Endlich ist sie ‘raus…

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Die Erkenntnis, dass eine Korrektur der Zahnstellung auch im Erwachsenenalter noch sinnvoll durchführbar ist, ist noch nicht allzu weit verbreitet. Ich hatte mich letztes Jahr dazu entschieden, um – unter anderem – einen Weisheitszahn nach vorne ziehen zu lassen, um eine Lücke zu schließen. Die fest verbaute Spange konnte kürzlich entfernt werden, um die Behandlung mit einer herausnehmbaren Schiene fortzusetzen.

Das Tragen der Apparatur ist mit der ein oder anderen Unannehmlichkeit verbunden. Immer wieder mal scheuert oder sticht etwas. Speisereste sammeln sich gerne überall dort, wo man es schlecht wegbekommt. Faserige Nahrung, wie beispielsweise Fleisch oder Ananas, wickelt sich gerne um die Drähte. Um es positiv auszudrücken: Spangenträger haben stets noch etwas Proviant bei sich :) .

Dennoch bin ich froh, mich zu dem Schritt durchgerungen zu haben.

Abraham van den Kerckhoven – Fantasia

Kerckhoven - Fantasia in d

As I resumed playing classical pipe organ music about a year ago, one of the pieces I used to get a grip on it was a »Fantasia« (in the key of »c«) by Abraham van den Kerckhoven. I like playing it using a »Fond d’orgue« registration. Sheet music can be found at page 57 (75th PDF page) at the international music score library project, imslp.org.

One of the ranks I like most in baroque french pipe organs is the Cornet. Actually it emulates a Zink. It usually is not placed at the same level of the other pipes. Instead it is raised so it can speak directly through the front pipes of the instrument for a more direct sound. It provides 5 pipes per key, emulating the natural harmonic series. Usually it is only present in the upper half of the keybed, while the bass notes are silent. It serves two purposes. Firstly it supports the reed pipes in the upper register in registrations such as the »Grands Jeux«. Secondly it is used as a solo stop, usually mixed with a Bourdon 8′ and a Préstant 4′ and accompanied by a mix of a Montre 8′ and a Bourdon 8′ of the second manual.

I was looking for a nice piece using such a registration. I stumbled upon a further Fantasia of Kerckhoven, this time written in the key of »d«. Notes can be found on page 69 (PDF page 87) of the abovementioned document.

Though not too difficult, it is harder to play than the aforementioned »Fantasia» in »c«. Due to the many 16th notes, the development of a more elaborated fingering is required in order to play it fluently. It’s the task that currently keeps me busy. There’s plenty of work ahead. The desired result, the attempt to play it at least as well as Nico Declerck, appears to be as challenging as rewarding :) .

Ein günstiges USB-MIDI-Interface kann Aufwand nach sich ziehen

USB-MIDI-Cable-3

Bisher betrieb ich an einem Raspberry Pi eine externe Edirol UA-25 USB-Soundkarte. Die ist wirklich topp und zuverlässig, braucht aber auch eine Menge Platz. Da ich momentan nur MIDI am Raspberry nutze und den Platzbedarf reduzieren wollte, erwarb ich ein günstiges USB-MIDI-Kabel für rund 12 €. Wie befürchtet funktionierte das nicht sonderlich gut – die Daten werden teils verfälscht übertragen. So führt beispielsweise das mehrfache Absenden einer Reihe der immer gleichen Programmwechselbefehle am Zielgerät zu sich ändernden Programmaufrufen.

Da ich das Kabel nur genau für diesen einen Zweck verwende und es auf ein paar Millisekunden nicht ankommt, lasse ich meine Software jetzt nach jedem Programmwechselbefehl eine kurze Pause einlegen. Das war relativ zügig erledigt und führte zum Erfolg. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Kabel viel Freude bereitet, wenn jemand damit MIDI-Daten aus einem Sequencer an ein oder mehrere Klangerzeuger schicken möchte.

Zwiebelkuchenzeit

Zwiebelkuchen_1

Auf Wikibooks findet sich ein zur Jahreszeit passendes Rezept. Die Mengen für den Belag sind für meinen Bedarf allerdings etwas zu üppig. Daher hier eine Replikation mit 3/4 der Mengen.

Teig:

  • 200 g Dinkelvollkornmehl
  • 1/2 Würfel frische Hefe oder ca. 5 g Trockenhefe
  • Etwas Zucker
  • 100 ml Milch
  • 2 EL Butter
  • Etwas Salz

Belag:

  • 150 g Dörrfleisch
  • 600 g Zwiebeln
  • Kümmel
  • Pfeffer
  • 80 ml Milch
  • 200 g Schmand
  • Muskatnuss
  • 2 Eier

Mit dem Salz kann man sehr sparsam umgehen, zumal das Dörrfleisch noch genug davon mitbringt.

Pilzerntedank

Die Tage werden kühler und trüber, die Radtour weicht dem Waldspaziergang, gegebenenfalls mit dem Makro-Objektiv vor der NX-30:

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Nicolaus Bruhns – Præludium e-Moll

Bruhns Praeludium e-Moll

Vor langer Zeit hatte ich eine Aufnahme des folgenden Stückes. Fragmente davon gingen mir immer wieder mal durch den Kopf, aber ich hatte sowohl den Komponisten als auch den Titel des Stückes nicht mehr parat. Per Zufall bin ich während einer Recherche wieder darübergestolpert. Es handelt sich um das Præludium in e-Moll des norddeutschen Komponisten Nicolaus Bruhns, und zwar die “kleine“, denn es gibt ein weiteres Stück mit derselben Bezeichnung.

Auffällig an dem Stück ist der “zerstückelte Aufbau”. Fast könnte man sagen, es handelt sich um eine willkürliche Aneinanderreihung verschiedener Segmente. Eine “innere Kohärenz” ist jedenfalls nicht auszumachen. Den Beginn bildet ungewöhnlicherweise auch gleich ein Pedalsolo in Sechzehntelnoten.

Auf einem norddeutschen Instrument in ungleichschwebender Temperierung lässt sich das Stück recht authentisch wiedergeben. Thorsten Ahlrichs hat das Glück, ein solches Werk von Arp Schnitger zur Verfügung zu haben. Eine ziemlich gute Einspielung. Es wird eine Weile dauern, bis ich das auch so gut hinbekomme… :)

Wenn das Samsung Galaxy S3 mal “spinnt”…

Android Device

Ich verwende nach wie vor ein S3. Es zeigten sich einige Auffälligkeiten:

  • Das Gerät lief ohne ersichtlichen Grund extrem heiß, die Akkulaufzeit nahm dementsprechend rapide ab.
  • Es startete ohne ersichtlichen Grund immer wieder mal unverhofft neu.
  • Letztendlich hing das Gerät in einer Endlos-Reboot-Schleife. Es sah zuerst nach einem Hardwaredefekt des Hauptschalters aus.

Geholfen haben Postings von Jens Herforth (Deutsch) und Scott Adam Gordon (Englisch).

  • Akku entfernen und wieder einsetzen. Das S3 sollte dann eigentlich aus sein, ist bei mir aber von alleine wieder losgelaufen.
  • Die Tasten »Lauter« und »Home« gleichzeitig gedrückt halten. Ich musste dabei gleichzeitig auch noch den Akku einsetzen, siehe vorhergehender Punkt. Keine leichte Aufgabe…
  • Anschließend zusätzlich den Hauptschalter drücken.
  • Im Stock-Recovery-Menü mittels der Lautstärketasten »Wipe Cache Partition« auswählen.
  • Mit dem Hauptschalter bestätigen.

Diese Prozedur führte beim ersten Mal nicht gleich zum Erfolg, weshalb ich das Ganze mehrfach wiederholt habe. Jetzt läuft das Gerät dankenswerterweise wieder wie gewünscht.

Schriften im Standard Music Font Layout

Pavanne

Inzwischen verwende ich zur Anzeige von Noten ein elektronisches Gerät. Das Umblättern auf dem Touchscreen ist vor allem bei Werken mit mehr als drei Seiten deutlich komfortabler als mit gedruckten Noten. Allerdings ist das von mir gewählte Verfahren ganz schön umständlich:

  • Noten als PDF besorgen, beispielsweise vom International Music Score Library Project.
  • Das PDF anreichern mit Artikulationszeichen, Fingersätzen, Registrieranweisungen und so weiter.
  • Die Seiten als Pixelgrafiken in einen Ordner exportieren.
  • Die einzelnen Seiten beschneiden, so dass die Ränder entfernt werden (Bildschirmpixel sind eine wertvolle Resource) und das Seitenverhältnis der Bilder dem Seitenverhältnis des Zielgerätes entsprechen (bei mir 1:1,6).
  • Jetzt den Ordner mittel Zip komprimieren.
  • Die Dateiendung auf CBZ (Comicbook) ändern.
  • Die CBZ-Datei mittels OwnCloud auf das Gerät kopieren.
  • CBZ am Gerät anzeigen lassen (ich muss sie vorher auch auf dem Gerät noch kopieren, da das Anzeigeprogramm die Datei nicht direkt aus dem OwnCloud-Verzeichnis lesen kann).
  • CBZ anzeigen lassen. Das beste Programm, das ich fand, war Comics Reader. Nachdem es Open Source Software ist, konnte ich noch kleine Anpassungen vornehmen, ohne die das Programm für den angedachten Einsatzzweck nicht hätte genutzt werden können.

Um die oben erwähnten Artikulationszeichen in das PDF zu bekommen brauchte ich eine Schriftart, die die gewünschten Zeichen enthält. Via smufl.org bin ich letztlich auf die Schriftart »Bravura« gekommen. Sie enthält nicht alle Zeichen, die ich brauche, aber doch etliche. Wer ein ähnliches Problem hat wird hier wahrscheinlich fündig.

Pièces de la Renaissance (Chanvrelin)

pieces_renaissance_Chanvrelin

Pascal Reber hatte 2012 und auch dieses Jahr unter anderem die »Pavanne d’Agleterre« aus der Sammlung von Claude Gervaise gespielt. Noten finden sich beispielsweise im International Music Score Library Project, allerdings gesetzt für Trompete und Orgel. Nur für Orgel gibt es das Druckwerk »Pièces de la Renaissance« von Chanvrelin. Eine Bezugsquelle ist Boeijenga Music aus Leeuwarden, woher ich mir ein Exemplar habe kommen lassen.

Bernhard Marx am Weißenburger Instrument

Am vergangenen Sonntag spielte Bernhard Marx die Vesperale an der Dubois-Orgel in Weißenburg. In der Woche zuvor hatte uns bereits Markus Uhl ausgiebig “verwöhnt”. Bernhard Marx konnte locker mithalten. Er übernahm auch selbst die (bilinguale) Moderation. Mit der Partita von Georg Böhm arbeitete er die verschiedenen Klangfarben des Instrumentes wunderbar heraus. Hier das Programm:

  • Nicolas de Grigny (1672-1703) – Hymne Veni creator spiritus (Reims 1699)
    • Hymne en taille à 5
    • Fugue à 5
    • Duo
    • Récit de Cromorne
    • Dialogue sur les Grands Jeux
  • Georg Boehm (1661-1733) – Sieben Variationen der Partita
    »Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Leben«
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) – An Wasserflüssen Babylon (BWV 653)
  • Vincenzo Petrali (1870-1937) – Pastorale per l’Elevazione
  • Vincenzo Petrali (1870-1937) – Versetto per il Gloria
  • Anna Katharina Winteler (1810-1860) – Alpenrosen-Polka Am Buehl (1851)

Insgesamt hat die Qualität der Konzerte in den vergangenen fünf Jahren deutlich angezogen. So wie ich selbst im Moment als Amateur spiele hätte ich mir in den ersten zwei bis drei Jahren noch zugetraut, mit dem ein oder anderen Organisten in Wettbewerb zu treten. Spätestens seit diesem Jahr hat mich die Demut wieder deutlich eingeholt.

Markus Uhl am Weißenburger Instrument

Heute Nachmittag spielte Markus Uhl die Vesperale an der Dubois-Orgel in Weißenburg.

Als ich das “bachlastige” Programm sah war ich ein wenig enttäuscht, denn das Instrument französischer Bauart eignet sich hierfür nicht sonderlich gut. Wir wurden eines besseren belehrt. Um es mit den Worten des Moderators zu sagen: Markus Uhl hat uns verwöhnt. Da passte einfach alles. Spieltechnik, saubere Rhythmik mit genügend Elastizität wider die automatenhafte Wiedergabe, Gefühl für die Musik bzw. die Stücke, und nicht zuletzt eine beeindruckende Registrierung durch die alle Stimmen sauber durchkamen. Der Mann weiß, was er kann. Das drückte sich unter anderem dadurch aus, dass er auch nicht vor der Triosonate zurückschreckte und ferner eine barocke französische Messe als Improvisation spielte. Auch hier passte alles – Registrierung, Rhythmik (inklusive Notes inégales), Stil.

Wahnsinn. Hier das Programm:

  • Johann Sebastian Bach – Prélude en Sol Majeur (BWV 541.1)
  • Johann Sebastian Bach – Sonate en Ut Majeur (BWV 529) – Allegro, Largo, Allegro
  • Markus Uhl – Suite française improvisée sur le thème «Wer nur den lieben Gott lässt walten»
    1. Plein Chant (ein Plein Jeu, jedoch mit Trompette als Cantus Firmus im Pedal)
    2. Trio
    3. Duo
    4. Tierce en taille
    5. Basse de trompette
    6. Flûtes
    7. Grands Jeux
  • Wolfgang Amadeus Mozart – Œuvre pour orgue mécanique – Andante en Fa Majeur
  • Johann Sebastian Bach – Fugue en Sol Majeur (BWV 541.2)

Das war auf jeden Fall eines der besten, wenn nicht gar das beste Konzert dass ich in den vergangenen fünf Jahren an dem Instrument gehört habe. Und plötzlich klingt auch ein Bach wieder erfrischend, spannend und inspirierend. Somit wird es Zeit, dass ich mir auch mal einen “draufschaffe”. Es war schlicht kein Vergleich zu den Darbietungen auf deutschen gleichschwebend gestimmten Instrumenten aus den 1970er Jahren mit nahezu perfekt konstantem Luftdruck. Die Bach’schen Orgelwerke sind wirklich toll, vor allem wenn sie nicht “abgewetzt” daherkommen.

Herzlichen Dank an Markus Uhl. Schön dass es solche Musiker gibt.

Neulich, als mir der Chainglider die Freundschaft aufkündigte

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Zwischen 2006 und 2011 bin ich sehr viel Rad gefahren, was nicht ganz unerheblich mit meiner intensiven Arbeit (Daten sammeln, Daten in die Datenbank bringen, Software schreiben) am OpenStreetMap-Projekt zu tun hatte. Pro Jahr kamen bis zu 10.000 Kilometer zusammen. Ich musste lernen, dass man ein Rad für 600 € durch reines Nutzen innerhalb von 3 Jahren zugrunde richten kann. Wenn ich die reinen Anschaffungskosten (ohne Wartung, Reparaturen und zusätzliche Anschaffungen) betrachte bedeutet das Kosten von etwa 2 ç pro Kilometer (60.000 ç durch 30.000 Kilometer).

Inzwischen fahre ich deutlich weniger, was auch durch die seit 2012 stattfindenden sonntäglichen Vesperales bedingt ist. Dennoch hatte ich 2010 letztendlich entschieden, ein besseres, dauerhaft zuverlässiges Rad zu beschaffen und mich für ein Gudereit LCR entschieden. Mittlerweile kann ich sagen, dass das eine ziemlich gute Wahl war.

Lediglich mit dem Chain Glider konnte ich mich nie anfreunden. Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Kette ist komplett umschlossen, so dass Umwelteinflüsse (Staub, Nässe, Rost, mechanische Einflüsse) ihr fast nichts anhaben können. Allerdings rattert das Teil gerne ziemlich nervig, sofern man nicht ausgiebig Kettenöl hinzufügt. Das wiederum aber sorgt dafür, dass man sich am Rad gerne mal schwarze Finger holt. Eigentlich habe ich auch deshalb eine Rohloff-Nabenschaltung, weil mich die Wartung und das Öl an einer Kettenschaltung nervt.

Nachdem der ChainGlider nervig ratterte, habe ich ihn erstmal entfernt. Das führte auf einem mit Splitt belegten Radweg dazu, dass die Kette von den Blättern sprang. Also habe ich den ChainGlider irgendwann wieder montiert und mit reichlich Öl das Gerattere minimiert. Das hat auch lange gut funktioniert.

Heute bin ich im Bienwald, wie so oft, über einige etwas holprige Schotterwege gehoppelt. Bisher nie ein Problem. In der Folge wickelte sich aber leider der ChainGlider auf dem Radweg zwischen Schweighofen und Altenstadt um die Pedalerie (siehe Ablichtung oben). Wenn ich genügend Zeit gehabt hätte, hätten nur die ölverschmierten Hände genervt. Dummerweise ist das aber kurz vor Altenstadt passiert, und zwar ziemlich genau 26 Minuten vor Beginn der Vesperale um 17 Uhr.

Der ChainGlider ist grundsätzlich eine sinnvolle Einrichtung. Ich bin allerdings Geräuschen beim Fahren gegenüber grundsätzlich etwas empfindlich eingestellt. Also Ölen, Ölen, Ölen. Ferner ist der ChainGlider nicht richtig formschlüssig passend zum Fahrradmodell einstllbar. Stattdessen gibt es ein paar Einstellungen, die “nach Gefühl” über Einkerbungen vorgenommen werden müssen. Und die Klemmvorrichtungen lösen sich offensichtlich auch mal unbeabsichtigt. Auf dem Rückweg vom Konzert ist das gleich nochmal passiert. Ich habe ihn jetzt abgenommen, so dass die Kette frei und ungeschützt liegt. Glücklicherweise trage ich gerne schwarze Jeans…

In den nächsten Tagen (am Samstag beginnt der Urlaub) werde ich also versuchen müssen, mitten in der Hochsaison beim Radhändler einen Termin zu bekommen. Ferner muss ich bangen, dass es den passenden Chainglider noch als Ersatzversion zu kaufen gibt. Ich werde sehen.

Das Regal

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Neben dem Portativ findet sich unter den älteren Tasteninstrumenten auch das Regal. Den Klang hat man vielleicht schon eher mal gehört. Hier die Passacaglia in d von Johann Caspar Kerll, gespielt von Carsten Lorenz, Rottweil, oder »Fabordon del Quinto tono« von Antonio Cabezon, gespielt von Lynn Tabbert auf einem Instrument von Marcus Stahl (beide Dresden), oder ein Stück von Facoli gespielt auf einem Tischregal nach Dom Bedos.

Hier ein Zitat von Johann Mattheson:

…und ist recht Wunder, dass man hiesiges Ortes die schnarrenden, höchst ekelhaften Kegalen in den Kirchen noch beibehält…

In barocken Orgeln findet man gelegentlich entsprechende Regalregister. Hier ist ein Autor der Meinung:

Das in der Renaissance aufgekommene Brustwerk ist ideengeschichtlich ein an die Orgel angebautes Regalwerk, daher findet sich das Regal bis zum Barock vornehmlich im Brustwerk

Mit Regalen lässt sich allerdings nicht nur traditionelle Musik spielen, wie diese Aufnahme von Scotty Böttchers aus diesem Jahr eindrucksvoll belegt.

Das Portativ

Portativ

Sofern überhaupt dürften die meisten diesen Instrumententyp nur von mittelalterlichen Abbildungen her kennen. Noch seltener wird man es auch hören können, wie beispielsweise das Stück O Gloriosa Domina aus dem Buxheimer Orgelbuch, gespielt von Ernst Stolz.

An größeren Orgeln kann man, im Gegensatz zum Pianoforte, einzelne Töne bauartbedingt nicht in der Dynamik beeinflussen. Umso beeindruckender ist es, wie dynamisch das Portativ klingen kann, indem der Spieler durch das manuelle Betätigen des Balges den Luftdruck variiert. Christophe Deslignes bringt hier den Dynamikumfang auf einem Instrument von Marcus Stahl sehr beeindruckend zur Geltung. [1]

Die Instrumente werden auch andernorts noch gebaut, wie beispielsweise von Stefan & Annette Keppler (wolkenstayn.de). Der Deutschlandfunk stellte hierzu am 24.01.2014 einen Artikel ins Netz. Ganz besonders interessant finde ich als Fusion-Fan natürlich die “BlackEdition“,

Vorbereitet für spezielle Mikrofonierung mit Vorverstärker, Effektgerät und Funkstrecke. LED-Beleuchtung nach Wahl.

die mich sofort an die Stromharfe von Rüdiger Oppermann denken lässt :) .

[1] Das Stück erinnert mich an »Jewel Inside A Dream«, gespielt von Jan Hammer und Al DiMeola auf dem Album »Electric Rendezvous« im Jahre 1981.

Neulich, als es auf einem Konzert mit Hiromi nicht nur musikalische Berieselung gab…

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Der Veranstalter gab sich alle Mühe, den Abend zu retten, musste aber doch letztendlich aufgeben:

  • Christian Scott saß mit seinen Musikern mehrere Stunden in einem Flugzeug fest, weshalb Hiromi entgegen der ursprünglichen Planung zuerst spielen sollte.
  • Anthony Jackson war wohl erkrankt, so dass Hiromi nicht im Trio mit Simon Phillips, sondern solo auftrat.
  • Bereits vor Beginn des Konzertes gegen 19:30 h gingen in den benachbarten Tälern beeindruckende Gewitter nieder. Gegen den einsetzenden leichten Regen verteilte der Veranstalter Kunststoffüberhänge.
  • Gegen 20:30 h kamen die Gewitter zurück, so dass die Veranstaltung abgebrochen werden musste. Von Bad Dürkheim bis Karlsruhe regnete es durchgehend, teils aufs Heftigste.

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Dennoch war ich schwer beeindruckt. Ich hatte HIromi noch nie solo am Klavier gehört. Was sie an Rhythmik, Harmonik, Stilistik und Dynamik zu bieten vermag – sowas habe ich noch nicht gehört. Der absolute Hammer.

Der Sommer 2016 wird wohl aber eher nicht als “schönster Sommer dieses Jahres” in die Geschichtsbücher eingehen.

Rheingold – Ein Meisterwerk von Rüdiger Oppermann

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Neben den Klangwelten gibt es von Rüdiger Oppermann auch Sonderprojekte wie die »Reise in die Anderwelt – The Brendan Voyage«. Dieses Jahr ist er mit dem Projekt »Rheingold« auf einem Schiff auf Rheintournee.

Wetterbedingt hat die Gruppe heute nicht auf dem Schiff, sondern in der Tullahalle in Maximiliansau gespielt. Die Akustik war super, und das Konzert zumindest mit das Beste, was ich von Oppermann bisher mitbekommen habe.

In den nächsten Tage finden weitere Stationen den Rhein hinab statt. Wer Oppermann kennt und schätzt, wird auf jeden Fall auf seine “Kosten” kommen. Und das liegt nicht zuletzt am gewaltigen Arsenal an Musikinstrumenten, das zum Einsatz kam.

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Das einzige, was ich vermisst habe, war “The red one“, die kleine rote Harfe, die er gerne mal an den Verzerrer hängt :) .

Dubois organ in Wissembourg – Vespers continued in 2016

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For the fifth summer, organ vespers take place each sunday at 5 PM at the Dubois organ of 1766 (yes, we celebrate its 250th birthday this year) in Wissembourg. Some of the concerts start an hour earlier, like the one last sunday with 2 organ players and a percussionist.

Until now, all of this years concerts have been performed by outstanding musicians who make it difficult for me to catch up. Or the other way around, I accepted the challenge :) .