Dieser verläuft dann auf der Höhe über weite Strecken im Wald, mit mehreren Aussichtspunkten auf die Moselschleife.

Der Rückweg über den tieferliegenden, eigentlichen Steig verläuft durch die Weinberge. Dort ist man der Sonneneinstrahlung über weite Strecken stark exponiert, weshalb eine Kopfbedeckung empfehlenswert ist. Heute konnte ich sie in der Tasche lassen. Die Temparaturen lagen zwar bei angenehmen 27°C, es hatte sich aber am Nachmittag eine hochliegende Wolkendecke gebildet.

Will man gelegentlich die Aussicht genießen, braucht man für die Strecke von rund 7 Kilometern gute vier Stunden. Der Weg führt teils über Schieferschutt, Felsvorsprünge und Leitern. Daher sind robuste Wanderschuhe mit guten Sohlen empfehlenswert, zumal der Schiefer auch bei Trockenheit teils recht glatt ist. Bei Nässe ist der Trip wahrscheinlich weniger empfehlenswert.

Ich dachte eigentlich, dass ich mit dem EX-T50200CSB 50-200 mm Teleobjektiv gut bedient sei. Vor Ort habe ich aber die kleineren Brennweiten schmerzhaft vermisst. Das nächste Mal sollte ich vielleicht doch mehrere Objektive mitnehmen.

Die Tour an sich ist wirklich sehr sehr schön. Wer Wanderungen mit etwas Kletteranteil und wunderschönen Aussichten mag, kommt voll auf siene Kosten.

Michel Bouvard an der Dubois-Orgel in Wissembourg

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Das Konzert heute begann ausnahmsweise eine Stunde früher. Das Geschehen am Spieltisch wurde mittels dreier Kameras auf Großbildleinwand übertragen und somit für die Besucher sichtbar.

François Couperin veröffentlichte im Alter von rund zwanzig Jahren die «Pièces d’orgues». Die darin enthaltenen Stücke sind in zwei Messen gegliedert, die «Messe pour les paroisses» und die «Messe pour les convents». Michel Bouvard wies darauf hin, dass die Stücke stark vom kurz zuvor verstorbenen Jean-Babtiste Lully beeinflusst sind.

Er spielte letztere Messe komplett durch. Dank der Bildübertragung haben wir viel von seiner Spieltechnik mitbekommen können. Er erledigte alles, inklusive der häufigen Manualwechsel, vollkommen routiniert und sicher. Wir hatten den Eindruck, dass er die Stücke komplett verinnerlicht und daher gut durchdrungen hat.

Ich fühle mich in ein paar Dingen meiner eigenen Arbeit bestätigt:

  • Um die Musik zum Klingen zu bringen, muss man die Stücke wirklich gut verstanden haben. Es genügt nicht, sie technisch korrekt wiederzugeben.
  • Das Aufrechterhalten des rhythmischen Flusses beim Spielen eines Stückes trägt entscheidend zum Hörgenuss bei. Das gilt auch dann, wenn man Manualwechsel vornimmt.
  • Es lohnt sich, die Stücke langsamer zu spielen, als es oft gebräuchlich ist. Sie entfalten dadurch eine ganz andere Wirkung.
  • Um eine französische Messe zu spielen muss man nicht zwingend ein Tastenakrobat sein. Allerdings ist ein solider Fingersatz unabdingbar.

Zum Abschluss spielte er noch aus der «Messe des Paroisses» das «Cromorne en taille». Es ist ein ganz außergewöhnliches, melancholisches Stück.

Das war das sechste Konzert der diesjährigen Saison. Sie waren alle von hoher Qualität. Und das heutige wird uns besonders lange in Erinnerung bleiben.

The registration of a »Tambourine« on a baroque french pipe organ

The pipe organ can be seen as the very first attempt to create a synthesizer. Many organ stops are named after other instruments, and combinations of organ stops are used to imitate further ones. Composers wrote pieces to make use of those imitations, and organ players tried to play them in a manner so that the imitated instrument became more clear.

One of the more curious attempts are pieces to imitate the steady beat of a tambourine with the left hand, while the right plays some melody. One example is the Tambourin of Michel Corrette (1707 -1795), as found in his Deuxième Livre d’Orgue (1750). Here’s a recording of Marie-Hélène Geispieler. Sheet Music of this Tambourin piece is available via the International Music Score Library Project.

Concerning the registration, I found an example in the book »The registration of baroque organ music« by Barbara Owen, bottom of page 212. She writes that the melody shall be played on the Grand Orgue with the petit Bourdon of 4 feet, the Quarte (2?’?) and the Doublette of 2 feet. The left hand plays on the Positif using both 8 feet stops with the Larigot.

According to the instrument used, it may require to swap the keybeds. Appearently such pieces have mainly been intended to be used during Xmas.

Roland Lopes an der Dubois-Orgel in Wissembourg

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Roland Lopes war bereits am 5. August 2012 zu Gast. Schon damals spielte er einige selbst angefertigte Transkriptionen aus Opern von Jean-Baptiste Lully. Unter anderen befand sich darunter eine Passacaille aus der Oper «Armide», mit der ich mich inzwischen selbst angefangen habe zu beschäftigen.

Umso mehr freute ich mich auf das heutige Konzert. Neben Stücken von Bach und anderen gab es erneut einige Stücke von Lully, gespielt mit den typischen Registrierungen der französischen Orgeltradition.

Beeindruckend war vor allem die wunderbar klare Rhythmik. In den zahllosen Konzerten, die wir bisher in Weißenburg gehört haben, fehlte den Stücken oft der durchlaufende Puls. Heute war er, wie vor drei Wochen bei Claude Schnitzler, vorhanden.

Ein tolles Konzert.

Claude Schnitzler an der Dubois-Orgel in Wissembourg

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Claude Schnitzler hatten wir bereits letztes Jahr am selben Ort gehört. Dieses Jahr hatte er ausschließlich Stücke ausgewählt, die schon vor oder nicht allzu lange nach dem Bau des spätbarocken Instrumentes von 1766 komponiert wurden:

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Pièce d’Orgue en sol majeur (BWV 572)
  • Pierre du Mage (1674-1751) – Livre d’Orgue:
    • Plein Jeu
    • Fugue
    • Trio
    • Tierce en taille
    • Basse de Trompette
    • Récit
    • Duo
    • Grand Jeu
  • Louis Couperin (1626-1661) – Fantaisie des Duretez
  • Louis Marchand (1669-1732) – Troisième Livre – Dialogue sur les Grands Jeux
  • Eine unbekannte Zugabe

Er hat sie toll registriert und souverän wiedergegeben. Besonders beeindruckt hat mich, dass er auch auf die Rhythmik großen Wert gelegt hat, so dass man als Zuhörer immer den Puls der Stücke wahrnehmen konnte.

Ein tolles Konzert, das für mich mit zu den besten gehört, die wir in den vergangenen sechs Jahren an dem Instrument gehört haben.

Werke von Kerckhoven und Pachelbel

Heute vor zwei Wochen habe ich drei Werke von Kerckhoven und Pachelbel gespielt. Das Erarbeiten hat ein Dreivierteljahr in Anspruch genommen, und ich bin mit dem Resultat noch nicht ganz zufrieden. Während dieser Zeit habe ich mich intensiv mit den Stücken auseinandergesetzt und eine Menge gelernt.

Abraham van den Kerckhoven (1618-1702)

Die Musik des Organisten aus Brüssel ist zweifelsohne für französische Instrumente geschrieben. Gleichzeitig lassen sich aber auch deutlich die Einflüsse der norddeutschen Komponisten erkennen. Insofern kann er als Brückenbauer zwischen beiden Traditionen gelten.

Viele seiner Werke sind in einer handschriftlichen Sammlung von Jacobus Ignatius Josephus Cocquiel aus dem Jahre 1741 überliefert, die kurz als das »Cocquiel-Manuscript« bekannt ist. Im International Music Score Library Project findet sich davon ein moderner Notensatz.

Fantasia (in c)

Dieses Stück hatte ich bereits letztes Jahr gespielt. Es ist deutlich kürzer als die beiden nachfolgenden und findet sich als Nummer 352 im Cocquiel-Manuscript. Ich habe es, genauso wie François Houtart, mit einem Fond d’orgue, allerdings etwas schneller gespielt.

Fantasia (in d)

Das Stück findet sich als Nummer 356 im Cocquiel-Manuscript. Eine typische Klangfarbe eines französischen Instrumentes ist das «Cornet». Als Soloregister ahmt es das Blasinstrument «Zink», der bis ins Frühbarock hinein verbreitet war, nach. Das Register ist ziemlich aufwändig gebaut. Pro Taste besteht es aus fünf Pfeifen, die die natürliche Obertonreihe nachbilden (Grundton, Oktave, Quinte, Superoktave, Terz). Im Instrument steht das Cornet nicht mit allen anderen Pfeifen auf der Windlade, sondern ist erhöht direkt hinter den Prospektpfeifen angebracht, so dass es durch diese hindurch direkt in den Kirchenraum abstrahlen kann. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Kornett nur im Diskant, also der oberen Hälfte der Tastatur, ausgeprägt ist.

Ich habe mir verschiedene Aufnahmen angehört, etwa die von Koos van ‘t Hul, Niels-Jan van der Hoek, Jacques van Oortmerssen oder Nico Declerck.

Da die Sechzehntelnoten, so sie binär gespielt werden, ziemlich hart auf den Hörer einprasseln, habe ich mich dazu entschieden, sie als Notes inégales zu spielen. Zudem versuche ich, das Cornet so zu spielen, als sei es ein Blasinstrument. Ich habe daher auch die Noten für meine Zwecke neu gesetzt, um sie leichter lesbar zu machen sowie Ornamente, Phrasierungsbögen, “Atempausen” und Fingersätze einfügen zu können.

Prelúdium & Fúga

Das Stück findet sich als Nummer 360 im Cocquiel-Manuscript. Einen großen Teil des Stückes bestimmen zuerst ruhige Achtel- und Sechzehntelnoten. Der folgende Teil setzt sich davon rhythmisch deutlich ab und ist rein manualiter gehalten. Das Stück endet in einem Schlussteil, der wieder dem ersten Teil ähnelt. Ich habe mir mehrere Aufzeichnungen angehört. François Houtart spielt das Stück komplett mit den Grands Jeux. Jos van Immerseel spielt es komplett ohne Zungen.

Im Gegensatz zu den beiden Aufnahmen habe ich mich auch hier dafür entschieden, die Sechzehntelnoten als Notes inégales zu spielen, was dem Stück eine komplett andere Prägung gibt. Für den ersten Teil verwende ich ein Plein Jeu im Hauptwerk und für den zweiten ein Grand Jeu im Positif. Für den Schlussteil kopple ich die Werke zusammen und nehme die 8′-Trompeten im Hauptwerk und im Pedal hinzu.

Johann Pachelbel (1653-1706)

Die Chaconne in f-Moll wird als Spätwerk des Nürnbergers angesehen und dürfte mit eines seiner populärsten Stücke sein. Ähnlich einer Passacaille basiert eine Chaconne auf einem Ostinato, einer sich ständig wiederholenden Tonfolge. Im vorliegenden Stück handelt es sich um die immer gleichen vier Töne im Pedal, die das Stück „zusammenhalten“. Dieses Ostinato wird nur an wenigen Stellen unterbrochen.
Darüber baut Pachelbel nacheinander insgesamt 22 verschiedene Variationen auf, von denen die meisten je einmal wiederholt werden.

Das Stück lebt von der Reduktion auf das Wesentliche. Über weite Strecken ist es nur drei-, manchmal nur zwei- oder gar einstimmig. Ich habe mich daher auch bei der Registrierung bewusst zurückgehalten. Im Pedal nehme ich nur einen 16′, im Hauptwerk Bourdon 8′ sowie Prinzipal 8′ und im Rückpositiv Bourdon 8′ und Flöte 4′. Allerdings wechsle ich recht häufig die Manuale.

Aufnahmen

Ich habe ein paar Aufnahmen vom Üben vorliegen. Keine davon ist jedoch so gut, dass ich sie ins Netz stellen würde. Ich hoffe, das irgendwann nachreichen zu können. Bis dahin muss ich noch an den Stücken arbeiten, damit ich sie wirklich sauber beherrsche.

resume()

Due to a server move, Points of interest have been offline for a couple of weeks. But finally, it left hibernation mode.

I have a fistful of topics in my backlog, which I intend to post during the upcoming days, retaining the timestamp they had in case the system was constantly available. The last posting using the former server was 2017-04-09 concerning the Behringer Deepmind Synth.

Diakritische Zeichen in Unicode

Auch in Unicode gibt es mehrere Möglichkeiten, diakritische Zeichen darzustellen. Stark vereinfacht ausgedrückt kann ein Zeichen als selbstständiges Zeichen (»Ich bin ein Ä«, Normalization Form C, abgekürzt NFC) oder als zusammengesetztes Zeichen (»Ich bin ein A mit zwei Punkten darüber«, Normalization Form D, abgekürzt NFD) ausgedrückt werden.

Ich nutze ein Python-Skript auf Mac OS X, um automatisiert aus Dateinamen Tags für Ogg-Vorbis-Dateien zu generieren. Im Dateinamen von OS X liegen die diakritischen Zeichen als NFD vor. Um die Zeichenkette in NFC zu überführen, nutze ich folgenden Aufruf:

filenameNFC = unicodedata.normalize("NFC", filenameNFD.decode("utf-8"))

Kleines Konzert auf der historischen Dubois-Orgel in Weißenburg

Ich bin außerordentlich dankbar dafür, dass ich hin und wieder auf dem wertvollen Instrument in Sts Pierre et Paul in Wissembourg spielen darf. Man sagt den deutschen Instrumenten den „Silber-“ und den französischen den „Goldklang“ nach. Das Cornet, das Plein Jeu (Prinzipalplenum) mit der tiefliegenden Fourniture (Mixtur), die Zungenstimmen wie Cromorne (Krummhorn) und nicht zuletzt das Grand Jeu klingen deulich anders als deutsche Instrumente. Zudem ist das Instrument im Vergleich zu jüngeren Vertretern drei Halbtöne tiefer und ungleich schwebend gestimmt.

Im Mai letzten Jahres hatte ich einige Stücke für meine Familie gespielt. Heute Mittag hatte ich erneut die Gelegenheit dazu. Hier die Auswahl:

  • Abraham van den Kerckhoven (1618 – 1702) – Preludium & Fuga sowie Fantasia in d
  • Johann Pachelbel (1653-1706) – Chaconne in f-Moll

Beim Üben im April sind die Stücke recht gut gelaufen. Leider nicht so letzten Sonntag. Gestern lief es besser, aber noch immer nicht so, als dass ich mich für heute Mittag gut vorbereitet fühlte. Allerdings ist es immer wieder so, dass es dann doch klappt, sobald es darauf ankommt. Dass ich in der Hektik des Spiels ein paarmal die Tasten nicht ganz sauber getroffen oder die Fingersätze nicht im wünschenswerten Maße berücksichtigt habe gehört wohl mit dazu. Erstaunlich gut bin ich mit dem verhältnismäßig kleinen Pedal zurechtgekommen.

Das Erarbeiten der Stücke hat mir im vergangenen dreiviertel Jahr sehr viel Freude, aber auch viel Arbeit bereitet. Daher werde ich jetzt erstmal eine kleine Pause einlegen. Ich vermute allerdings, sie wird nicht allzulange dauern.

Gewitter abwarten auf der Burg Landeck

Heute war es so heiß, dass wir erst am späten Nachmittag zur Radtour aufgebrochen sind. Der Aufstieg zur Burg Landeck bei Klingenmünster war dennoch noch anstrengend genug.

In der Ebene konnte man mehrere heftige Gewitter ausmachen. Glücklicherweise gab es auf der Ruine nur ein paar wenige Regentropfen und die Gewitter ließen bald nach, so dass wir trocken wieder zurückgekommen sind.

Melanismus bei den Kreuzottern im Schwarzwald

Ich war lange nicht im Schwarzwald. Aufgrund der schwül-heißen Witterung in der Rheinebene versprach ich mir etwas Abkühlung, doch auch auf dem Ruhestein war es noch ganz schön heiß.

Auf den Wegen fanden sich einige schwarze Schlangen. Dass es sich dabei um Kreuzottern (»Höllenotter«) handelt, hat mich überrascht.

Von Schwarzach nach Haguenau zum Flammkuchen

Letztes Jahr habe ich mir nach 14 Jahren Carsharing wieder ein Gebrauchtfahrzeug samt Radträger zugelegt. Ich kann somit jetzt Touren fahren, die vorher mit ÖPNV nicht so einfach möglich waren. Ich war beispielsweise noch nie in Haguenau. Bei sonnigen 22°C am Himmelfahrtstag gab es keine Ausrede mehr, die rund 50 Kilometer gemütlich abzufahren.

Ich habe die Tour am Rechner vorbereitet und auf dem Telefon diesmal Maps.me fürs Radrouting ausprobiert. Maps.me kann im Moment nur KML-Dateien anzeigen, kein GPX. Unglücklicherweise wird die Tour in einer dünnen blauen Linie angezeigt, womit sie sich auf der Karte nur schlecht von Bächen und Gräben unterscheiden lässt. Eine Anpassungmöglichkeit der Linienbreite und -farbe habe ich nicht gefunden.

OsmAnd konnte die GPX-Datei leider überhaupt nicht erst lesen, auch nicht nach manuellen Anpassungen.

In Haguenau war einiges los. In der Stadt waren Bühnen aufgebaut und überall waren Straßenkünstler am Werk. Ich habe mir aber erstmal wie geplant St. Georg und St. Nikolaus angesehen, bevor ich mir einen Flammkuchen mit Münsterkäse gegönnt habe.

Auf dem Rückweg wollte ich Maps.me eine Radroute berechnen lassen. Das hat für die Stecke von unter 30 Kilometern mehrere Minuten gedauert. Leider ging Maps.me auf Nummer sicher und ignorierte die Fähre von Drusenheim nach Greffern. Stattdessen führte die Route weiter nördlich bei Iffezheim über die Rheinbrücke. Eine entsprechende Anpassungsmöglichkeit habe ich nicht gefunden. Ich bin also wieder der dünnen blauen Linie gefolgt.

Behringer Deepmind 12 – der neue Volks-Synthesizer?

ZittauKlaviaturBank

Ein Analogsynthesizer mit 12 Stimmen (sic!) für rund 1200€? Kann nichts taugen, so das schnelle Urteil. Dennoch hatte ich kürzlich beim Musikalienhändler des Vertrauens die Möglichkeit, den Deepmind 12 anzuhören.

Beim Durchhören der Werksklänge blieb zunächst die Skepsis. Die Patches waren reichlich mit dem Dressig der umfangreichen Effektsektion versehen – bei Digitalmaschinen war das oft ein Indiz dafür, dass der Grundklang eher “flach” ausfiel. Dank des Buttons “FX” direkt unter dem Display konnte man die Effekte aber ziemlich schnell abdrehen und sich auf den eigentlichen Klang konzentrieren. Ferner waren einige Klänge durch den Unison-Modus angedickt. Aber auch das ließ sich über das Panel schnell abstellen. Somit blieb der Grundklang des analogen Signalflusses übrig.

Die nächste Skepsis macht sich breit. Die Oszillatoren sind augenscheinlich in ihrer Wellenformpalette vergleichsweise eingeschränkt. Oszillator 1 liefert wahlweise Sägezahn und/oder Rechteckwellenformen. Letztere lässt sich in der Pulsbreite modulieren. Das Mischungsverhältnis der beiden Wellenformen ist nicht einstellbar. Sinus und Dreieck fehlen.

Jetzt würde man vielleicht einen identisch ausgestatteten zweiten Oszillator erwarten. Der ist allerdings noch spärlicher ausgerüstet und liefert lediglich eine Rechteckwellenform. Pulsbreitenmodulation fehlt. Dafür gibt es eine »Tone Mod« genannte Modulation, die ich so noch nie gehört habe. Spannend.

Eine Mixersektion fehlt ebenfalls. Lediglich der zweite Oszillator und der Rauschgenerator können in der Lautstärke geregelt werden. Und schon erreicht das Signal einen vierpoligen Tiefpassfilter. Hier kann man die Flankensteilheit auch auf 2 Pole umschalten. Das Audiosignal wandert anschließend durch den Verstärker und kann danach mit einem Hochpassfilter, der nur in der Eckfrequenz einstellbar ist, von störenden tieffrequenten Anteilen befreit werden.

Den Arpeggiator bzw. Sequencer habe ich mir nicht näher angesehen. Spannend fand ich allerdings die Modulationsbausteine. Die beiden Niederfrequenzoszillatoren bieten nämlich nicht nur die üblichen Standardwellenformen, sondern auch Sample & Hold sowie das von mir so geschätzte Sample & Glide. Besondere Freude bereitet der Blick auf die Hüllkurvensektion. Neben der Filter- und Verstärkerhüllkurve findet sich hier nämlich eine dritte – ein Feature, das Access dem Virus erst sehr spät spendiert hat. Die Kennlinien der Hüllkurvensegmente können “stufenlos” von logarithmisch über linear zu exponentiell “verbogen” werden. Das Sustainsegment kann steigend oder fallend ausgeprägt werden.

Zuguterletzt gibt es noch eine Modulationsmatrix, in der bis zu acht Modulationensverknüpfungen erstellt werden können. Die Liste der Modulationsziele kann sich sehen lassen und ermöglich es auch, andere Modulationsverknüpfungen, die Hüllkurven und Effektparameter zu modulieren.

Beeindruckend. Das Design zeugt von einer gesunden Portion Selbstbewusstsein. Angeblich ist es auch vom amzona.de-Leser-Synth “Tyrell” beeinflusst.

Die Verarbeitung erscheint äußerst robust. Gespart wurde offensichtlich an der Tastatur, die aber für die Preisklasse in Ordnung ist. Das Gehäuse mit der vieroktavigen Tastatur ist äußerst kompakt ausgefallen. Schön ist, dass die Stromversorgung über einen Eurostecker und nicht über ein externes Netzteil erfolgt.

Und wie klingt er jetzt? Trotz der eingeschränkten Oszillatoren überraschend vielseitig und überhaupt nicht langweilig. Das hatte ich nicht erwartet. Die 1024 Werksklänge bieten eine breite Palette an verschiedenen Klängen und sind, ich möchte sagen, liebevoll erstellt.

Ob der Features, des Klanges und nicht zuletzt des Preises dürfte der Deepmind 12 schnell etliche Käufer finden.

Eine letzte Skepsis bleibt noch immer. Irgendwo müssen die Ingenieure gespart haben. Rein äußerlich ist aber, abgesehen von der Tastatur, nicht ersichtlich an welcher Stelle.

Kebu live im Tollhaus

20170330_KebuImTollhaus

Auch wenn die Musik Kebus nicht ganz meinen Geschmack trifft, war es für mich als Synthesizerfetischisten doch ein Erlebnis, Ende März in einer Klangwand lauter Analoggeräte baden zu können – die Anlage hätte ruhig noch etwas höher ausgesteuert sein können.

Die Burg von Kebu ist wahrlich beeindruckend. Klanglich fand ich besonders den Alesis Andromeda A6 prägnant, ein Gerät, das ich bisher nicht sonderlich auf dem Radar hatte, zumal es schwierig zu programmieren gilt.

Edit: Inzwischen het er Mitschnitte ins Netz gestellt.

Schon fast Sommer – und das im April

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Über das Wetter in diesem Frühjahr kann man sich nicht beschweren. Gestern konnte man es am Grillplatz trefflich aushalten, und heute konnte man das erste mal ohne Jacke radfahren. Allerdings sollte man bereits achtsam sein, denn auch andere Erdenbürger wissen das sonnige Plätzchen auf der Bank im Wald sehr zu schätzen.

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Heute (und vielleicht noch morgen) ist erstmal der Höhepunkt erreicht, denn es soll Mitte der Woche und über Ostern hinweg wieder deutlich kühler werden.

Girolamo Frescobaldi Complete

Girolamo Frescobaldi Complete box

Bisher hat mein Repertoire einen deutlich französische Prägung. Ich empfinde es allerdings als Mangel, keine einzige Toccata angefasst zu haben. Frescobaldi gilt als einer der Komponisten, der der Toccata zu einem ersten Höhepunkt verhalf.

Nach “L’Orgue Français” von Marie-Claire Alain habe ich mir daher die Einspielung des Gesamtwerkes von Girolamo Frescobaldi geholt. Das Paket enthält 316 Stücke für Cembalo, Orgel, Kammerorchester oder auch Vokal. Alle Stücke sind in professionellen Interpretationen eingespielt und für nahezu unverschämt kleines Geld erhältlich. Liebhabern klassischer Musik kann ich die Schachtel nur empfehlen.

Radical Focus

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Im Kollegenkreis fiel kürzlich das Stichwort OKR (Objectives and key results). Darüber bin ich auf »Radical Focus« von Christina Wodtke gestoßen. OKR werden eingangs kurz vorgestellt. Hernach folgt die fiktive Geschichte eines Startups, das mit OKR experimentiert. Abschließend gibt es einige Praxistipps.

OKR sind grundsätzlich sehr einfach zu verstehen. Ein Team setzt sich ein geschäftliches Ziel, reichert es mit ein paar messbaren Akzeptanzkriterien an und prüft regelmäßig, ob man sich dem Ziel auch annähert. Alle Aktivitäten sollten auf das Ziel hin ausgerichtet werden.

Deutlich schwieriger ist allerdings die Umsetzung in der Praxis. Das beginnt bereits beim Formulieren des Ziels. Beim Lesen hat mich noch gewundert, dass es OKR-Coaches gibt. Inzwischen habe ich allerdings den Eindruck gewonnen, dass es sehr hilfreich ist, jemanden mit Erfahrung auf dem Gebiet zu konsultieren.

Im Buch kommt auch zur Sprache, dass man OKR über ein Unternehmen hinweg kaskadieren kann. Das dürfte dann aber nochmal einige Nummern schwieriger sein.

Mich hat es wiedermal daran erinnert, dass wir in der Produktentwicklung über Visionen, Roadmaps und Releasepläne, Sprint-Ziele und Backlog Items eine ganz ähnliche Kaskade aufbauen. In der täglichen operativen Arbeit verliert man das allerdings gerne wieder aus den Augen.

Ich kann das leichtgewichtige Buch allen Product Ownern und ihren Scrum Mastern empfehlen. Aufgrund seines geringen Umfangs und des leichtgewichtigen Inhaltes lässt es sich an einem trüben Sonntag gut konsumieren.