Von der Schwierigkeit, einen vernünftigen Gürtel zu kaufen

Vor einiger Zeit habe ich ein paar genähte 35er Gürtel eines großen deutschen Anbieters in verschiedenen Farben angeschafft. Leider sind sie allesamt recht steif und nach wenige Male Tragen innen gebrochen.

In dem kleinen Bekleidungsfachgeschäft, in dem ich seit Jahren einkaufe, erhielt ich die Auskunft, dass es für den Handel nahezu unmöglich sei, Gürtel eines anderen Herstellers zu erhalten. Die Gürtel werden einerseits unter dem Namen des Herstellers, aber auch unter den Namen anderer bekannter Bekleidungsmarken vertrieben.

Im Onlinehandel fand ich dann doch noch passenden Ersatz. Der Gürtel war allerdings ebenso steif, die Oberfläche extrem ebenmäßig und vor allem so glatt, dass Zweifel aufkamen, dass es sich um einen reinen Ledergürtel handelt. Ich vermute, die Oberfläche ist mit einer farbigen Polyurethanfolie beschichtet. “Geht gar ned”.

Gestern war ich in einem Fachgeschäft für Herrenschuhe. Leider sind nur noch Gürtel in Größen ab 900 mm abwärts vorrätig. Derzeit habe er leider keinen Lieferanten, entschuldigt sich einer der Inhaber. Ab Jänner könnten sie allerdings wieder Gürtel eines spanischen Herstellers liefern.

Im Ladengeschäft eines großen deutschen Schuhlabels bin ich dann doch noch fündig geworden. Der Gürtel besteht aus weichem Leder mit entsprechender Haptik und macht einen hochwertigen Eindruck. Er hat allerdings das dreieinhalbfache oben erwähnter Exemplare gekostet. Wer billig kauft, kauft eben dreimal.

Mich verblüfft, dass es für ein Massenprodukt wie einen Gürtel nur noch sehr wenige Hersteller zu geben scheint. Für 40er Jeansgürtel, die als einfache geschnittene Riemen erhältlich sind, sieht das glücklicherweise noch anders aus. Für Chino- und Anzughosen sind jedoch genähte 35er nötig und sehr schwer in brauchbarer Qualität zu bekommen.