Der Notenanzeiger – elektronisches Papier

Nachdem sich eBook-Reader seit Jahren einiger Popularität erfreuen, könnte man erwarten, dass es auch welche im DIN A4-Format und vielleicht gar als DIN A3 geben sollte. Tatsächlich ist die Auswahl aber nicht sehr groß.

Sony bietet das DPT-RP1 mit 13.3″ als Nachfolger des DPT-S1 an. Die Vor- und Nachteile beim Anzeigen von Noten dürften ähnlich ausfallen wie mit einem Tablet – interessant somit erst für Werke, die länger als drei Seiten sind. Das Display scheint weniger zu spiegeln als übliche Tablet-Displays, ist jedoch auf externe Beleuchtung angewiesen. Das Umblättern scheint sowohl mit Wischen als auch mit Tippen auf den Bildschirm zu klappen. Um PDF-Dateien auf das Gerät zu übertragen muss man eine spezielle Software von Sony nutzen. Das DPT-S1 bot zumindest als Notnagel noch einen microSD-Kartenslot, der beim DPT-RP1 möglicherweise fehlt. Beide Geräte sind in Deutschland nicht offiziell erhältlich. Und der “Ich kauf das mal spontan”-Wunsch hält sich ob des Preises von rund 700 $ auch in Grenzen.

Ein ganz ähnlicher eReader findet sich als Onyx Boox Max Carta, der eine etwas höhere Auflösung bietet als der Vorgänger Onyx Boox Max. Das Gerät besitzt keinen berührungsempfindlichen Bildschirm. Selbst zum Auswählen der anzuzeigenden Datei wird der mitgelieferte Stift benötigt. Zum Umblättern dienen zwei dedizierte Knöpfe am Frontrahmen. Wer als Musiker den Stift verliert oder zuhause liegen lässt, kann somit in Schwulitäten kommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sänger mit den beiden Knöpfen zum Umblättern gut zurechtkommen können. Am Piano oder der Orgel habe ich allerdings meist nur Bruchteile einer Sekunde Zeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich den passenden Knopf so schnell sauber treffen würde. Wäre das Gerät deutlich günstiger, würde ich das mal ausprobieren.

Deutlich interessanter sieht der der Gvido, Modell DMC-W1 (D1) von Terrada Music Score Co. Ltd. aus. Hier finden sich gleich zwei nebeneinander angeordnete Displays. Ob das Gerät in der Praxis einen so guten Eindruck hinterlässt wie im Video würde ich gerne mal ausprobieren, insbesondere das Umblättern über die im Rahmen verbauten Infrarotsensoren. Auch hier verhindert allerdings ein Preis von rund 1600 $ zuverlässig einem spontanen Impulskauf.

Die Geräte von Scora sind eher konventionelle Tablets. Das Doble besteht aus zwei nebeneinander angeordneten Solos. Man kann diese auch separat verwenden, was allerdings mit Zusatzkosten verbunden ist. In der Abbildung sehen die Displays eher nach 16:9-Displays als nach A4-Displays aus. Immerhin werden sie als matt beworben.

Im Angebot finden sich zudem die großen Maestro-Displays in verschiedenen Größen. Diese sind von einer externen Stromversorgung abhängig und eignen sich somit weniger als Mobilgeräte. Das erinnert mich an meine ersten Versuche mit einem konventionellen Touch-Display und einem Raspberry als Rechner :) .