Grentry – via ?????

Nach der ein oder anderen griechischen Insel war dieses Jahr Rhodos fällig. Im Vorfeld plante ich ein paar “Points of Interest” aus dem Netz zu laden. Ich fand jedoch überraschenderweise keine elektronischen Geokoordinaten, weshalb ich sie händisch als GPX-Datei erstellt habe.

Nachfolgend einige der aufgesuchten Ziele vor Ort.

Epta Piges

Das Tal der sieben Quellen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Neben Enten und Pfauen finden sich ein Spielplatz, Toiletten und Tavernen.
Das aufgestaute Wasser wird über einen Tunnel in ein Nachbartälchen geleitet, den man durchwaten kann. Der dort talwärts führende Fußweg ist derzeit nicht gangbar, da durch einen Felsrutsch sowohl die Brücke als auch der Weg entlang der Levada zerstört ist.

Agios Nicolaos Foundoukli

Agios Nicolaos Foundoukli ist eine Kirche mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Auf dem kleinen Parkplatz gegenüber bieten Direktvermarkter ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse an. Immer wieder mal hält kurz ein Reisebus, die Reisenden machen ein paar Photos, und schon sind sie wieder weg.

Psintos

In Psintos gibt es nicht viel zu sehen. Es gibt allerdings eine Reihe von Tavernen, wie die etwas außerhalb liegende Taverna Artemida.

Pilonas

Am Mykenischen Friedhof in Pilonas fährt man leicht vorbei, weshalb sich ein Navigationsgerät empfiehlt. Das Areal ist allerdings geschlossen, eine Besichtigung ist derzeit nicht möglich.

Moni Thari

Im Kloster Moni Thari finden sich schöne alte Fresken. Das Anfertigen von Ablichtungen ist nicht gestattet. Man sollte sich daher die Zeit nehmen, sie vor Ort zu bewundern.

Asklipio

Oberhalb von Asklipio befindet sich eine Johanniter-Burgruine.

Im Ort selbst findet sich ein Museum mit sakralen Objekten und einer alten Ölmühle. Der Eintritt zur danebenliegenden Kirche mit schönen Fresken erfolgt ebenfalls über das Museum. Der Eintritt kostet 1 €.

Oberhalb des Parkplatzes und nebenan am Dorfplatz liegen Tavernen.

Kameiros

Kameiros ist eine der drei antiken Städte der Insel.

Kritina

In Kritina ist eine Ruinenanlage erhalten.

Monolithos

Bei Monolithos findet sich ebenfalls eine Ruinenanlage. Die darin liegende Kuppelkirche ist schlicht und gut instandgehalten, der Rest ziemlich verfallen. Zu sehen ist unter anderem noch eine Art Gewölbekeller.

Kap Fourni

Hier findet sich ein noch nicht ganz so überlaufener kleiner Badestrand. Klettert man auf die Landzunge, finden sich aus dem Fels geschlagene Grabkammern und der Sockel eines runden Turmes oder ähnliches.

Ich las auch von einer Höhlenkirche, die ich jedoch nicht gefunden habe.

Lindos

Lindos ist von Touristen sehr gut besucht. Den Einwohnern scheint es gut zu gehen. Zumindest sehen die prächtigen Haustüren in den verwinkelten Gassen danach aus.

Es reiht sich Geschäft an Geschäft, selbst am Fußweg vom Ort zur Akropolis bieten noch immer Händler Tuchwaren an, die auf dem blanken Boden ausliegen.

Die Akropolis selbst ist ebenfalls gut besucht. Der Eintritt kostet 6 €. Es handelt sich um eine mächtige Anlage, die über die Jahrhunderte immer wieder neu genutzt wurde, weshalb sich unterschiedliche Baustile vorfinden.

Von hier hat man einen schönen Ausblick auf die umliegende Gegend. Um was es sich bei der eingesstürzten Grotte am Hang gegenüber handelt, kann ich nicht sagen.

Malonas

Am Bach entlang verläuft laut meinem Kartenmaterial ein kleiner Pfad. Vor Ort stellt sich heraus, dass das letzte Hochwasser einige Schäden, unter anderem an der Zufahrtsstraße, hinterlassen hat. Direkt am Einstiegspunkt ist die Straße im Moment von jungen Militärs gesperrt, weshalb die Wanderung nicht möglich war.

Feraklos

Auf einem mächtigen Felsen liegt die Ruine von Feraklos, von der noch einige Reste zu erkennen sind.

Am Fuße des Felsens wurden ein paar kurze künstliche Gänge in den Fels getrieben, etwa 2×2 m im Querschnitt. Es wäre interessant zu wissen, wer diese zu welchem Zweck angelegt hat.

Archaggelos

Die Ruine in Archaggelos ist mit dem Wagen über abenteuerliche Gassen den Berg hoch zu erreichen (der Weg ist beschildert). Außen auf die Fassade hat jemand in weißer Farbe weithin sichtbar “Oxi” gepinselt. Ich nehme an, das geschah erst letzte Woche aufgrund des Referendums. Ich nehme weiterhin an, dass der Schriftzug die Ruine noch eine Weile zieren wird.

Rhodos Stadt

Die Stadt Rhodos ist komplett mit Touristen überfüllt, welhalb ich erst gar nicht den Versuch unternommen habe, einen Parkplatz zu finden, sondern vorbeigefahren bin.

Oberhalb der Stadt liegt auf dem “Monte Smith” die obere Akropolis von Rhodos. Hier ist es deutlich weniger lebhaft. Nur wenige Busse und ein paar Mietwagen bringen erträgliche Mengen an Menschen hier hoch. Die Ecke des Tempelportales besteht in großen Teilen aus Beton und vermittelt einen Eindruck davon, welchen Eindruck die Anlage einst auf die Besucher gemacht haben mag.

Neben den umgebenden Resten findet sich ein kleines rekonstruiertes Amphitheater, direkt daneben das ausgegrabene Stadion.

Ein paar Meter weiter liegen die Reste eines antiken Höhlenheiligtums.

Filerimos

In Filerimos liegt ein gut erhaltenes Kloster.

Ferner finden sich zahlreiche weitere Ruinen.

Die Publikumslieblinge dürften allerdings die vielen freilaufenden Pfaue sein.

Tsambika-Wallfahrtskirche

Um die kleine Bergkirche zu besuchen, fährt man zuerst ein Stück über eine Betonpiste steil den Berg hoch. Hier liegen ein paar Parkplätze und eine Taverne. Der Rest des Aufstiegs führt über rund 300 Treppenstufen.

Die eigentliche Kirche ist recht klein. Angeblich bittet man hier bevorzugt um Nachwuchs. Gewöhnungsbedürftig fand ich die großen Kerzen in Form von Kindertorsos (ich vergaß, eine Ablichtung anzufertigen).

An der Hauptstraße kann man ein paar Meter weiter zum Tsambika-Beach abbiegen. Nach wenigen Metern finden sich ein paar Tavernen. Gleich in der ersten auf der linken Seite (Taverna Maria) fand ich den gegrillten Tsipouras ziemlich gut.

Digitales Spielzeug

Zur Navigation vor Ort habe ich ein Androidtelefon mit Osmand genutzt. Die OpenStreetMap-Daten waren ziemlich gut und auch recht detailliert. Nützlich war, dass ich mir bereits vorab die Reiseziele händisch in eine GPX-Datei als Wegpunkte eingetragen habe. Osmand importiert solche Dateien, so dass man über Einstellungen, Kartenebenen, Tracks die enthaltenen POIs auf der Karte anzeigen lassen oder im Menü durchsuchen kann.

Ich nutze noch eine etwas ältere Version, die in der Bedienung manchmal etwas schwierig zu verstehen ist. Man kann fast alles damit machen, was einem einfällt, inklusive Mitschneiden der zurückgelegten Strecken und Aufnahme von Notizen in selbigen. Aber man muss sich dazu etwas mit Osmand auseinandersetzen.

Nach wie vor schätze ich im Urlaub das Asus TF101 sehr. Ohne Tastaturdock kann man es als Tablet zum Lesen (eBooks, Feeds) nutzen. Mit Tastaturdock kann man Tagebuch führen und nicht zuletzt auf dem Rückflug dieses Posting vorbereiten. Gleichzeitig sind die Außenmaße ein guter Kompromiss aus Beschreibbarkeit und Platzbedarf.

Die Aufnahmen entstanden mit einer Samsung NX30 Systemkamera. Auf Madeira hatte ich das 50-200mm-Objektiv dabei und oft ein Weitwinkelobjektiv vermisst. Daher habe ich diesmal das 18-200 mm Objektiv mitgenommen. Es ist ein Kompromissobjektiv. Das 50-200 mm liefert bessere Ergebnisse, das 18-200er ist deutlich flexibler in der Handhabung. Ich habe jedenfalls einige Male die 18er Brennweite gut brauchen können.

Griechenlandurlaub in Zeiten des Staatsbankrotts

Ich habe mich kurzfristig für die Reise entschieden, und zwar obwohl Griechenland bereits faktisch pleite war. Vor Ort habe ich zumindest in den Touristenzentren nichts davon mitbekommen. Eine Tavernenbetreiberin äußerte sich in etwa dahingehend, dass man mit den 60 €, die man pro Tag abheben könne, durchaus hinkomme. Falls alle Stricke reißen sollten, kann sie sich auch vorstellen, nach Kanada auszuwandern.

Zu Beginn der Woche haben sich dann die politischen Akteure nach einer langen Verhandlungsnacht auf ein dritttes Hilfsprogramm geeinigt. Die griechischen Verhandlungsführer mussten, um den Grexit abzuwenden, so ziemlich alle ihre Ideale und Ziele über Bord werfen und sich dem Diktat der Hardliner unter den Gläubigern weitestgehend unterordnen. Alexis Tsipras ist zwar von der Richtigkeit der Maßnahmen, die schon in der Vergangenheit unangenehme Effekte bewirten, nicht überzeugt, geht aber äußerst zielstrebig zu Werke. Nicht zuletzt hat er gleich gestern morgen diejenigen, die ihn darin nicht unterstützen, aus seinem Kabinett entfernt. Die sichere Führung, die er gerade an den Tag legt, haben ihm sicher viele bisher nicht zugetraut.

Die Banken sollen ab Montag wieder öffnen und erhalten bis zur Verabschiedung des dritten Hilfspaketes kurzfristige Unterstützung. Die Lage in Griechenland kann sich somit jetzt erstmal wieder entspannen.