Category Archives: Musical Instruments

Posts about musical instruments, may be hard- or even software

John Bowen Solaris – Preset Bank 8

About 5 years ago I explored the synthesis capabilities of the Solaris by creating several sounds for it. Every now and then, I posted the presets at the user forum. Eventually John included them in the OS as factory preset bank 8. Frankly, I still feel honoured :) .

In case you own one of the later Solaris’, you should have the sounds on board already (Bank 8 program 0 should read as »Softy«). If you don’t, here’s the files I sent to John on Feb 15, 2015.

Solaris Bank 8 – Christoph Eckert – 2015-02-15

Behringer lässt die Katze aus dem Sack…

Auf Youtube ist vorhin ein Video von Behringer aufgetaucht, in dem der neue CAT-Synthesizer beworben wird. Auf der Homepage ist er allerdings noch nicht gelistet. Im Gegensatz zum ARP Odyssey hatte ich bisher von der Katze nichts gehört, weshalb ich erstmal Amazona bemühen musste.

Es ist schon interessant, wie Behringer derzeit einen Klassiker nach dem anderen neu auflegt. Die anderen Anbieter dürften es somit schwer haben, in dem Marktsegment noch Fuß zu fassen. Klangschrauber wird es freuen. So viel klassischen Analogsound für so wenig Geld wie heute gab es schon lange nicht mehr.

Expressive E – Osmose

Korg Z1 controllers

Korg Z1 controllers

The (in)famous lever of a Roland A-50 MIDI Keyboard Controller

The (in)famous lever of a Roland A-50 MIDI Keyboard Controller

Korg Kronos ribbon controller and joystick

Korg Kronos ribbon controller and joystick

Anders als Gitarristen hat man als Keyboarder keinen direkten Einfluss auf die Tonhöhe. Dafür finden sich an Synthesizern üblicherweise Spielhilfen, um Vibrato und Tonhöhenbeugungen vornehmen zu können. Mit den klassischen Rädern bin ich nie richtig warm geworden. Glücklicherweise verfügte mein langjähriges Masterkeyboard (Roland A50) über den Rolandtypischen Jammerhaken. Für Korg ist der Joystick typisch. Die Systhesizer verfügen zudem meist über Aftertouch. Nach dem Anschlag einer Taste kann man durch “Nachdrücken” klangliche Parameter steuern. Die genannten Spielhilfen (außer dem selten zu findenden polyphonen Aftertouch) beeinflussen alle gespielten Töne gleichzeitig. Expressives Spiel einzelner Töne lässt sich damit nicht erreichen. Für die separaten Controller muss man allerdings ohnehin eine Hand von der Tastatur nehmen.

Mit großem Interesse verfolge ich die letzten Jahre Geräte wie beispielsweise von Haken Audio (Continuum Fingerboard und Continuu Mini) oder die Seaboards von Roli.

Expressive E rührt derzeit mittels eines Prototypen die Werbetrommel für ihren neuen, äußerst expressiv spielbaren Synthesizer Osmose. Unter anderen findet sich auch ein Video mit Jordan Rudess. Auch Engadget hat ein Video veröffentlicht. Zum Einsatz kommt hierbei MIDI polyphonic expression (MPE), die einerseits von den Bedienelementen erzeugt und andererseits von der Klangerzeugung auch verarbeitet werden können muss. Dazu passend kommt im Osmose Physical Modeling zum Einsatz.

In den Videos kommt das natürlich toll ‘rüber. Allerdings ist mir klar, dass ich als unterdurchschnittlicher Hobbymusiker sehr lange üben müsste, um vergleichbares aus einem solchen Instrument zu holen. Der “Sofort-Kaufen”-Impuls blieb daher bisher aus. Ich will ja auch morgen noch was auszuprobieren haben :) .

Die restaurierte Wilhelm-Orgel in Kaufungen

Am Sonntag hatten wir in der Kaufunger Stiftskirche die Gelegenheit, der Wiederinbetriebnahme des Instrumentes von Georg Peter Wilhelm (1733-1806) beizuwohnen. Das Instrument ist insofern interessant, da die Erbauung in die Übergangszeit vom Barock zur Klassik fällt. Die Disposition weist noch barocke Züge auf, die Intonation empfand ich allerdings als deutlich obertonärmer als ich es von barocken Instrumenten gewohnt bin. Die Posaune im Pedal ist wahrscheinlich die zurückhaltendste, die ich jemals gehört habe.

Nach Gottesdienst und Besichtigungsmöglichkeit spielte am Abend Gerhard Weinberger ein Konzert. Mit den wiederholt hängenbleibenden Tasten kam er genauso souverän zurecht wie mit der umfangreichen Literatur. Hier das Programm:

  1. Georg Muffat (1653-1704) – Toccata tertia
  2. Johann Ludwig Krebs (1713-1780) – Fantasia a gusto italiano
  3. Johann Ludwig Krebs (1713-1780) – Fantasia sopra »Freu dich sehr, o meine Seele«
  4. Johann Ludwig Krebs (1713-1780) – Präludium und Fuge C-Dur
  5. Ernst Ludwig Gerber (1746-1780) – Drei Choraltrios über »Liebster Jesu, wie sind hier«
  6. Joseph Haydn (1732-1809) – Drei Variationen D-Dur
  7. Johann Carl Friedrich Rellstab (1759-1813) – Sonata D-Dur – Allegro pomposo – Andantino – Allegro è Grave
  8. Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Pièce d’Orgue (BWV 572)
  9. Johann Sebastian Bach (1685-1750) – »Herr Christ, der einig Gottes Sohn«
  10. Johann Sebastian Bach (1685-1750) – »Aus der Tiefe rufe ich« (BWV 745)
  11. Johann Sebastian Bach (1685-1750) – »Wer nur den lieben Gott lässt walten« (BWV 691a)
  12. Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Passacaglia und Fuge c-Moll (BWV 582)

What the Minilogue xd lacks, and why you must own one

For quite a while Korg is constantly stressing the market of electronic musical instruments with its innovative products. Wavedrum, Kronos, Volcas, *logues, you name it. As the Prologue was released, I got very exited, especially due to its programmable user oscillators (and nevertheless I did resist the temptation to get one).

Recently I got the SDK up and running. As a consequence, I got interested in the Minilogue xd so as to be able to eventually work on some home grown user oscillator. Surprisingly, it turned out to be one of the very rare instruments that blow you away the very first time you touch its keybed.

But first things first, the Minilogue xd is rather limited:

  • I’m used to play keyboard instruments with two hands. Thus mini keys and a three octave keybed are completely out of question.
  • For the very same reason, four voices only are out of question as well. No chance to play jazzy chords or sounds with some release time.
  • Just one LFO. I’m used to have vibrato mapped to the lever, so there’s no second for further modulations.
  • The filter envelope only consists of AD, lacking SR.
  • Limited modulation capabilities. No modulation matrix, no patch panel.
  • Limited velocity capability, just amp and filter EG.
  • Compared to its elder sibling, only one filter mode.

If it didn’t have that cool user oscillator, I’d never considered even touching it. Meanwhile I’m glad I did. Why? To put it simple: Its impressive sound. Even without its user oscillator or effects engaged, the machine sounds fantastic. I even compared it to the Prologue in the trumpet store. The latter one left the impression of being rather smooth, the Minilogue xd providing much more character. One VCO alone in conjunction with its VCF are a pleasure to touch. Now consider you have that cool additional Multi engine. I’m completely overwhelmed.

So what about the abovementioned limitations? As Sebastian “Kebu” Teir put it during his TEDx talk: »Having limited options boosts creativity«. IMO it’s actually nowaday’s Minimoog. Excellent sound, easy to understand and use, and very portable. A must have for every synth addict.

Do ré mi fa sol la si

Während wir im deutschen und angelsächsischen Sprachraum Bezeichnungen für die Stammtöne verwenden, die auf dem Alphabet basieren, finden sich im romanischen Sprachraum Tonnamen, die sich aus der Solmisation entwickelt haben. Eine (tabellarische) Übersicht bietet Wikipedia. Oben abgebildet sind Tonnamen, wie sie in Frankreich Verwendung finden. Um Halbtöne auszudrücken, werden die Adjektive «dièse» für ♯ und «bémol» für ♭ verwendet.

Mittlerweile habe ich sie gelernt, habe obige Abbildung aber noch immer griffbereit in der Hosentasche.

Update: Seit Vorgestern findet sich im Netz ein nettes Karambolage-Video dazu.

Saiteninstrumente mit Tastatur

Cristofori-Hammerflügel

Cristofori-Hammerflügel

Wenn man sich mit barocker Musikliteratur beschäftigt, stößt man immer wieder auf Bezeichnungen von Klaviaturchordophonen, bei denen man nicht genau weiß, welche Bauart genau gemeint ist. Das gilt umso mehr, wenn die Bezeichnungen in Fremdsprachen vorliegen. Hier eine kleine Übersicht der Hauptgruppen, die auch David Schrader in zwei Videos (erstes, zweites) in englischer Sprache vorstellt.

Klavichord

Das Klavichord (englisch Clavichord, französisch Clavichorde) ist das älteste der drei Gruppen. Die Mechanik ist relativ simpel. Am Ende der Taste ist eine sogenannte Tangente aus Metall angebracht. Drückt man die Taste, schlägt die Tangente gegen die Saite und versetzt sie dadurch in Schwingung. Dabei bildet die an der Saite anliegende Tangente auch gleichzeitig den Steg, der die Länge der Saite und somit die Tonhöhe bestimmt. Durch diese Eigenheit ist es seit alters her möglich, sogenannte gebundene Klavichorde zu bauen, bei denen sich mehrere Tasten eine Saite “teilen”, also mehrere Tonhöhen von ein und derselben Saite erzeugt werden (bei monophonen Synthesizern würde man hier von “highest note priority” sprechen). Bundfreie Klavichorde finden sich erst ab Ende des 17. Jahrhunderts.

Im Gegensatz zu den beiden anderen unten aufgeführten Chordophonen kann man den Ton eines Klavichords auch nach dem Anschlagen noch beeinflussen. Beispielweise lässt sich durch Nachdrücken der Saite nach dem Anschlagen noch ein Vibrato erzeugen (vergleichbar dem Aftertouch an Synthesizern).

Da die Saiten in ihrem Schwingungsknoten erregt werden, klingen Klavichorde verhältnismäßig leise und sind daher weniger für das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten geeignet. Allerdings existiert mit dem Clavinet eine jüngere, elektrisch verstärkte Variante.

Aus Youtube findet sich ein Video von Steven Devine.

Cembalo

Beim Cembalo (englisch Harpsichord, französisch Clavecin) werden die Saiten nicht angeschlagen, sondern mit Kielen angerissen bzw. gezupft. Solange die Taste gedrückt gehalten wird, schwingt die Saite frei und unbeeinflusst von der Mechanik, weshalb keine nachträgliche Beeinflussung des Tones mehr möglich ist.

Beim Klaviziterium (englisch Clavicytherium, französisch Clavicythérium) ist der Korpus senkrecht ausgestaltet.

Das Virginal (englisch Virginals, französisch Virginal) und das Spinett (englisch Spinet, französisch Épinette) sind jeweils kleinere Bauformen.

Hammerklavier

Beim Hammerklavier (englisch Fortepiano, französisch Piano-forte) werden Hämmer gegen die Saite geschleudert. Durch die Bauweise der Mechanik ist eine dynamische Spielweise mit “Lautstärkeabstufungen” (tatsächlich werden weitere Parameter beeinflusst) möglich. Als Erfinder gilt Bartolomeo Cristofori.

Für die frühen Hammerklaviere gab es sehr viele Bauformen und Mechaniken, die sich auf den Klang auswirkten. Sie sind daher klanglich nur bedingt mit den modernen, weitestgehend “standardisierten” Klavieren bzw. Flügeln zu vergleichen

Tangentenflügel

Tangentenklaviere (englisch Tangent piano, französisch Piano à tangentes) sind Hybridinstrumente, die Eigenschaften aller drei oben beschriebenen Instrumente beinhalten.

Der Notenanzeiger – Onyx Boox Max 2

Vor knapp einem Jahr hatte ich mir verschiedene Notenanzeigegeräte angesehen. Mittlerweile hat Onyx mit dem Max Boox 2 ein Nachfolgemodell zum Onyx Boox Max Carta herausgebracht. Im Vergleich zum Vorgängermodell verfügt das Gerät jetzt über einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Das Betriebssystem ist Android 6, und der Google Play Store ist vorinstalliert. Soweit ich gelesen habe lassen sich auch zusätzliche Repositories wie etwa f-droid.org einrichten. Das Gerät ist somit vergleichsweise offen und “zukunftssicher”, da es nicht von der Verfügbarkeit einer spezifischen Infrastruktur abhängt (ähnlich sieht es auch Sascha Segan von pcmag.com). Es bietet außerdem eigentlich alles, was man als Musiker von einem Notenanzeigegerät erwartet.

Das Gerät ist mit rund 800 € kein Schnäppchen. Der Gvido mit zwei Bildschirmen ist mittlerweile zu 1700 € (allerdings ohne Mehrwertsteuer) erhältlich. Zwei Boox Max 2 sind somit immer noch günstiger und bieten das deutlich offenere System. Dafür muss man darauf verzichten, dass die zwei Bildschirme beim Umblättern miteinander gekoppelt sind.

Das Max 2 sieht jedenfalls verlockend aus. Nur der Preis hindert mich derzeit an einem schnellen Zugriff.

Techniken des (Orgel) Übens

Playing the piano

Aus verschiedenen Quellen suche ich derzeit einige Übetechniken zusammen, die ich zum Einsatz bringen möchte. Die meisten davon sind nicht instrumentenspezifisch.

Motivation

Wenn sich Menschen die Zeit nehmen, ein Musikstück zu hören, so möchten sie es genießen. Wenn ich der Instrumentalist bin, habe ich somit die Aufgabe übernommen, für genau diesen Genuss zu sorgen. Ohne diese starke intrinsische Motivation wüsste ich nicht, wie ich die enorme Energie zur harten Übearbeit aufbringen sollte.

Da ich mit dem Üben sehr viel Zeit verbringe, muss das Üben mindestens genauso viel Spaß machen wie hinterher die Aufführung. Den Übevorgang betrachte ich daher mittlerweile als willkommene Meditation in Stunden der Freizeit.

(Fern)ziel

Derzeit ist es ein enormer Unterschied, ob ich Jazz spiele oder barocke Literatur.

Bei ersterem spiele ich locker und unbeschwert. Ich habe eine Melodie, eine Harmonie oder eine Rhythmik im Kopf und mein Bewegungsapparat überträgt sie automatisch auf das Instrument. Währenddessen kann ich dabei zuhören und dadurch das Spiel kontrollieren.

Ziel ist es somit, auch die Literatur so gut einzustudieren, dass der Bewegungsapparat vollkommen automatisiert die Musik spielt, die in meinem Kopf abläuft. Es ist daher nur konsequent, dass es nicht nur im angelsächsischen Raum üblich ist, die Stücke komplett auswändig vorzutragen.

Jon Laukvik hat es sehr schön zusammengefasst:

Der Übeprozeß führt, spieltechnisch gesehen, vom bewußten Tun zum unbewussten Geschehenlassen.

Fragmente bilden

Eine der wichtigsten Techniken, die ich neuerdings anwende, ist das Zerlegen des Stückes in kurze Fragmente. Die Länge der einzelnen Fragmente wird natürlich vom Schwierigkeitsgrad des Stückes abhängen. Grundsätzlich dürfte aber eine Länge von vier bis acht Takten eine gute Richtgröße darstellen.

Jon Laukvik empfiehlt, die Fragmente überlappend zu bilden, damit auch gleich die Übergänge von einem zum nächsten mitgeübt werden kann.

Außerdem achte ich darauf, dass die Fragmente immer aus vollständigen Takten bestehen. Notfalls füge ich bei Auftakten Füllnoten ein, so dass ich das Fragment nahtlos in Schleife mehrfach hintereinander im korrekten Puls üben kann, ohne abzusetzen.

Die Konzentration lässt nach wenigen Durchläufen sehr schnell nach. Mehr als vier bis fünf Schleifendurchläufe pro Fragment übe ich daher nur noch in Ausnahmefällen. Stattdessen gehe ich zu einem anderen Fragment, dann zu einem weiteren, und komme dann wieder zum zuerst geübten zurück. Um das Kurzzeitgedächtnis zu überlisten wähle ich dabei inzwischen eine zufällige Reihenfolge der Fragmente, eine Technik, die ich in »Optimal üben« fand. Gleichzeitig achte ich darauf, jedes Fragment mehrmals pro Übesitzung zu üben, also nicht nur einen Durchlauf, sondern später erneut.

In mehreren Quellen fand ich auch die Empfehlung, die Fragmente vom Ende des Stückes her zuerst zu üben, da der Schlussteil andernfalls am wenigsten trainiert würde.

Fuß- und Fingersätze erarbeiten

Bei der Applikatur befinde ich mich in einer argen Zwickmühle. Zu Beginn des Übeprozesses weiß ich üblicherweise noch nicht, wie ich das Stück später einmal klingen lassen möchte. Also erarbeite ich erstmal einen Fingersatz, der ein weitestgehendes Legato ermöglicht. Dazu sind teils auch “Verrenkungen” wie Daumenuntersätze nötig. Jetzt beginne ich mit der Automatisierungsarbeit.

So wie ich das Stück besser kennenlerne, fange ich unter musikalischen Gesichtspunkten an, einzelne Noten kürzer als ihren Nennwert zu spielen, Ornamente wie Triller einzubauen und so weiter. Dadurch verändert sich leider der Fingersatz, der bereits automatisiert ist. Ich verliere also ein wenig des bereits geübten und muss es erneut automatisieren.

Ich gehe übrigens mit den “magischen Zahlen” im Notentext sparsam um. Fingersätze schreibe ich an Stellen, an denen eine Stimme einsetzt und an Stellen, bei denen der Fingersatz von der natürlichen Reihenfolge abweicht. Bei Daumenuntersätzen und Ähnlichem schreibe ich auch an die Note davor und danach den zu verwendenden Finger. Bei Trillern, die auf der Sekunde beginnen, schreibe ich den Finger in Klammern.

Langsam üben

Hieran versuche ich mich gerade zu gewöhnen – langsam üben. Jon Laukvik weist auf Seite 105 darauf hin, wie wichtig diese Technik für das Automatisieren der – korrekten – Bewegungsabläufe ist. Mir fällt es im Moment extrem schwer, das Tempo so stark zu drosseln. Laukvik empfiehlt übrigens auch im späteren Übestadium immer wieder mal langsam zu üben, sogar noch am Tag vor der Aufführung.

Mit Metronom üben

Ich habe viele Spieltische gesehen, aber sehr selten (wissentlich überhaupt nicht) ein Metronom. Sobald die Mechanik halbwegs läuft übe ich eine Weile mit Metronom. Ich habe dadurch immer wieder haarsträubende rhythmische Fehler ausmerzen können. Andererseits setze ich es auch schnell wieder ab, sobald ich mich sicher fühle, um mich nicht abhängig davon zu machen.

Übeaspekt wählen

Für jede Übesitzung sollte ich mich künftig für einen bestimmten Aspekt (ein “Ziel”) des Übervorgangs entscheiden. Zu Anfang der Erarbeitung eines Stückes wird es natürlich primär darum gehen, die richtigen Tasten zum richtigen Zeitpunkt zu drücken und wieder loszulassen. »Optimal üben« enthält allerdings eine Reihe von neuen Ideen für das fortgeschrittene Übestadium (wie beispielsweise verschiedene Variationen eines Fragmentes auszuprobieren), um die Spielsicherheit zu steigern.

Augen schließen, auswändig spielen

Je länger die Passagen sind, die man unabhängig von den Noten spielen kann, desto besser für den Fall, dass man beim Vortrag mal den Kontakt zu den Noten verliert. Vor kurzem habe ich daher begonnen, beim Wiederholen von Fragmenten gelegentlich die Augen zu schließen. Allerdings muss ich dabei höllisch aufpassen, mit dem vorhergesehenen Fingersatz weiter zu arbeiten, und nicht versehentlich einen anderen zu verwenden. Diese Technik darf ich daher nicht zu früh einsetzen.

Berg abbauen

Vor mir liegt sehr viel Arbeit, nämlich das Üben üben. Letztlich muss ich mein komplettes bisheriges Repertoire erneut üben, um es zuverlässig zu beherrschen. Denn ich muss sehr viele Dinge, die sich durch die beisherige mangelhafte Übetechnik eingeschliffen haben, wieder ausbügeln.

Ich bin gespannt, ob ich das durchziehen werde.

Weitere Quellen

Quellen zum Thema »Orgel üben«

Czerny Opus 821 Nr 1

Vor ein paar Wochen habe ich während eines kleinen Vortrages zweimal den Kontakt zu den Noten verloren, weil ich kurz auf die Tastatur schaute. Das Resultat ist die Horrorvorstellung eines jeden Musikers – nämlich das Aussteigen aus dem Stück.

Wie kommt es dazu, obwohl ich doch seit nurmehr gut zweieinhalb Jahren sehr viel Zeit in das Erarbeiten der Stücke investierte?

Falsche Übetechnik, so die triviale Antwort. Ich arbeite nach wie vor mit der Technik der rohen Gewalt, indem ich die Stücke immer wieder im Zieltempo von vorne bis hinten durchspiele. So lässt sich ein zuverlässiges Beherrschen der Stücke kaum bewerkstelligen, zumindest nicht mit absehbarem zeitlichen Aufwand.

Dass ich meine Übetechnik dringend professionalisieren sollte, weiß ich schon länger. Zum Übevorgang selbst fand ich allerdings erstaunlich wenig Informationen, die mir weitergeholfen hätten. Daher seien hier Quellen gelistet, die ich derzeit verwende, um eine bessere Technik zu erarbeiten.

Aus diesen Quellen gilt es jetzt, für mich geeignete Techniken zusammenzusuchen und anzuwenden, soweit noch nicht erfolgt.

My worst performance ever

SAMSUNG CSC

Today I once again performed at the Dubois organ for some familiy members. Compared to 2015, 2016 and 2017, I felt relatively calm and well prepared. I played the program of about 35 minutes at home two days ago, yesterday, and one of the pieces this very morning at the target instrument. Not to mention the on-site practice sessions during the last couple of weeks.

Surprisingly, it turned into the worst performance I ever did – I lost contact to the sheet music two times. One time I had to resume the pièce, the other I finished a section a couple of bars earlier as intended. This very eve is the occasion to reflect what issues led to this situation.

  • Despite many practicing hours, I do not cope perfectly with the pieces yet.
  • The instrument is different than my practising instrument, so additional distractions happen every now and then.
  • The two points are based on my lack of professional practicing habits.

Interestingly, the pieces I play the longest failed most, whereas pieces I thought could fail worked better than expected. Here’s what I played this year:

  • Abraham van den Kerckhoven (1618-1702) – Cocquiel-Manuscript (1741) – Prelúdium & Fúga (en Ré mineur) – screwed up completely
  • Johann Pachelbel (1653-1706) – Chaconne (en fa mineur) – minor imperfections
  • Louis-Nicolas Clérambault (1676-1749) – Premier Livre d’Orgue – Suite du lle Ton (en sol mineur, 1710)
    • Plein Jeu – minor imperfections
    • Duo – minor imperfections
    • Basse de Cromorne – screwed up completely
    • Récit de Nazard – minor imperfections
    • Caprice sur les Grands Jeux – minor imperfections
  • François Couperin (1668 – 1733) – Messe a l’usage des Paroisses (en sol mineur, Paris 1690) – Benedictus (Chromhorne en taille)

Georg Böhm – Vater unser im Himmelreich

Im Bachwerkeverzeichnis sind drei Bearbeitungen des Luther’schen Chorals »Vater unser im Himmelreich« als BWV-760, BWV-761 und BWV-762 gelistet, wovon die ersten beiden inzwischen Georg Böhm zugeschrieben werden. Unter anderem hat Aldo Locatelli BWV-761 eingespielt.

Ich beschäftige mich derzeit mit BWV-760. Noten finden sich in einer weniger verzierten Fassung beispielsweise bei Breitkopf & Härtel als »Georg Böhm (1661-1733), Sämtliche Werke für Orgel« von Klaus Beckmann. Auch von Bernard Greenberg gibt es eine weniger verzierte Version auf musescore.com.

Zum anderen findet sich ebenfalls bei Breitkopf & Härtel »Georg Böhm (1661-1733), Sämtliche Werke für Tasteninstrumente« von Gesa (bzw. Johannes) Wolgast, die reich an Ornamenten ist. Das International Music Score Library Project bietet einen Scan der Ausgabe von 1927 an. Das Stück findet sich in Band 2 auf Seite 136. Menno van Delft hat das Werk an einem Instrument von Arp Schnitger ziemlich beeindruckend eingespielt.

Auf bach-cantatas.com finden sich verschiedene Melodiefassungen des Chorals, darunter ein Abzug des Werkes von Böhm, in dem die Melodietöne farblich hervorgehoben sind.

Die Pedalstimme besteht ausschließlich aus durchlaufenden Achtelnoten. Auch in der linken Hand finden sich viele Achtelnoten, die den Puls des Stückes stützen. Nur an wenigen Stellen finden sich ein paar Sechzehntelnoten. Die Solostimme der rechten Hand setzt am Ende des sechsten Taktes ein. Hier finden sich zahlreiche Ornamente wie Triller, Mordente, Vorschlagnoten und Umspielungen, die nicht einfach zu verstehen sind. Beim Üben kommt es sehr leicht vor, dass ich im Pedal – fast im wahren Sinne des Wortes – “aus dem Tritt” komme, also den durchlaufenden Puls verliere. Die Sechzehntelnoten interpretiere ich ternär – für mich ist das Stück ein gutes Indiz dafür, dass Notes inégales – »Die ungleichen Geschwister« auch den Komponisten im deutschen Sprachraum bekannt waren.

Ich bin gespannt, ob ich das Stück konzerttauglich hinbekommen werde.

Orgelschule zur historischen Aufführungspraxis – Jon Laukvik

Auf knapp dreihundert gleichermaßen großformatigen wie kleingedruckten Seiten liefert Jon Laukvik in Band 1 jede Menge Informationen zu Barock und Klassik. Ich habe die Version mit beiliegendem Notenheft erworben, in dem die nicht ganz so leicht zu beschaffenden Beispiele abgedruckt sind.

Ich konnte gestern nur kurz einen Blick hineinwerfen. Als Autodidakt konnte ich bereits die ersten Erkenntnisse gewinnen, sowohl in Bezug auf Aspekte, die mich in meiner bisherigen Arbeit bestätigen, als auch Dinge, die ich bisher überhaupt nicht berücksichtigt habe.

Besonders freue ich mich über die Hinweise zu den Messen von Clérambault, an deren Interpretation ich jetzt schon eine ganze Weile feile.

Ich habe ob des Preises von 75€ lange mit dem Kauf gezögert. Um so mehr freue ich mich, das Werk endlich vorliegen zu haben.