Monthly Archives: May 2011

Einfach so rinngekippt

Ich lese gerade in einem ARD-Bericht, die Ethikkommission empfähle, dass der radioaktive Abfall rückholbar eingelagert werden solle.

Ich gebe zu, dass ich diesbezüglich zu blauäugig war. Ich hielt es nämlich bisher für eine Sebstverständlichkeit, dass wir den Müll so einlagern, dass er von Generationen nach uns möglichst einfach wieder entnommen werden kann, beispielsweise falls sich ein Lager im Nachhinein als doch nicht geeignet erweisen sollte oder durch Erdstöße unbrauchbar wird. Scheinbar weit gefehlt. War der Plan wirklich, den Müll in Stahlfässern in das Salz zu kippen, zu warten bis der Stahl korrodiert ist und danach Salz über die Sache wächst? IMO unglaublich.

Ich habe den Eindruck, dass wir mit den Reststoffen aus der atomaren Wärmegewinnung umgehen wie mit etwas Gartenschnitt. Wenn Du nicht weißt, wohin damit, kipp ihn einfach in den Wald. Über die ökologischen Folgen denken wir später nach.

Mit gefällt diese Haltung nicht. Jeder rund um den Globus sollte es als seine Pflicht ansehen, diesen Planeten nicht mehr zu verschleißen als nötig. Das ist schon alleine eine Sache des Anstands und des eigenen Ehrgefühles. Und wer der christlichen Religionslehre zugeneigt ist, hat bezüglich der Erhaltung der Schöpfung eine ganz besondere Verantwortung übernommen.

Aktualisierung 2014-12-13: Beschädigte Atommüllfässer an 17 Standorten

Ein wahrer Gourmet scheut niemals ein Geschmackserlebnis

Tête de veau

Tête de veau

Die Tour

Meine heutige Tour führte mich mal wieder zu einem meiner Lieblingsziele – Wissembourg. Da ich in Neuburgweier auf die Fähre warten musste und mir unterwegs eine ausgiebige Pause in der Sonne gegönnt habe, sank die Durchschnittsgeschwindigkeit, die mir MoNav neuerdings anzeigen kann, auf gut 13km/h. Die tatsächliche Durchschnittsgeschwindigkeit “in Bewegung” dürfte trotz leichten Gegenwindes 20km/h betragen haben.

MoNav

Ich hatte die letzten Wochen damit experimentiert, MoNav Stillstandzeiten automatisch erkennen und aus der Berechnung herausnehmen zu lassen. Die einfachen Ansätze haben leider allesamt nicht gut geklappt; die Betrachtung von Genauigkeit und Geschwindigkeit von bis zu 40 Positionsdaten führten nicht zu zuverlässigen Ergebnissen. Um das Kalman-Filter wollte ich mich zugegebenermaßen drücken, aber es könnte sein, dass ich daran nicht vorbeikomme.

Die Strecke

Ich habe heute nicht die Schotterwege durch den Bienwald genommen, sondern bin via Lauterbourg nach Scheibenhardt und von dort aus über den Radweg durch Niederlauterbach, Salmbach und Schleithal gefahren. Nachdem ich 2007 große Teile des Karlsruher Straßennetzes abgefahren und gemappt hatte, habe ich begonnen, die linksrheinischen Dörfer der Pfalz (Neuburg, Hagenbach, Maximiliansau), den Bienwald, Wissembourg und die vorgenannten Dörfer zu mappen. Es ist schon erstaunlich, was sich seitdem alles geändert hat. In Lauterbourg wird gerade ein Areal, das früher einen Supermarkt enthielt, umgekrempelt. Auf der anderen Straßenseite wurden einige Bungalows entfernt und Bagger schaffen gerade Raum für neue Fundamente. In den anderen Dörfern wird genauso gebaut wie in Wissembourg, das vor wenigen Jahren unter enormem Flächenverbrauch ein neues Industriegebiet ausgewiesen hat. Trotzdem sich dort bisher nur wenige Betriebe angesiedelt haben, werden an Wendeschleifen von der städtischen Gärtnerei liebevoll einige Blumenbeete gehegt, und zwischen den Parzellen, die hoffentlich künftig jemand besiedeln wird, wurden junge Bäume angeplanzt. Mich wundert das ein wenig, denn was passiert denn, wenn ein Gewerbebetrieb ein größeres zusammenhängendes Stück erwerben möchte? Muss der dann um die Bäume herumbauen? Aber egal, das stört uns als Mapper ja eigentlich weniger.

Relationen

Für den Rückweg entschied ich mich ebenfalls gegen den Bienwald und bin via Windhof über die Straßendörfer, die ich in Teilen ebenfalls vor Jahren gemappt hatte, gefahren. Auch hier regt sich überall die Bautätigkeit, und gerade als Mapper nimmt man die vielen größeren und kleineren Veränderungen wahr. In Schaidt beispielsweise wurde die Vorfahrt an der zentralen Kreuzung geändert. Via JOSM hätte ich daher gerne die bisher durchgehende Straße an dieser Stelle wenigstens aufgeteilt. JOSM weist mich darauf hin, dass es da irgendeine Relation gäbe, die ich doch kontrollieren solle. Jetzt ratet mal, was ich gemacht habe. Genau. Ich habe JOSM schnell geschlossen und mir gedacht “dann halt nicht”. Fred hat genau diesen Effekt vor Jahren vorausgesehen, als er die Relationen eingefüht hat und ich noch ein großer Fan davon war. Inzwischen haben wir viel zu viele Relationen in OSM, die zu schwierig zu handhaben sind und die Neueinsteiger vor eine viel zu große Hürde stellen. Selbst alte Hasen wie ich einer bin ziehen den Schwanz ein. Ich wäre froh, Wege und Routen wären gleichermaßen Relationen, die gleichberechtigt nebeneinanderstünden. Beide würden dann auf Nodes verweisen, und das Aufteilen eines Weges würde die Routenrelation nicht gefährden oder gar kaputtmachen.

Regionale Küche

Zeit um auf das eigentliche Thema dieses Postings zurückzukommen. Egal wohin ich reise, ich versuche immer, Resturants zu finden, die regionale Gerichte anbieten. Und ich gebe zu, die teils deftige, oft aber auch raffinierte elsässer Küche wirklich zu mögen. Sowohl deutsche Metzgereien als auch deutsche Restaurants sind durchweg langweilig, wenn es um die Verwertung aller Teile der Schlachttiere geht. Versuchen Sie mal, in einer deutschen Metzgerei einen Kalbsfuß oder einen Kalbskopf zu bekommen. Da werden Sie ein größeres Problem haben. Genauso in deutschen Restaurants. Wie oft haben Sie auf einer Karte schonmal Hase, Lamm oder gar Innereien gesehen? Der Deutsche isst sowas eher selten. Ganz anders bei unseren Nachbarn.

In Wissembourg gibt es einige gute Restaurants. Im »Au Saumon« kann man nett draußen direkt an der Lauter sitzen, aber die Karte ist eher mager, und es wird meist versucht, die Tagestouristen mit dem Flammkuchen zu versorgen, der vor dem Restaurant im Holzofen zubereitet wird. Gegen Flammkuchen als typisches Gericht des Elsass ist nichts einzuwenden. Außer dass Sie diesen fast überall bekommen können.

Inzwischen bin ich einige Male im »Restaurant de la Couronne« gestrandet, das direkt schräg gegenüber dem Rathaus (»Hotel de Ville«) direkt am »Place de la Republique« liegt. Hier bekommt man Köstlichkeiten, nach denen man sich in Deutschlad so oft sehnt. Wie eben einen Kalbskopf. Ich gebe zu, dass ich selten ein so aromatisches wie zartes Stück Fleisch gegessen habe. Es zergeht auf der Zunge. Und wenn zum Nachtisch ein Rhabarberragout gereicht wird, wird man schmerzhaft daran erinnert, wie langweilig deutsche Gaststätten mit Schnitzel natur, Wiener Schnitzel, Jägerschnitzel und Zigeunerschnitzel und abschließend drei Kugeln Vanilleeis aus der Retorte doch sind.

Ästhetik

Egal ob man ein Buch, einen Stuhl, ein Mobiltelephon, ein Laptop, ein Stück Software, ein Musikstück oder eben ein Essen betrachtet, allem wohnt eine natürliche Schönheit inne – oder eben auch nicht. Eine Schreibtischplatte mit einem 2mm-Anleimer ist meist weder funktional noch schön. Und eine Software oder eine Landkarte mit 2759 Piktogrammen, die nicht aufeinander abgestimmt sind, ist es ebenfalls nicht. Und ein WordPress-Blog mit dem Default-Theme ebenfalls nicht. Ein jeder von uns nimmt Schönheit wahr – aber eben immer nur in Teilbereichen. Der eine mehr, der andere weniger. Ich gebe allerdings zu, die Leute zu bedauern, die Schönheit nur in einem winzigen Bereich ihres täglichen Lebens und Schaffens wahrnehmen. Ihnen entgeht etwas, ohne dass sie es merken.

The end of the rant

Ich schweife ab. Welch wundervoller Sonntagsnachmittagstrip von gerade mal 62 Kilometern. Danach hat es mir ob des Windes aus Südwest bis nach Wissembourg auch gereicht. Bis Kandel war er aber zugegebenermaßen äußerst willkommen :) .

Servicewüste Deutschland?

  • Mittwoch, 25. Mai 2011, 21:53h. Ich gab elektronisch eine Bestellung bei velokontor.de auf.
  • Mittwoch, 25. Mai 2011, 22:42h (sic!). Ich erhielt eine elektronische Mitteilung, dass die Ware versandbereit sei.
  • Freitag, 27. Mai 2011, 11:05h. DHL lieferte die Ware am Bestimmungsort an.

Glücklicherweise ist der Begriff »Servicewüste Deutschland« inzwischen ein wenig abgewetzt. Denn dass dem so sei widerlegen jeden Tag unzählige meiner Landsleute. Und dafür möchte ich mich heute mal ganz herzlich bei euch allen bedanken.

Farbenspiele

Manchmal kann man ja schon durcheinanderkommen, also mit den Farben. Wie war nochmal die Bundesflagge? Schwarz, gelb, rot?

Ich bin in Bayern aufgewachsen, ein Bundesland, in dem man sich eigentlich nie vorstellen konnte, dass in der Regierung irgendjemand anderes sitzen könnte als jemand aus der Union. Dass die Flagge kein schwarz enthält, verwundert fast :) .

Ich lebe in Baden-Württemberg, ein Bundesland, in dem man sich eigentlich nie vorstellen konnte, dass in der Regierung irgendjemand anderes sitzen könnte als jemand aus der Union, und vielleicht noch jemand aus der Partei des jeweiligen Koalitionspartners. Dass die Flagge schwarz enthält, passt gut :) .

Plötzlich aber ist nichts mehr, wie es mal war. In Bayern muss die CSU eine Koalition eingehen.

Und Baden-Württemberg?

Die Union konnte sich bisher ihrer Stimmen halbwegs sicher sein und seit 1953 die Regierungsbildung übernehmen – 20 Jahre davon gar als alleinige Partei. Auch 2011 haben fast zwei von fünf Wählern der Union ihre Stimme gegeben – vor dem Hintergrund der Ereignisse der letzten Monate ein überraschend gutes Ergebnis. Unglücklicherweise hatten sich allerdings die Stimmenverhältnisse in den übrigen Lagern deutlich verschoben. SPD und Grüne können seit der heutigen konstituierenden Sitzung des Landtages einer zwar knappen, aber ausreichenden Mehrheit erfreuen – und haben sich zu einer gemeinsamen Koalition entschieden.

Und so kommt es ausgerechnet im Land der Schwaben zu einem historischen Ereignis. Die Grünen stellen mit Winfried Kretschmann zum ersten Male in ihrer Geschichte einen Ministerpräsidenten.

Ich bezweifle, dass eine grün-rote Regierung die Einwohner dieses Bundeslandes wirklich repräsentiert. Es ist auch keine optimale Regierungskonstellation. Aber für die nachfolgenden Generationen sind die Voraussetzungen geschaffen, endlich die dringend nötigen Veränderungen umzusetzen, die die Union schon viel zu lange nicht in Angriff genommen hat. Eine moderne Energiepolitik beispielsweise. Die Anpassung unseres Bildungssystemes und unserer Gesellschaft an die demographische Entwicklung. Eine moderne Verkehrspolitik, die nicht zuallererst auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichtet ist. Die Schaffung von mehr Transparenz in politischen Entscheidungsprozessen.

Kretschmann hat sich viel vorgenommen. Er wird nicht alles davon umsetzen können. Er wird dabei anecken, gerade im eigenen Lager. Und realisitisch gesehen hat er kaum eine Chance auf eine Wiederwahl.

Aber er hat fünf Jahre Zeit. Und die heutige Wahl im Landtag hat gezeigt, dass ihm nicht nur Leute aus dem eigenen Lager einiges zutrauen.

Ich gebe zu, dass meine Mitbürger, an denen ich oft genug zweifle, mich überrascht haben: »Wir können alles. Auch mal anders.«

First Green Party Leadership of a German State

Winfried Kretschmann (by FishInWater, CC-by-SA, via <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Winfried_Kretschmann.jpg&filetimestamp=20100712123906">de.wikipedia.org</a>

Winfried Kretschmann (by FishInWater, CC-by-SA, via de.wikipedia.org

Baden-Württemberg is the southwestern state of germany, known for the black forest, Cuckoo clocks, apple trees, its automakers, and its strong economy. It was governed by the Christian Democratic Union for about 58 years.

After the last election, the green party formed a coalition with the Social Democratic Party. Today, Winfried Kretschmann has been elected as the minister-president, for the very first time for a member of the green party.

I doubt that this government really represents the mainly conservative inhabitants of this state. Actually, according to what I read, many people seem to fear the new government will degrade the economics. Additionally, there are some legacy issues they will have difficulties to cope with, e.g. the purchase of EnBW by Stefan Mappus or Stuttgart 21.

Others may desire dramatic changes. »Kretsch« and Nils Schmid of the SPD already announced a more democratic style of government, and promised better education as well as to enforce the nuclear power phase-out.

I personally find the two latter points very important. Thus I really appreciate the change. As I doubt that Kretschmann has a chance being reelected, I trust he really knows how to make use of the next five years.

MoNav User Interface now available in German Language

The last two days I’ve worked on a first translation system for MoNav. Thanks to Qt4 it was just simple, and admittedly I copied over some lines of code from one of my other projects, Gebabbel.

MoNav checks the user’s system for a locale string, searches for a matching translation file, and if available, it gets loaded. Currently, the translation files are included in the binary, so we do not need to care about install paths and the like. As soon we have some translations available, they will be removed from the binary and installed as separate files to save some memory.

This also means we are in desparate need of translators for the upcoming releases. Do you want MoNav to appear in your mother tongue, maybe Russian, Chinese, or Bamanankan? As no programming skills are required to create a translation, do not hesitate to contact us.

Can MoNav do bike routing #17251¹

Today my way led from Darmstadt to Aschaffenburg, where I visited some relatives and friends. MoNav did a very good job guiding me. As it chose a route which led along major roads, I set a via point in Messel, and got really great results.

The trip info page I recently introduced was very helpful. Well, it’s like a progress bar on computers. It does neither shorten the remaining distance, nor does it beam you to the destination. But anyway, it’s very useful to have some figures right at your fingertips during the tour, so you know whether you should hurry or you can enjoy a short rest.

The trip was about 50 kilometers which I planned to cope with in 2 hours. Though the terrain is completely flat, some head wind caused an average speed of 20 km/h only – I needed 30 minutes more as I planned.

Once again, I really enjoyed to have MoNav’s excellent offline routing available during the trip. Before I used MoNav, I spent hours in front of my computer to prepare a trip. Today, I just check what MoNav suggests before I leave and help it with some via points – that’s it. An issue of minutes, not hours.

I’d like to thank all Co-Mappers who contributed the data I used during today’s trip. Thanks girls and guys.

¹ According to echo $RANDOM

Trip Info Page for MoNav

Though I’m currently rewriting the user interface of MoNav, I’m still missing some features while being on the road. During a trip, I want to see information about the remaining route distance, the distance and time already traveled, and as a cyclist who sometimes crosses hilly regions, I found some altitude information very useful. Obviously some volunteer is needed to write the code to accomplish that. Waiting for someone else is a valid option, but I know it’s much better to get things done™ :) .

I pushed the first code to the central repository a couple of minutes ago. It’s not polished yet, and the user interface requires some more dedication. I’d also like to add a display of the average speed, but this required some redesign of the track logger code first.

Frankly, it’s a great joy and pleasure to contribute to MoNav. I’d like to thank its creator and maintainer, Christian Vetter, for the great work he put into it. The use of Qt for the backend and the frontend code. The uber fast routing engine. The use of OSM data for routing and the fast address search. And last but not least for his openness when it comes to new ideas and changes. Oh, and did I mention MoNav ran on the N900 out of the box from the first day I tried it :) ?

I’d also like to thank James Hollingshead who wrote the first ready to use vector renderer for MoNav. Though it still shows some minor glitches and is missing rendering of street names, it currently serves us very well for displaying offline vector map data.

Enough rant for now. The code is written, and I better should go to bed :) .

MoNav user interface overhaul – the cross platform hassle

The recent 0.3 release of MoNav provides a useful interface, which allows to invoke all features directly from its main window. It’s a great, both finger as well as user friendly interface, especially on mobile devices such as the Nokia N900. The downside is that it does not conform to the look and feel of the other applications of a given platform.

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