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Der langsame Abschied vom NX-Kamerasystem

Wenn man sich für eine hochwertigere Kamera zulegt, entscheidet man sich gleichzeitig für ein bestimmtes “Ökosystem” – zumindest wenn man mit Wechselobjektiven arbeiten möchte.

Ich wunderte mich seinerzeit darüber, mit welcher Agressivität Samsung in den Markt der Systemkameras drängte, während gleichzeitig die Kameras von Mobiltelefonen immer besser und coole Apps angeboten wurden. Die vielen Samsung-Kameras waren jedoch außerordentlich attraktiv, weshalb ich mir zuerst eine NX 300 und später eine NX 30 mit diversen Objektiven zulegte.

Bis heute fehlt dem System jedoch ein Objektiv mit hoher Brennweite, wie sie beispielsweise in der Tierfotografie eingesetzt werden. Es wird wohl auch keines mehr erscheinen, denn Samsung hat begonnen, sich aus dem Kamerageschäft zurückzuziehen, wie die Wirtschaftswoche bereits im November 2015 schrieb.

Zudem scheint auch das Geschäft mit Telezoomobjektiven mehr und mehr unattraktiv zu werden, denn ich las, dass immer öfter Spektive eingesetzt werden, um Tieraufnahmen anzufertigen.

Es bleibt also nur der Griff zu Drittanbieterprodukten. Die haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht, wie die nativen Objektive, elektronisch mit der Kamera kommunizieren können. Es bleibt somit viel Handarbeit, um gute Bilder schießen zu können.

Hier eine Auswahl an Telezoomobjektiven:

  • Samsung EX-T50200CSB 50-200 mm. Das Objektiv ist ziemlich gut, allerdings ist der Zoombereich ungünstig. Bei Reisen und Ausflügen erwiesen sich die minimalen 50mm immer wieder als zu viel, in der Tierfotografie die 200mm als zu wenig. Man muss also immer noch ein oder zwei weitere Objektive dabei haben.
  • Samsung L18200MB 18-200 mm. Ein gutes Reiseobjektiv, wenn man den Zoombereich betrachtet. Allerdings fällt es gegenüber dem 50-200mm-Objektiv in der Abbildungsqualität deutlich zurück. Ein Kompromissobjektiv.
  • Samsung 300mm Prime (nie erschienen)
  • Soligor 60-300mm macro lens. Mit diesem Objektiv kann man ganz anständige Nahaufnahmen in der Natur hinbekommen. Allerdings muss man sich ganz schön mit Objektiv und Kamera auseinandersetzen, da die Einstellungen manuell vorgenommen werden müssen.
  • Tokina AT-X 100-300 F=4. Ich kann zu diesem Objektiv leider nichts sagen, da ich es noch nicht im Einsatz hatte. Man liest aber ganz anständiges, wie beispielsweise hier, hier und hier.
  • 300 f4 Pentax Takumar
  • Nikon AI 3.5/400
  • Tamron 150-600 (2 kg)
  • Sigma 150-600 (Mindestdistanz 2,80m)
  • Sigma 50-500mm (Älter und angeblich fast so gut wie das 150-600)
  • Sony 70-400 (“least expensive high-quality telephoto in that range that I saw at the time”)
  • Kiwifotos LMA-PK(A)_NX Adapter Pentax K auf Samsung NX

Samsung hat mit dem NX-System ziemlich viel gut hinbekommen. Die Auswahl nativer Objektive ist gut. Im Telebereich schwächelt das System allerdings. Die Fotografen behelfen sich mit verschiedenen Tricks:

Manual white balance of the Samsung NX30

Under daylight conditions, the Samsung NX30 does a pretty good job concerning auto white balancing. It has difficulties to cope with energy saving bulbs at the ceiling, though. Fortunately it provides manual white balance, too. The manual is a bit fuzzy about its usage, though. Here’s how to do it:

  • At the rear ring, press WB.
  • Use the ring to select custom white balance instead of any of the presets.
  • Do not confirm your selection by pressing the »OK« button.
  • Instead, press »DISP« while the menu ist still open. A small rectangle will appear at the center of the screen.
  • Shoot some white plane, e.g. a sheet of paper.

That’s it. The white plane should now appear as white in the preview display and you are ready to shoot as usual.

Alles so schön ruhig hier

Wir schreiben den fünften Juli zweitausendvierzehn. Am frühen Abend ist es ruhig im Schwarzwald. Sehr ruhig. Sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Denn von Frankreich her nähern sich dunkle Wolken. Die einschlägigen touristischen Einrichtungen haben bereits geschlossen. Die Parkplätze sind leer, und im Gegensatz zu sonst stört kein hochtouriges Aufheulen irgendeines hochgezüchteten Motorrades die Stille. Nur ein einsamer Naturbursche sitzt auf einer Bank im Gebüsch und emuliert Troubadix, indem er auf seiner Leier eine Art Siegeshymne übt. Ob er singen wird? Ich weiß es nicht. Aber offensichtlich hat er, so wie ich, den Duft des Hochmoores dem Fußballspiel Frankreich gegen Deutschland vorgezogen.

Ob es sich oben um eine Heidel- oder eine Rauschbeere handelt, kann ich nicht sagen. Bei der nachfolgenden Walderdbeere kann man schön die Wirkung verschiedener Blendeneinstellungen sehen. Das erste ist bei weit geöffneter Blende (ƒ 6.3) aufgenommen und zeigt eine geringe Schärfentiefe. Das zweite ist mit weit geschlossener Blende (ƒ 16, das Objektiv unterstützt bis zu ƒ 32) und somit hoher Tiefenschärfe aufgenommen. Beim ersten ist zwar der Hintergrund stärker verschwommen, aber die Erdbeere (die eigentlich eine Sammelnuss ist) ist, wird speziell an den Rändern nicht komplett scharf dargestellt.

Da es zunehmend regnerisch und windiger wurde, wurde das Aufnehmen von Pflanzen immer schwieriger. Ich habe daher auf den Autofokus gesetzt und auch auf die Auflöseverzögerung verzichtet, denn dass eine Blüte mal mehr als 5 Sekunden stillhielt war eher die Ausnahme.

Auch die Insekten hatten sich weitestgehend zurückgezogen. Die wenigen, die noch zu sichten waren, waren ziemlich träge. Aufgrund des Lichtes ist allerdings schwarz nicht wirklich gut darstellbar. Vielleicht hätte ich das LED-Ringlicht nutzen sollen, aber es führt üblichwerweise zu verfälschten Farben (schön zu sehen an den letzten Juni-Bildern), weshalb ich es sparsam einsetze und heute überhaupt nicht genutzt habe.

Einen Weberknecht habe ich bisher in freier Wildbahn noch nicht mit der Kamera erwischt. Wie die anderen Insekten heute nachmittag auch war er ziemlich bewegungsfaul. Ich konnte also in Ruhe störende Grashalme beiseite drücken, die Kamera umsetzen und immer wieder dicht an das Tier heranrücken.

Der absolute Glückstreffer war diese Libelle. Es hatte inzwischen kräftig abgekühlt und es blies ein leichter Wind. Ich konnte mit der Kamera bis auf weniger Millimetere an das Tier heran, ohne dass es sich daran gestört hätte. Bei ganz ähnlichen Witterungsbedingungen hatte ich bei ?????? eine Fangschrecke aufnehmen können.

Bemerkenswert, wie sich das Tier an den abgerissenen Grashalm klammert. Wenn ich mir vorstelle, dass es einen kräftigen Gewitterregen hätte geben können, weiß ich nicht, ob sie sitzengeblieben wäre oder sich ein geschützteres Örtchen gesucht hätte.

Man sieht den Bildern an, dass ich aufgrund der instabilen Wetterverhältnisse innerlich nicht ruhig genug war. Ich hätte aus obigen Situationen mehr machen können. Bei ruhigerem Wetter hätte ich mir pro Szene sicher das doppelte an Zeit gegönnt. Speziell die Libelle hätte ich deutlich besser einfangen könne, wenn es nicht inzwischen sehr kühl und windig geworden wäre. Dann hätte sie aber wohl auch nicht so lange still gehalten :) .

Last Macro Catch June 2014

The pupa in the topmost picture and the following flowers have been shot using a Samsung NX30 and the 60mm macro lens (EX-M60SB). Additionally the flowers have been shot using a LED light ring attached to the lens.

For the lizards I used a Soligor 60-300mm macro lens which I purchased recently. It’s a gadget popular during the late 1980th. Its minimal focal distance is about 150 cm, and the reproduction scale is about 1:4,0 (0,25×). Obviously this lens requires manual operation due to the lack of any electronic component. I used it at its maximum extension (300mm), which makes the whole setup a bit unsteady and focussing difficult.

These are the first pictures I took using it, and so far I’m quite pleased.

SAMSUNG CSC

The Samsung NX30 allows to zoom the display when using manual focus mode by pressing the OK button. However, in contradiction to the direct manual focus mode (DMF), pan is not possible. As a consequence, the photographer cannot place the object anywhere else as at the center of the picture. It’s really a feature I’m desperately missing.

Despite this minor glitch, the NX30 is a great camera. I did never regret having purchased it.

Scheimpflugsche Regel? Balgengerät? Shift? Tilt? Bahnhof?

Inzwischen bin ich tiefer in die Photographie eingestiegen als ich je erwartet hätte. Zugegebenermaßen beschäftigt mich die Makrofotografie am meisten. Man macht Dinge sichtbar, die man im Vorübergehen nie gesehen hätte. Nur gelegentlich streife ich die Landschafts- oder auch Architekturfotografie.

Bei dem ein oder anderen Schnappschuss frage ich mich dennoch, wieso das so komisch aussieht, wie beispielsweise die unschönen stürzenden Linien an Gebäuden.

Dieser Effekt entsteht durch das Neigen der Kamera nach oben und lässt sich nachträglich in einer Bildbearbeitungssoftware korrigieren. Oder aber gleich bei der Aufnahme – mit einem geeigneten Objektiv.

Üblicherweise sitzt das Objektiv zentriert und senkrecht vor der Abbildungsebene, also dem Film bzw. dem Sensor. Als normaler Knipser kommt man überhaupt nicht auf die Idee darüber nachzudenken, ob es auch anders sein könnte.

Das kann es. Die theoretische Grundlage bildet die Scheimpflugsche Regel, die praktische Umsetzung ermöglicht ein Balgengerät oder Tilt-Shift-Objektiv. Frank Faulstich zeigt recht schön, was mit letzterem möglich ist. Ich nehme an, er bezieht sich auf dieses Walimex-Objektiv zu knapp 1000 €. Das ist zwar absolut gesehen ein Haufen Geld, aber als Preis für ein solches Spezialobjektiv fast schon ein Schnäppchen.

Glücklicherweise brauche ich sowas nicht oft genug, als dass sich eine Anschaffung lohnt. Ich bin dennoch nach wie vor verblüfft, was es so alles an technischen Spielsachen gibt.