Der Stromberg-Murrtal-Radweg

Vielleicht haben wir gestern den letzten hochsommerlich warmen Tag des Jahres 2011 genossen – zumindest soll es die nächsten Tage weiterhin kühl bleiben. Wir haben den Tag genutzt, sind um 6:40 in die Bahn gestiegen und haben den Stromberg-Murrtal-Radweg in Ost-West-Richtung bereist, zumal er in Openstreetmap noch nicht vollständig erfasst ist :) .

Wir fuhren beide mit Scott Trail Boa-Schuhen und je einer Rohloff-Nabe, zugegebenermaßen eine wahrhaft wunderbare Kombination. Wir mussten dennoch gezwungenermaßen aus dem Radweg aus- und in den Zug zurück nach Karlsruhe einsteigen, so dass wir keinen Track der gesamten Strecke zur Verfügung haben. Vom Beginn in Gaildorf bis nach Söllingen liegt er jedoch vor.

Die Qualität der Fahrbahn ist fast durchgehend sehr gut. Allerdings geht es zwischendurch ein kurzes Stück über Stock und Stein – wer mit Hänger unterwegs ist, sollte sich also auf eine kurze Verzögerung einstellen.

Die Strecke ist beschildert. Man muss allerdings sehr aufmerksam sein, um sich zwischendurch nicht zu verfahren. Die mitgeführten Karten und die GPS-Tracks waren sehr hilfreich. Nachfolgend ein paar Hinweise für Radfernreisende:

  • Der Beginn des Radweges in Gaildorf ist nicht so ohne weiteres zu finden. Ein GPS-Gerät mit einem Wegpunkt oder einem Track ist sehr hilfreich. Der Radweg beginnt dort, wo die Straße »In der Eschenau« beginnt. Den Einstig vom Bahnhof kommend findet man, in dem man in die »Grabenstraße« einbiegt.
  • Die Streckenführung ist gleich auf den ersten Metern nicht einfach ersichtlich. Vermutlich ist die offizielle Streckenführung so gedacht, dass man die Grabenstraße nach wenigen Metern schon wieder nach rechts verlässt und nach Überqueren der Hauptstraße in die gegenüberliegende Kirchstraße fährt.
  • Gleich nach Gaildorf geht es in der »Graf-Pückler-Straße« für ein paar Meter saftig bergan. Mit einer Rohloff nutzt man entweder den ersten Gang oder schiebt gleich, wenn es zu heiß ist.
  • Innerorts ist die Streckenführung oft nicht zu finden. So fand beispielsweise in Murrhardt gerade ein Markt statt, so dass wir die Hinweisschilder (wir gehen davon aus, dass es welche gab) nicht gesehen haben. Gelegentlich weist die Beschilderung nur den lokalen Radweg aus, der hier einen Teil des überregionalen Stromberg-Murrtal-Radweges bildet. Ebenfalls kommt man an Kreuzungen vorbei, an der die Schilder so angebracht sind, dass man sie zwar in der Gegenrichtung leicht sehen können sollte, aber nicht in Ost-West-Richtung, weil sie sich beispielsweise hinter großen KFZ-Richtungstafeln oder ähnlichem verstecken. Wir vermuten, dass der Radweg primär dazu gedacht ist, in West-Ost-Richtung befahren zu werden.
  • Außerorts ist die Beschilderung gelegentlich lückenhaft oder wurde einige Meter von der eigentlichen Kreuzung entfernt angebracht. Auch hier sah es so aus, als ob man in West-Ost-Richtung besser zurechtkommen sollte.
  • An einer Stelle muss man unerwartet einen aspaltierten landwirtschaftlichen Weg verlassen und auf einen Schotterweg wechseln. Es steht dort zwar ein kleiner Richtungsanzeiger, doch der wurde zwischenzeitlich durch einen Holzstapel zur Seite gedrückt und ist duch Vegetation verdeckt. Dank unserer GPS-Geräte haben wir das gleich bemerkt und sind nur wenige Meter geradeaus gefahren.
  • An einer Stelle muss man eine Spitzkehre hinlegen. Das Schild steht aber so, dass man es aus Ost-West-Richtung nicht sehen kann. Auch hier waren es die GPS-Geräte, die uns einen längeren Umweg ersparten.
  • Die Streckenführung ist an einigen Stellen sehr radfahrerunfreundlich ausgeführt. Man holpert über Bordsteine, um einen Kreisel muss man im Uhrzeigersinn herumfahren und wir irrten in einem Industriegebiet umher, weil die gegenüberliegende Anschlusstelle niedriger als das Straßenniveau lag und durch zwei Maisfelder schlecht zu erkennen war.

Streckenweise hatten wir den Eindruck, dass während der Planung oder nach der Einrichtung keine Testläufe oder nur in entgegengesetzter Richtung stattgefunden haben. Radfahrer, die sich mit den lokalen Gegebenheiten auskennen, werden sicher gut zurechtkommen. Wer als Radreisender unterwegs ist, sollte sich von Karten und vielleicht einem elektronischen Helfer unterstützen lassen und etwas Zeitpuffer für das Suchen der Anschlüsse einplanen. Derart ausgerüstet, sollte die Tour viel Freude bereiten, denn die Steigungen halten sich in Grenzen und die Wege sind meist ruhig. Und man kommt häufig genug durch Ortschaften, um sich mit Proviant bzw. Getränken eindecken zu können.

Edit: Die Route kann natürlich auch online abgefragt werden.