Wann und wo tauchte Corona eigentlich zum ersten Male auf?

Wikipedia behauptet bislang:

2017 wurde in Wuhan für 44 Millionen US-Dollar (300 Millionen Yuan) ein Biolabor für Forschungen an gefährlichsten Krankheitserregern (BSL-4) fertiggestellt.

Die weltweit ersten Menschen, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten und daran erkrankten, stammten aus Wuhan. Ende November 2019 traten dort die ersten Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf. Von Wuhan aus verbreitete sich das Virus binnen Monaten in der ganzen Welt.

Mittlerweile gibt es Hinweise, dass das Virus möglicherweise bereits am 16. November 2019 im Elsass aufgetreten ist, wie die Tagesschau vorgestern berichtete. Auch Wikipedia liefert entsprechende Hinweise:

Als Patient Null ist inzwischen ein 55-jähriger Mann aus der Provinz Hubei im Verdacht, der sich bereits am 17. November 2019 infiziert haben könnte. Mittlerweile wurde in Frankreich in der Nähe von Paris durch retrospektive Analyse ein Fall im Dezember 2019 nachgewiesen. Der Patient hatte keinerlei Verbindungen zu China/Wuhan, seine Frau arbeitete aber nahe dem Flughafen in einem Supermarkt. Einen noch früheren Verdacht auf Patientin Null gibt es auch im Elsass/Frankreich vom 16. November 2019.
Es zeigte sich also, dass nicht alle frühen COVID-19-Fälle mit dem Markt in Verbindung gebracht werden können und die Historie des Ausbruchs wohl komplizierter ist als ursprünglich angenommen.

Als Entstehungsort des Virus gilt nach wie vor Südchina, es wurde aber mutmaßlich schon vor den Ereignissen in Wuhan weltweit verbreitet. Dort fand es zwar zum ersten Male besonders gute Voraussetzungen für eine massenhafte Weiterverteilung (Superverbreitungsereignis), ähnliche Brennpunkte hätten sich aber wohl jederzeit auch andernorts entwickeln können.

Möglicherweise entstand das neue Virus durch Mutation in einem Wirtstier und wurde anschließend an Menschen weitergegeben. Bedingt durch den globalen Reiseverkehr kann es dann sehr schnell über große Distanzen verbreitet werden. Besonders übel an dem Virus ist wohl, dass Infizierte bereits ansteckend sind, selbst wenn Sie selbst noch keinerlei Symptome wahrnehmen. Beim Atmen, Sprechen, Singen, Husten und Niesen werden infektiöse Tröpfchen abgegeben, die im “besten” Falle direkt in Mund und Rachen anderer Personen gelangen (“Tröpchenübertragung”). Die Viren bleiben wohl auch außerhalb des Körpers noch für einige Zeit ansteckend und können somit einerseits durch die Atemluft (Aerosole) als auch über kontaminierte Oberflächen (“Schmierinfektion”) aufgenommen werden.

Insofern scheinen die üblichen Gegenmaßnahmen allesamt sinnvoll zu sein:

  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung senkt das Risiko, dass Infizierte, die noch nicht wissen, dass sie infiziert sind, andere durch direkte Tröpchenübertragung anstecken. Inwieweit die “Masken” helfen, die eigene Aufnahme von Viren durch Aerosole zu reduzieren, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Sollte man sich in einem Raum befinden, dessen Luft bereits stark kontaminiert ist, besteht vermutlich nach wie vor ein hohes Risiko einer Infektion. Das hängt von der Filterfähigkeit der Maske und davon ab, wie dicht die Maske zum Gesicht hin abschließt. Mir ist nicht klar, inwieweit die Augen ebenfalls ein Einfallstor bilden.
  • Das Abstand halten zu anderen Menschen verringert ebenfalls das Risiko einer direkten Tröpfcheninfektion, denn vor allem größere Tröpfchen sinken recht schnell zu Boden. Die üblicherweise empfohlenen eineinhalb Meter scheinen mir allerdings nicht sonderlich großzügig bemessen zu sein.
  • Hygienemaßnahmen, wie das Waschen und Desinfizieren der Hände als auch die Hände möglichst aus dem Gesicht zu lassen, beugen Schmierinfektionen vor. Es hilft sowohl dabei, dass unwissentlich Infizierte Viren auf Oberflächen hinterlassen als auch dabei, dass noch nicht Infizierte von Oberflächen aufgenommene Viren an die eigenen Schleimhäute übertragen.
  • Geschlossene Räume sollten möglichst gut gelüftet werden, um eine mögliche Konzentration von Viren in der Atemluft gering zu halten.