Exceptionally, a post in german language. Sorry for any inconvenience!
Auch wenn ich hier in Baden als Zugezogener gelten muss, ist mir die badische Sprache nicht sonderlich fremd; im Gegenteil bin ich immer wieder verblüfft, wie ähnlich sie meinem Heimatdialekt doch ist.
An eine Redewendung jedoch konnte ich mich bisher nicht gewöhnen. Egal ob beim Bäcker, beim Metzger oder in sonst einem Ladengeschäft, man wird nach Abschluss der geschäftlichen Formalitäten (Tausch der Ware gegen Geld) gerne mit der Formel »Schöner Tag!« verabschiedet.
Fragen auch Sie sich, was daran ungewöhnlich sein soll? Nunja, die Aussage steht mutmaßlich für »Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!« oder kürzer »Einen schönen Tag noch!«. Noch weiter verkürzt ergäbe das “Schönen Tag!«. In jedem Falle handelt es sich um einen wunderschönen deutschen Akkusativ. Weshalb die badener Verkäuferinnen stattdessen gerne einen Nominativ verwenden, habe ich bisher noch nicht herausfinden können. Allerdings habe ich mich zugegebenermaßen noch nicht getraut, beim Bäcker die Frage »Wieso verwenden Sie eigentlich einen Nominativ statt eines Akkusativs?« zu stellen. Vielleicht waren alle Karlsruher Verkäuferinnen schlicht bei dem selben Gewerbeschullehrer in der Ausbildung, der es ihnen so beigebracht hat.
Es ist Sonntag, und so begab es sich, dass ich vor wenigen Minuten beim Bäcker die Brötchen für das Frühstück organisiert habe. Dabei habe ich gelernt, dass die Karlsruher Verkäuferinnen neben der Nominativsubstitution auch die Singularsubstitution beherrschen:
»80 Cent isch’s dann bidde.«
»Schöner Sonntag!«
Ich bin beeindruckt und wünsche Ihnen schöner Tage!
… schöner Mapping!? Und ich glaube, die machen das wohl nur um Zugezogene zu verwirren *g*