Category Archives: Literature

Radical Focus

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Im Kollegenkreis fiel kürzlich das Stichwort OKR (Objectives and key results). Darüber bin ich auf »Radical Focus« von Christina Wodtke gestoßen. OKR werden eingangs kurz vorgestellt. Hernach folgt die fiktive Geschichte eines Startups, das mit OKR experimentiert. Abschließend gibt es einige Praxistipps.

OKR sind grundsätzlich sehr einfach zu verstehen. Ein Team setzt sich ein geschäftliches Ziel, reichert es mit ein paar messbaren Akzeptanzkriterien an und prüft regelmäßig, ob man sich dem Ziel auch annähert. Alle Aktivitäten sollten auf das Ziel hin ausgerichtet werden.

Deutlich schwieriger ist allerdings die Umsetzung in der Praxis. Das beginnt bereits beim Formulieren des Ziels. Beim Lesen hat mich noch gewundert, dass es OKR-Coaches gibt. Inzwischen habe ich allerdings den Eindruck gewonnen, dass es sehr hilfreich ist, jemanden mit Erfahrung auf dem Gebiet zu konsultieren.

Im Buch kommt auch zur Sprache, dass man OKR über ein Unternehmen hinweg kaskadieren kann. Das dürfte dann aber nochmal einige Nummern schwieriger sein.

Mich hat es wiedermal daran erinnert, dass wir in der Produktentwicklung über Visionen, Roadmaps und Releasepläne, Sprint-Ziele und Backlog Items eine ganz ähnliche Kaskade aufbauen. In der täglichen operativen Arbeit verliert man das allerdings gerne wieder aus den Augen.

Ich kann das leichtgewichtige Buch allen Product Ownern und ihren Scrum Mastern empfehlen. Aufgrund seines geringen Umfangs und des leichtgewichtigen Inhaltes lässt es sich an einem trüben Sonntag gut konsumieren.

Elastic Leadership

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Aufgrund der positiven Bewertungen habe ich mir »Elastic Leadership« von Roy Osherove angesehen. Aus der Perspektive eines klassischen Teamleiters sind die Inhalte potentiell neu und sehr wertvoll. Für einen Scrum Master gehören sie allerdings zum täglichen Handwerk. Ich habe das Buch daher nach ein paar Seiten ins Regal gestellt.

Ein paar Inhalte, die mir in Erinnerung geblieben sind:

  • Verbringe 50% Deiner Zeit mit dem Team.
  • Mache Dich nicht selbst zum (überlasteten) Flaschenhals, indem Du alle Probleme für das Team löst. Fördere stattdessen die Selbstorganisation.
  • Passe den Führungsstil der Situation an. Er unterscheidet den Feuerwehrmodus (Survival mode), den Selbstorganisationsmodus (Team ist in seiner Komfortzone) und den Lernmodus (Team verlässt die Komforzone). Aus ersterem sollte man das Team möglichst schnell herausführen, für letzteren muss man die nötigen Freiräume schaffen.
  • Beseitige Kopfmonopole, beispielsweise durch Pairing.

»Die Zeit« im Abo

Nach einigen Jährchen Pause habe ich seit letztem Jahr »Die Zeit« wieder im Abonnement. Nach wie vor bildet sich regelmäßig ein langes Backlog. Der Stapel ungelesener Exemplare führt dann zu einem schlechten Gewissen, weil man Geld ausgegeben, das Produkt aber nicht genutzt hat.

Das Abo habe ich eher aus idealistischen Gründen wieder aufgenommen. In der derzeitigen Medienlandschaft wird es für Journalisten immer schwieriger, vernünftige Arbeit zu leisten. Die Menschen nutzen ihre Mobilgeräte, um “schnell mal zwischendurch” Kurznachrichten zu lesen – beim Zähneputzen, in der Bahn, in der Frühstückspause. Dadurch, dass sie es elektronisch tun, zahlen sie nicht (direkt) dafür, da es kein vernünftiges elektronisches Mikrobezahlverfahren gibt. Gleichzeitig sinken die (Werbe)Einnahmen in den Printmedien.

Ich habe mir das Abo im Vollausbau gegönnt: Print- und Digitalpaket. Ich erhalte also die Ausgaben als Lieferung in den Briefkasten, ausgewählte Artikel als mp3-Audio und ferner die digitalen Formate mobi, epub und PDF. Ich wollte für mich persönlich herausfinden, welches Format ich bevorzugen würde. Das Ergebnis ist wenig überraschend.

Da ich selbst gerne in die Tastatur greife, nehme ich mir grundsätzlich selten »Die Zeit« zum Audiokonsum. Das Audio-Format habe ich daher bis jetzt exakt nicht genutzt.

Die digitalen Formate für e-Reader haben mir nicht zugesagt.

Das PDF-Format habe ich auf dem Tablet ausprobiert. Das klappte besser als ich erwartet hatte. Dennoch ist es nunmal so, als ob man die Zeitung mit einem Bogen Tafelschreibblockpapier abdecken würde, in das ein postkartengroßes Loch geschnitten ist, das man über der Zeitung verschiebt. Mühselig.

Ich bin also ganz altmodisch beim Printmedium hängengeblieben, obwohl das Format eigentlich viel zu groß und unbequem zu halten ist. Ein A3-Tablet könnte wohl helfen, aber das ist dann wahrscheinlich auch wieder zu unbequem in der Handhabung.

Fazit: Ich könnte das Digitalpaket wieder abbestellen, aber mir gefällt die Archivierungsmöglichkeit im PDF-Format. Also werde ich das Abo beibehalten, wie es ist.

Zeitspätlese April 2014

Nachdem ich gerade mein »Die Zeit«-Backlog an ungelesenen Artikeln bzw. Aboexemplaren abgearbeitet habe, versuche ich mal, dem Blogtitel »Points of Interest« gerecht zu werden :) .

48 2013

S. 22 und 23 – Zwei Artikel zum Frankfurter Auschwitz-Prozess

49 2013

S. 9 und 10 – »Europa braucht einen Putsch« – Helmut Schmidt und Joschka Fischer zu Europa
S. 81 – »Lernen im Alter? Yes we can!« – Ein Artikel über erfolgreiches Lernen im Alter widerlegt das ein oder auch andere Vorurteil

52 2013

S. 34 – »Die sauberste Orgel der Welt« – Pfeifenorgel mit Hermodestimmung
S. 61 – Auf der Suche nach dem Weihrauch

1 2014

S. 38 – »Uschi oder Maybee?« – Wie Namen auf unsere Einschätzung des Gegenübers Einfluss nehmen, Rückschlüsse auf den sozialen Status zulassen und sich auf die Karriere auswirken

4 2014

S. 35 – »Tierisch hell« – Eine Infografik zum Thema »Biolumineszenz«

7 2014

S. 63 – »Wo Grandpa kämpfte« – Die »Liberation Route« durch fünf Länder führt durch den Hürtgenwald in der Nordeifel

8 2014

S. 20 und 21 – Zwei Artikel zum derzeit populären Thema Erster Weltkrieg

11 2014

S. 29 – »Jolla und die Unbeirrbaren« – Über die Telefone, die ehemalige Nokia-Mitarbeiter weiterbauen. Für einen Nutzer des N900, aus dem letztendlich MeeGo und Sailfish OS hervorgegangen sind, natürlich Pflichtlektüre :) .

12 2014

S. 62 – »Keine Widerrede« – Über den ehemaligen Limburger Domkaplan

14 2014

S. 9 – »Putins Vorgehen ist verständlich« – von Helmut Schmidt
S. 23 – »Hühner, wollt ihr ewig legen?« – Über die wenig erfreuliche Geschichte der Geflügelzucht
S. 41 – »Unter uns« – Über die Blindgänger in deutschen Städten, unter anderen ein Photo aus der Karlsruher Innenstadt auf Seite 42.

15 2014

S. 23 – »So wollen wir arbeiten« – Zum Thema Mitarbeitermotivation

»Deutsche Sprache, schwere Sprache«

Admittedly, the german language neither is an easy to learn nor an elegant language. During my stay in Kaufungen, I found this »Berliner« ad in front of a bakery. The writer obviously was not a native speaker (instead of »verschiedene Fühlungen« he meant »verschiedenen Füllungen«, »various fillings«):

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Not that my english was perfect (actually, it’s lousy :) ), but it reminds me of a column of Bastian Sick called »Zwiebelfisch«. Continue reading

Happy birthday, Mr. Schmidt!

Helmut Schmidt, an elderly german Statesman, today reaches the age of 90 years. Helmut Schmidt still is a restless worker, being a publisher and the issuer of »Die Zeit«.

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(Picture shamelessly stolen from Wikipedia Commons)

I’m currently reading his latest book »Ausser Dienst«. I have no clue if there are any plans to translate it into english language. If so, I’d like to recommend it. Regardless of ones political provenience, it should be a must read for any german, and a should read for our european neighbours. Both will learn to better understand each other.

Wish you health and hope to see just more of your publications!