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Abraham van den Kerckhoven – Fantasia in d – Sheet music release

Last year I was looking for a piece of pipe organ music I could use to play a cornet (one of my favourite stops, BTW). I finally found the Fantasia in d by Abraham van den Kerckhoven. Sheet music is available through the International Music Score Library Project. It the piece at pages 69 through 71 of the scan, or pages 87 through 89 of the PDF.

There’s a great recording performed by Nico Declerck. He plays it very accurately.

I found it hard to read in »Werken voor Orgel«. For example, there is no separate row for the pedalboard, and the awesome solo line is just a series of many sixteenths, not structured by slurs or caesuras. Thus I rewrote the score using the excellent Muse Score notation software. My release contains a PDF and the Muse Score source file so anyone can easily taylor the layout to her likings:

Abraham van den Kerckhoven – Fantasia in D

Have fun playing!

Dietrich Buxtehude – Passacaglia (BuxWV 161) – Sheet music release

The passacaglia in d minor of Dietrich Buxtehude (BuxWV 161) »is generally acknowledged as one of his most important works, and was possibly an influence on Bach’s Passacaglia and Fugue in C minor (BWV 582), as well as Brahms’ music.«

There’s an awesome performance by Harald Vogel, playing the historic Arp Schnitger organ of St. Ludgeri, Norden. Sheet music is available through the International Music Score Library Project. However, I was not content with the sheets I found. For example, I wanted to decouple the left hand accompaniment (see bars 103 and 110) from the right hand for better readability, since I play both on different keybeds. Thus I rewrote the score using the excellent Muse Score notation software. My release contains a PDF and the Muse Score source file so anyone can easily taylor the layout to her likings:

Dietrich Buxtehude – Passacaglia in d – BuxWV 161

Have fun playing!

Die Länge von Audiodateien ermitteln

Mittels soxi lässt sich die Länge von Audiodateien auf der Kommandozeile ermitteln. Der Schalter -D liefert die Länge in Sekunden, -d in Stunden, Minuten und Sekunden:

soxi -D *.ogg
63.523039
165.384127
537.767937
156.371020
515.127347
213.252834
131.142902
70.121179
166.478095

soxi -d *.ogg
00:01:03.52
00:02:45.38
00:08:57.77
00:02:36.37
00:08:35.13
00:03:33.25
00:02:11.14
00:01:10.12
00:02:46.48

Der November naht

Schon letztes Jahr gab es nochmal eine äußerst warme Woche, bis sich die kalte Jahreszeit endgültig einstellte. Ich versuche falls möglich am letzten warmen Tag noch eine letzte Feierabendtour ins Restaurant des Vertrauens zu unternehmen. Es wird allerdings gegen sieben schon recht dunkel.

Der Notenanzeiger – elektronisches Papier

Nachdem sich eBook-Reader seit Jahren einiger Popularität erfreuen, könnte man erwarten, dass es auch welche im DIN A4-Format und vielleicht gar als DIN A3 geben sollte. Tatsächlich ist die Auswahl aber nicht sehr groß.

Sony bietet das DPT-RP1 mit 13.3″ als Nachfolger des DPT-S1 an. Die Vor- und Nachteile beim Anzeigen von Noten dürften ähnlich ausfallen wie mit einem Tablet – interessant somit erst für Werke, die länger als drei Seiten sind. Das Display scheint weniger zu spiegeln als übliche Tablet-Displays, ist jedoch auf externe Beleuchtung angewiesen. Ob sich das Umblättern ähnlich gut machen lässt wie beim Tablet würde ich gerne mal ausprobieren. Der “Ich kauf das mal spontan”-Impuls hält sich allerdings ob des Preises von rund 700 $ in Grenzen.

Ein ganz ähnliches Gerät findet sich als Onyx Boox eReader Max Carta. Die Bewertungen zeugen allerdings nicht von größter Kundenakzeptanz.

Deutlich interessanter sieht der der Gvido, Modell DMC-W1 (D1) von Terrada Music Score Co. Ltd. aus. Hier finden sich gleich zwei nebeneinander angeordnete Displays. Ob das Gerät in der Praxis einen so guten Eindruck hinterlässt wie im Video würde ich gerne mal ausprobieren, insbesondere das Umblättern über die im Rahmen verbauten Infrarotsensoren. Auch hier verhindert allerdings ein Preis von rund 1600 $ zuverlässig einem spontanen Impulskauf.

Die Geräte von Scora sind eher konventionelle Tablets. Das Doble besteht aus zwei nebeneinander angeordneten Solos. Man kann diese auch separat verwenden, was allerdings mit Zusatzkosten verbunden ist. In der Abbildung sehen die Displays eher nach 16:9-Displays als nach A4-Displays aus. Immerhin werden sie als matt beworben.

Im Angebot finden sich zudem die großen Maestro-Displays in verschiedenen Größen. Diese sind von einer externen Stromversorgung abhängig und eignen sich somit weniger als Mobilgeräte. Das erinnert mich an meine ersten Versuche mit einem konventionellen Touch-Display und einem Raspberry als Rechner :) .

Attribute hilfreicher Fingersätze

Um sich ein Stück Musikliteratur halbwegs zuverlässig erarbeiten zu können, bedarf es eines Fingersatzes (auch Applikatur genannt). Eigentlich sollte man meinen, es gäbe für jedes Stück einen optimalen Fingersatz, denn schließlich haben die meisten Organisten nunmal nicht mehr und nicht weniger als fünf Finger an jeder Hand. Tatsächlich hängt der Fingersatz von einigen Parametern ab, wie beispielsweise den persönlichen Fertigkeiten bzw. Vorlieben, der angestrebten Interpretation et cetera.

Wolfgang Rübsam gibt einige Hinweise zum Thema »Hilfreiche und sinnvolle Fingersätze«:

  • Er empfiehlt, sich vom zwanghaften Legato zu verabschieden. Das ist inzwischen auch meine Erkenntnis. Anfangs schreibe ich Fingersätze, die mir ein Anschlagen der Tasten ohne zeitliche Lücken ermöglichen. Je besser ich ein Stück verstehe, desto mehr stellt sich aber oft heraus, dass ein Legato in vielen Passagen gar nicht wünschenswert ist. Insofern kann man durchaus mal mit einem Finger von einer Taste zur anderen hüpfen. Recht wertvoll ist auch der Hinweis, dass ein Bindebogen nicht unbedingt ein Legato erfordert, sondern gegebenenfalls auch einen Spannungsverlauf darstellen kann.
  • Die Empfehlung, stumme Fingerwechsel (Substitution) zu vermeiden, verblüfft mich. Meist wende ich diese Technik auf längeren Noten an, so dass man entspannt die Zeit dazu hat. Auf kürzeren Notenwerten mag ich sie aber zugegebenermaßen auch nicht.
  • Ebenfalls verblüffend finde ich die Empfehlung, öfter mal die Finger zu überkreuzen statt den Daumen unterzusetzen. Tatsächlich habe ich das bereits ausprobiert (beispielsweise in einer Passacaille von Lully), fand es aber extrem unzuverlässig. Aber vielleicht liegt das bisher nur daran, dass ich diese Technik nicht gut beherrsche.
  • Die ein oder andere Terzgrätsche (3-4, 4-5) findet sich durchaus an einigen Stellen in meinem Fingersätzen. Ich werde dankbar prüfen, ob ich sie eliminieren kann. Auf Terzläufe mittels 2-4, 1-5, 2-4, 1-5 möchte ich allerdings ungern verzichten – mir hilft das an einigen Stellen enorm.
  • Meine Fingersätze stets zu hinterfragen praktiziere ich bereits seit längerem. Allerdings wirft mich das Ändern eines bereits gewohnten Fingersatzes auch erstmal wieder aus der Bahn. Das ist aber kein Argument, einen als suboptimal erkannten Fingersatz beizubehalten.

Als Autodidakt bin ich sehr dankbar für das Dokument, denn ich konnte einiges daraus mitnehmen. Und man findet allgemein ziemlich wenig Hinweise zu der Thematik im Netz.

Der Notenanzeiger – zurück zum Papier

Von 2015 bis zum Sommer 2016 bestand mein Repertoire noch aus wenigen Stücken, die nicht länger als drei Seiten waren. Ich hatte sie ausgedruckt und nebeneinander aufs Notenpult gestellt. Das war zum Spielen praktisch, die Zettelwirtschaft erfordert früher oder später aber letztlich doch ein geeignetes Ablagesystem.

Inzwischen habe ich mich an drei längere Werke von sechs, acht und zehn Minuten gewagt. Die Noten bestehen jetzt aus deutlich mehr als drei Seiten. Ich habe die Stücke, nachdem die Fingersätze erarbeitet waren, ausschließlich mit einem Tablet, das annähernd A4-Größe bietet, gespielt. Es war initial nicht ganz einfach, eine funktionierende Werkzeugkette aufzubauen. Liegen die Noten aber endlich digital auf dem Tablett, komme ich bisher ganz gut damit zurecht. Vor allem bei längeren Werken finde ich das Umblättern am Tablet deutlich einfacher als physische Noten umzublättern. Allerdings gibt es immer wieder Noten, bei denen man weder mit Papier noch mit dem Tablet geeignete Stellen zum Blättern findet. Teilweise habe ich mittlerweile Stücke neu gesetzt, damit ich Einfluss auf diejenigen Stellen nehmen kann, an denen Umgeblättert werden muss.

Nach wie vor habe ich aber auch zwei- und dreiseitige Werke, bei denen es im Spielverlauf nahezu unmöglich ist, umzublättern. Das gilt vor allem für das Caprice sur les Grands Jeux von Clérambault, bei dem man mit dem Spielen derart beschäftigt ist, dass an ein Umblättern nicht zu denken ist.

Ich habe mir daher via epubli.de mein derzeitiges Repertoire in ein Büchlein drucken lassen. Zweiseitige Stücke liegen jetzt grundsätzlich auf einer Doppelseite, so dass Blättern komplett entfällt. Von dreiseitigen Werken habe ich nur die ersten beiden Seiten auf eine Doppelseite drucken lassen. Die dritte habe ich selbst ausgedruckt und mit Klebeband so eingefügt, dass ich sie zu Spielen ausklappen kann. Auch hier entfällt das Umblättern somit komplett.

Die längeren Werke habe ich auch in das Buch aufgenommen. Während ich aber mit dem Tablet so schnell blättern kann, dass der Spielfluss erhalten bleibt, gelingt mir das mit Papier überhaupt nicht. Ich werde also für längere Werke beim Tablett bleiben.

Obwohl ich ein Tablett mit ganz ordentlichem Display gefunden habe, ist der Kontrast des Druckwerkes, zumal das Papier matt ist und keinerlei Blend- und Spiegeleffekte auftreten, deutlich besser. Für einseitige Stücke werde ich daher ebenfalls beim Papier bleiben.

»7 Goldene Regeln des Orgelübens«

Wolfgang Rübsam gibt hier ein paar Tipps, die den Lernerfolg steigern können. Der Einstieg ist deutlich:

Organisten gelten gemeinhin als übfaul, nicht gerade übermotiviert zu harter und ausdauernd-disziplinierter Arbeit am Instrument

Ich war überrascht, dass er das Vermeiden von

Terzgrätschen der Fingergruppen 4-5 und 3-4

sowie

Unter- und Übersetzen

empfiehlt. Sieht danach aus, als dass ich demnächst ein paar meiner Fingersätze korrigieren werde.

An das Üben in Teilabschnitten und das Auswendiglernen der Werke habe ich mich noch immer nicht gewöhnt. Irgendwann werde ich auch hier noch den “inneren Schweinehund” überwältigen müssen.

Auch Cantus.org gibt ein paar Tipps, wie Unterricht aussehen sollte. Auch dieser Artikel wird mir bei der eigenen Übearbeit helfen.

Verblüfft hat mich, dass in beiden Artikeln der Hinweis auf die Wichtigkeit einer sauberen Rhythmik fehlt. Ein Metronom ist für mich ein unabdingbares Kontrollinstrument. Allerdings sollte man sich durch dauerhaften Gebrauch davon auch nicht abhängig machen.

The minoan path from Mithi to Karydi

A couple of years ago a new hiking trail from Mithi to Karidi has been marked. Regardless wether it is true or not that it already has been used by the minoans, it’s a nice trip anyway.

It’s not an easy walk though. It’s almost constantly a steep incline to Karydi, and the surface consists of the typical stones of alpine hiking trails. I strongly recommend hiking boots instead of sneakers. I took the same way back to Mithi which was much easier than the incline. I thus recommend to visit the “attractions” (like the bat’s cave, the viewpoint and the shepard’s fridge) while returning.

That was a total of about eight kilometres, four hours (including rests) and one and a half litres of water.

The trail is marked by some wooden signposts and red dots sprayed on rocks. I didn’t find a free download of a gpx track, so here’s mine, recorded during the decline from Karydi to Mithi. OsmAND served me very well BTW.

Tsipoura und Retsina

Seit ich auf Rhodos einen Tsipoura gegessen habe ist der Fisch vor mir nicht mehr sicher. Feinschmecker mögen bemängeln, dass er auf dem Holzkohlegrill zu gar und somit zu trocken wird. Das mag stimmen. Aber der Geschmack ist dennoch phantastisch. Und auch dem Retsina kann ich immer mehr abgewinnen. Der harzige Geschmack bedarf jedoch einer Eingewöhnungsphase.

Michael Kaufmann an der Dubois-Orgel in Wissembourg

SAMSUNG CSC

Vor zwei Tagen hörten wir Michael Kaufmann am Weißenburger Instrument. Was soll ich sagen. Es war phantastisch.

Er bot uns ein breites Spektrum klassischer Musik. Neben Bach, Bartholdy, Mozart und Couperin auch weniger bekannte Komponisten wie Isfridus Kayser, Sixtus Bachmann oder ein Stück eines unbekannten Komponisten aus dem Ochsenhauser Orgelbuch.

Was uns aber am meisten aufgefallen ist war, dass er alle Stücke mit einem durchlaufenden Puls spielte. Er spielte die Stücke so, dass man hätte dazu tanzen können. Wahnsinn. Musik im besten Sinne. Voll der Lebendigkeit, voll des Rhythmus’ und voll des Temperamentes.

Nachdem wir beide nächste Woche verhindert sind, war es leider das letzte Konzert der diesjährigen Saison. Nächsten Sonntag wird es mit Gregorianik und Orgel ein letztes schönes Konzert geben, das wir leider nicht mitnehmen können. Allen Besuchern schon heute einen schönen Saisonabschluss.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen an der Organisation beteiligten und natürlich den Organisten bedanken. Es war der sechste Sommer in Folge, an dem wir unabhängig des Wetters allsonntäglich nach Weißenburg gepilgert sind. Das darf gerne so weitergehen :) .

Dem Kaiser sei Dank – Mit dem Rad von Daun nach Wittlich

Bahntunnel „Großes Schlitzohr“

Bahntunnel „Großes Schlitzohr“

Über stillgelegte Bahnstrecken verlaufende Radwege zeichnen sich üblicherweise durch das Vorkommen von maximal dreiprozentigen Steigungen aus. Das gilt auch für den Abschnitt des Maare-Mosel-Radwegs zwischen Daun (Landkreis Vulkaneifel) und Wittlich kurz vor der Mosel.

Das Wetter war schlechter als es die Vorhersage vermuten ließ. In Daun war es bei Schauerwetter mit 16°C recht kühl und leicht windig. Es gab aber auch immer wieder sonnige und nahezu windstille Abschnitte.

Für Genussradler empfiehlt es sich, die Strecke ab Daun zu nehmen. Hier nimmt man zuerst die Steigung bis zum Tunnel “Großes Schlitzohr” und darf dann gleich die Abfahrt bis über Gillenfeld hinaus genießen. Ab Hasborn geht es dann bis Wittlich eigentlich nur noch “steil bergab”. Aufgrund der unsicheren Witterungslage hat es heute leider nicht bis nach Bernkastel-Kues im Moseltal gereicht.

Die Bahn bietet mit dem RegioRadler einen passenden Bustransfer an, bei dem die Räder auf einem eigens mitgeführten großen Hänger zügig verladen und entnommen werden können. Aufgrund eines großen Volksfestes war der zentrale Busbahnhof in Wittlich jedoch gesperrt. Glücklicherweise war nach der Weiterfahrt bis zum Hauptbahnhof in Wittlich-Wengerohr der Bus zu spät dran, sosnt hätte das zwei Stunden Wartezeit bedeutet.

Man sollte die Fahrzeit der Busse jedenfalls bei der Tagesplanung berücksichtigen. Die Fahrt von Wittlich zurück nach Daun dauerte bereits etwa eine Stunde, ab Bernkastel-Kues fast zwei. Das nächste Mal würde ich eher so planen, den Wagen morgens in Wittlich bzw. Bernkastel-Kues abzustellen, mit dem Bus nach Daun zu fahren, um dann die Strecke ohne Druck durch den Busfahrtakt abzufahren.

Die abwechslungsreiche Strecke ist fast durchgehend von bester Oberflächenbeschaffenheit, gut gesichert und die Tunnel beleuchtet (Bewegungssensor). Vor ein paar Tagen, als es noch wärmer war, hätte die Tour vielleicht noch etwas mehr Spaß gemacht. Allerdings steht zu vermuten, dass dann wesentlich mehr los gewesen wäre. Kann sein dass die Strecke demnächst im Herbst, wenn das Laub der vielen Bäume am Wegesrand fällt, deutlich unsicherer zu befahren ist.

Der Moselsteig am Calmont

Über einen Artikel der Zeit bin ich auf den Moselsteig aufmerksam geworden. Allerdings habe ich es bisher nicht bis dorthin geschafft, obwohl die Reiseinformationen seit Jahren geduldig auf einem meiner Datenträger lagern.

Heute hat es wenigstens für eine Tagestour zum Calmont gereicht. Dazu habe ich mir den Track von garmini auf den mobilen Fensprechapparat geladen (von Tom Hofer gibt es eine Alternative von Bremm aus).

Von Ediger-Eller kommend kann man den Wagen direkt nach der Bahnbrücke an einem Wirtschaftsweg abstellen. Direkt an der Bahnbrücke beginnt der Aufstieg, durch den man sehr schnell Höhe gewinnt, zumal wenn man an der Schutzhütte »Galgenlay« den oberen Weg nimmt. Dieser verläuft dann auf der Höhe über weite Strecken im Wald, mit mehreren Aussichtspunkten auf die Moselschleife.

Der Rückweg über den tieferliegenden, eigentlichen Steig verläuft durch die Weinberge. Dort ist man der Sonneneinstrahlung über weite Strecken stark exponiert, weshalb eine Kopfbedeckung empfehlenswert ist. Heute konnte ich sie in der Tasche lassen. Die Temparaturen lagen zwar bei angenehmen 27°C, es hatte sich aber am Nachmittag eine hochliegende Wolkendecke gebildet.

Will man gelegentlich die Aussicht genießen, braucht man für die Strecke von rund 7 Kilometern gute vier Stunden. Der Weg führt teils über Schieferschutt, Felsvorsprünge und Leitern. Daher sind robuste Wanderschuhe mit guten Sohlen empfehlenswert, zumal der Schiefer auch bei Trockenheit teils recht glatt ist. Bei Nässe ist der Trip wahrscheinlich weniger empfehlenswert.

Ich dachte eigentlich, dass ich mit dem EX-T50200CSB 50-200 mm Teleobjektiv gut bedient sei. Vor Ort habe ich aber die kleineren Brennweiten schmerzhaft vermisst. Das nächste Mal sollte ich vielleicht doch mehrere Objektive mitnehmen.

Die Tour an sich ist wirklich sehr sehr schön. Wer Wanderungen mit etwas Kletteranteil und wunderschönen Aussichten mag, kommt voll auf seine Kosten.

Michel Bouvard an der Dubois-Orgel in Wissembourg

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Das Konzert heute begann ausnahmsweise eine Stunde früher. Das Geschehen am Spieltisch wurde mittels dreier Kameras auf Großbildleinwand übertragen und somit für die Besucher sichtbar.

François Couperin veröffentlichte im Alter von rund zwanzig Jahren die «Pièces d’orgues». Die darin enthaltenen Stücke sind in zwei Messen gegliedert, die «Messe pour les paroisses» und die «Messe pour les convents». Michel Bouvard wies darauf hin, dass die Stücke stark vom kurz zuvor verstorbenen Jean-Babtiste Lully beeinflusst sind.

Er spielte letztere Messe komplett durch. Dank der Bildübertragung haben wir viel von seiner Spieltechnik mitbekommen können. Er erledigte alles, inklusive der häufigen Manualwechsel, vollkommen routiniert und sicher. Wir hatten den Eindruck, dass er die Stücke komplett verinnerlicht und daher gut durchdrungen hat.

Ich fühle mich in ein paar Dingen meiner eigenen Arbeit bestätigt:

  • Um die Musik zum Klingen zu bringen, muss man die Stücke wirklich gut verstanden haben. Es genügt nicht, sie technisch korrekt wiederzugeben.
  • Das Aufrechterhalten des rhythmischen Flusses beim Spielen eines Stückes trägt entscheidend zum Hörgenuss bei. Das gilt auch dann, wenn man Manualwechsel vornimmt.
  • Es lohnt sich, die Stücke langsamer zu spielen, als es oft gebräuchlich ist. Sie entfalten dadurch eine ganz andere Wirkung.
  • Um eine französische Messe zu spielen muss man nicht zwingend ein Tastenakrobat sein. Allerdings ist ein solider Fingersatz unabdingbar.

Zum Abschluss spielte er noch aus der «Messe des Paroisses» das «Cromorne en taille». Es ist ein ganz außergewöhnliches, melancholisches Stück.

Das war das sechste Konzert der diesjährigen Saison. Sie waren alle von hoher Qualität. Und das heutige wird uns besonders lange in Erinnerung bleiben.

The registration of a »Tambourine« on a baroque french pipe organ

The pipe organ can be seen as the very first attempt to create a synthesizer. Many organ stops are named after other instruments, and combinations of organ stops are used to imitate further ones. Composers wrote pieces to make use of those imitations, and organ players tried to play them in a manner so that the imitated instrument became more clear.

One of the more curious attempts are pieces to imitate the steady beat of a tambourine with the left hand, while the right plays some melody. One example is the Tambourin of Michel Corrette (1707 -1795), as found in his Deuxième Livre d’Orgue (1750). Here’s a recording of Marie-Hélène Geispieler. Sheet Music of this Tambourin piece is available via the International Music Score Library Project.

Concerning the registration, I found an example in the book »The registration of baroque organ music« by Barbara Owen, bottom of page 212. She writes that the melody shall be played on the Grand Orgue with the petit Bourdon of 4 feet, the Quarte (2?’?) and the Doublette of 2 feet. The left hand plays on the Positif using both 8 feet stops with the Larigot.

According to the instrument used, it may require to swap the keybeds. Appearently such pieces have mainly been intended to be used during Xmas.

Roland Lopes an der Dubois-Orgel in Wissembourg

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Roland Lopes war bereits am 5. August 2012 zu Gast. Schon damals spielte er einige selbst angefertigte Transkriptionen aus Opern von Jean-Baptiste Lully. Unter anderen befand sich darunter eine Passacaille aus der Oper «Armide», mit der ich mich inzwischen selbst angefangen habe zu beschäftigen.

Umso mehr freute ich mich auf das heutige Konzert. Neben Stücken von Bach und anderen gab es erneut einige Stücke von Lully, gespielt mit den typischen Registrierungen der französischen Orgeltradition.

Beeindruckend war vor allem die wunderbar klare Rhythmik. In den zahllosen Konzerten, die wir bisher in Weißenburg gehört haben, fehlte den Stücken oft der durchlaufende Puls. Heute war er, wie vor drei Wochen bei Claude Schnitzler, vorhanden.

Ein tolles Konzert.

Claude Schnitzler an der Dubois-Orgel in Wissembourg

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Claude Schnitzler hatten wir bereits letztes Jahr am selben Ort gehört. Dieses Jahr hatte er ausschließlich Stücke ausgewählt, die schon vor oder nicht allzu lange nach dem Bau des spätbarocken Instrumentes von 1766 komponiert wurden:

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Pièce d’Orgue en sol majeur (BWV 572)
  • Pierre du Mage (1674-1751) – Livre d’Orgue:
    • Plein Jeu
    • Fugue
    • Trio
    • Tierce en taille
    • Basse de Trompette
    • Récit
    • Duo
    • Grand Jeu
  • Louis Couperin (1626-1661) – Fantaisie des Duretez
  • Louis Marchand (1669-1732) – Troisième Livre – Dialogue sur les Grands Jeux
  • Eine unbekannte Zugabe

Er hat sie toll registriert und souverän wiedergegeben. Besonders beeindruckt hat mich, dass er auch auf die Rhythmik großen Wert gelegt hat, so dass man als Zuhörer immer den Puls der Stücke wahrnehmen konnte.

Ein tolles Konzert, das für mich mit zu den besten gehört, die wir in den vergangenen sechs Jahren an dem Instrument gehört haben.

Werke von Kerckhoven und Pachelbel

Heute vor zwei Wochen habe ich drei Werke von Kerckhoven und Pachelbel gespielt. Das Erarbeiten hat ein Dreivierteljahr in Anspruch genommen, und ich bin mit dem Resultat noch nicht ganz zufrieden. Während dieser Zeit habe ich mich intensiv mit den Stücken auseinandergesetzt und eine Menge gelernt.

Abraham van den Kerckhoven (1618-1702)

Die Musik des Organisten aus Brüssel ist zweifelsohne für französische Instrumente geschrieben. Gleichzeitig lassen sich aber auch deutlich die Einflüsse der norddeutschen Komponisten erkennen. Insofern kann er als Brückenbauer zwischen beiden Traditionen gelten.

Viele seiner Werke sind in einer handschriftlichen Sammlung von Jacobus Ignatius Josephus Cocquiel aus dem Jahre 1741 überliefert, die kurz als das »Cocquiel-Manuscript« bekannt ist. Im International Music Score Library Project findet sich davon ein moderner Notensatz.

Fantasia (in c)

Dieses Stück hatte ich bereits letztes Jahr gespielt. Es ist deutlich kürzer als die beiden nachfolgenden und findet sich als Nummer 352 im Cocquiel-Manuscript. Ich habe es, genauso wie François Houtart, mit einem Fond d’orgue, allerdings etwas schneller gespielt.

Fantasia (in d)

Das Stück findet sich als Nummer 356 im Cocquiel-Manuscript. Eine typische Klangfarbe eines französischen Instrumentes ist das «Cornet». Als Soloregister ahmt es das Blasinstrument «Zink», der bis ins Frühbarock hinein verbreitet war, nach. Das Register ist ziemlich aufwändig gebaut. Pro Taste besteht es aus fünf Pfeifen, die die natürliche Obertonreihe nachbilden (Grundton, Oktave, Quinte, Superoktave, Terz). Im Instrument steht das Cornet nicht mit allen anderen Pfeifen auf der Windlade, sondern ist erhöht direkt hinter den Prospektpfeifen angebracht, so dass es durch diese hindurch direkt in den Kirchenraum abstrahlen kann. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Kornett nur im Diskant, also der oberen Hälfte der Tastatur, ausgeprägt ist.

Ich habe mir verschiedene Aufnahmen angehört, etwa die von Koos van ‘t Hul, Niels-Jan van der Hoek, Jacques van Oortmerssen oder Nico Declerck.

Da die Sechzehntelnoten, so sie binär gespielt werden, ziemlich hart auf den Hörer einprasseln, habe ich mich dazu entschieden, sie als Notes inégales zu spielen. Zudem versuche ich, das Cornet so zu spielen, als sei es ein Blasinstrument. Ich habe daher auch die Noten für meine Zwecke neu gesetzt, um sie leichter lesbar zu machen sowie Ornamente, Phrasierungsbögen, “Atempausen” und Fingersätze einfügen zu können.

Prelúdium & Fúga

Das Stück findet sich als Nummer 360 im Cocquiel-Manuscript. Einen großen Teil des Stückes bestimmen zuerst ruhige Achtel- und Sechzehntelnoten. Der folgende Teil setzt sich davon rhythmisch deutlich ab und ist rein manualiter gehalten. Das Stück endet in einem Schlussteil, der wieder dem ersten Teil ähnelt. Ich habe mir mehrere Aufzeichnungen angehört. François Houtart spielt das Stück komplett mit den Grands Jeux. Jos van Immerseel spielt es komplett ohne Zungen.

Im Gegensatz zu den beiden Aufnahmen habe ich mich auch hier dafür entschieden, die Sechzehntelnoten als Notes inégales zu spielen, was dem Stück eine komplett andere Prägung gibt. Für den ersten Teil verwende ich ein Plein Jeu im Hauptwerk und für den zweiten ein Grand Jeu im Positif. Für den Schlussteil kopple ich die Werke zusammen und nehme die 8′-Trompeten im Hauptwerk und im Pedal hinzu.

Johann Pachelbel (1653-1706)

Die Chaconne in f-Moll wird als Spätwerk des Nürnbergers angesehen und dürfte mit eines seiner populärsten Stücke sein. Ähnlich einer Passacaille basiert eine Chaconne auf einem Ostinato, einer sich ständig wiederholenden Tonfolge. Im vorliegenden Stück handelt es sich um die immer gleichen vier Töne im Pedal, die das Stück „zusammenhalten“. Dieses Ostinato wird nur an wenigen Stellen unterbrochen.
Darüber baut Pachelbel nacheinander insgesamt 22 verschiedene Variationen auf, von denen die meisten je einmal wiederholt werden.

Das Stück lebt von der Reduktion auf das Wesentliche. Über weite Strecken ist es nur drei-, manchmal nur zwei- oder gar einstimmig. Ich habe mich daher auch bei der Registrierung bewusst zurückgehalten. Im Pedal nehme ich nur einen 16′, im Hauptwerk Bourdon 8′ sowie Prinzipal 8′ und im Rückpositiv Bourdon 8′ und Flöte 4′. Allerdings wechsle ich recht häufig die Manuale.

Aufnahmen

Ich habe ein paar Aufnahmen vom Üben vorliegen. Keine davon ist jedoch so gut, dass ich sie ins Netz stellen würde. Ich hoffe, das irgendwann nachreichen zu können. Bis dahin muss ich noch an den Stücken arbeiten, damit ich sie wirklich sauber beherrsche.