Category Archives: Travel

Endlich mal in Lüneburg gewesen

Neben Lübeck ist natürlich auch Lüneburg ein äußerst attraktives Reiseziel. Die uralten Backsteinbauten sind hier mindestens genauso schief wie dort, nicht zuletzt bedingt durch Bodenbewegungen durch die ein gutes Jahrtausend währende Salzgewinnung, der unter anderem die Marienkirche und die Lambertikirche zum Opfer fielen.

Von den drei verbliebenen Altstadtkirchen ist neben St. Michaelis und St. Nicolai St. Johannis als Arbeitsplatz Georg Böhms besonders interessant. Neben der 2010 erbauten, französisch-symphonisch geprägten Chororgel findet sich hier ein historisches Instrument, das, wie üblich, im Laufe der Zeit immer wieder umgebaut wurde, unter anderem während der Zeit Böhms. An dem Instrument konnte ich zweimal Joachim Vogelsänger hören. Passend zum Instrument gab es Werke von Bruhns (Präludium in e-Moll, “das große”), Sweelinck (Echofantasie in d) und Bach (Passacaglia und Fuge c-Moll, an die ich mich bislang selbst nicht gewagt habe).

In St. Nicolai steht ein typisch deutsches Instrument der Romantik von 1899, das zu Beginn des dritten Jahrtausends auf den Zustand zur Erbauungszeit zurückgesetzt wurde. Hier konnte ich im Rahmen des Lüneburger Orgelsommers ein beeindruckendes Konzert von Michal Markuszewski hören, der gut zum Instrument passende LIteratur ausgewählt hatte und das Instrument wie seine Westentasche zu kennen schien.

In St. Michaelis konnte ich keines der Instrumente hören, in der Unterkirche hat eine Organistin immerhin geübt.

Über das Konzertangebot hinaus hat Lüneburg natürlich jede Menge mehr zu bieten. Für Musikliebhaber ist die Stadt allerdings ein wichtiger “Wallfahrtsort” :) .

Corona-Urlaub in Deutschland

Pandemiebedingt war Reisen mit den Zug oder gar eine Flugreise heuer nicht sonderlich attraktiv. Bei Auslandsaufenthalten stand außerdem zu befürchten, dass sich der ein oder andere Corona-Brennpunkt entwickeln würde, wie es mittlerweile auch geschehen ist.

Anders als befürchtet ist der mittlerweile 11 Jahre alte Touran mit knapp 165 000 km in der ersten Augustwoche ohne Sonderreparaturen durch Haupt- und Abgasuntersuntersuchung sowie Wartung (inklusive Ölwechsel) gekommen.

In den letzten Tagen sind für diverse Ein- und Mehrtagestouren 4500 km dazugekommen. Dass unsere Autobahnen weiterhin über weite Strecken saniert werden, macht sich in der Durchschnittsgeschwindigkeit bemerkbar. Die Reisezeiten summieren sich daher auf über 40 Stunden. Die Touren haben sich aber allesamt gelohnt.

Das Fahrzeug habe ich nurmehr gut 4 Jahre im Einsatz. Daher hier die derzeitigen Nutzungsmetriken. Bei den Kilometerkosten machen sich die 4500 km ganz schön bemerkbar:

Gesamtkosten: 32.590,92 €
Nutzungsdauer: 49 Monate
Laufleistung: 82575 km
Kosten pro Monat: 665,12 €.
Kosten pro Kilometer: 39 ç

Bahntrassenradeln – Fritz-Wunderlich-Weg (Kusel-Freisen)

Die Wettervorhersage ließ mit Temperaturen bis maximal 20°C, erhöhtem Niederschlagsrisiko und Windgeschwindigkeiten von 18 km/h (bzw. bei Böen das doppelte) nicht das beste Radfahrwetter erwarten. Da es die kommenden Tage nicht besser aussieht, habe ich mich aufgemacht, um die für einen Brückenabriss voll gesperrte A6 bei Kaiserslautern miterleben zu dürfen. Die Umfahrung über Nebenstrecken nebst Staus vor allen Kreisverkehren war sicher für alle Teilnehmer das absolute Highlight des Tages :) .

Aufgrund der Witterung hatte ich mir nur die 20 km des Fritz-Wunderlich-Weges von Kusel bis Freisen vorgenommen, um im Bedarfsfalle schnell zurückradeln zu können. Vom AOK-Parkplatz aus fand sich auch ein perfekter Einstiegspunkt.

Achim Bartoschek (bahntrassenradeln.de) schreibt:

Schon etwas betagt, nicht asphaltiert und dennoch: Dieser ruhige, langsame Weg gehört zu den schönsten Bahntrassenradwegen in Deutschland. Zwischen Freisen und Kusel passiert man vom Autoverkehr fast unbehelligt die "Eiserne Brücke", das Oberkirchener Viadukt, zwei Tunnel und weitere Brücken.

Die Oberfläche ist fest, mit Splitt belegt und lässt sich sehr gut befahren, auch wenn nicht ganz Geschwindigkeiten möglich sind, die auf Asphalt möglich wären. Von Kusel auf rund 280 HM sind bis Freisen etwa 240 HM zu “bewältigen”, was durch die permanente leichte Steigung von rund 1,2 % kaum wahrnehmbar ist. Beim Aufstieg habe ich an etlichen Stellen noch Daten für OpenStreetMap aufgenommen und daher rund 2h benötigt. Für die Abfahrt, auf der das Rad über weite Strecken angenehmerweise (wenn auch gerade eben so) von alleine gelaufen ist, war eine Stunde nötig. Auf Asphalt hätte die Abfahrt auf jeden Fall so richtig Spaß gemacht :) .

Es hätte noch ein klein wenig wärmer sein dürfen. Der Wind war kein größeres Problem, da fast die gesamte Strecke von Bäumen gesäumt ist oder auch oft als Hohlweg verläuft.

Eisenbahnnostalgiker kommen wahrscheinlich am Bahnhof Schwarzerden, an dem die noch bestehende Ostertalbahn endet, auf ihre Kosten.

Ein paar Brücken können derzeit nicht befahren werden:

  • Zwischen Ruthweiler und Thallichtenberg werden seit dem 9. Dezember 2019 Felssicherungsarbeiten durchgeführt, weshalb eine Umleitung über die Landstraße ausgeschildert ist. In Thallichtenberg steht ein Hinweis, dass es wohl auch Probleme mit Eichenprozessionsspinnern gibt.
  • Die Eiserne Brücke kurz vor Freisen ist gesperrt und wird über einen Waldweg umfahren.

Am Ende der Bahntrasse in Freisen kann man über die neu hergerichtete Schulstraße in die Ortsmitte abfahren. Das hat sich jedoch nicht gelohnt. Dort befinden sich einige Geschäfte, die allesamt geschlossen waren und nicht den Eindruck machten, dass sie nochmal irgendwann öffnen wollten. Immerhin liegt in der unteren Schulstraße eine kleine Eisdiele.

Die Qualität der OSM-Daten ist schon recht gut. Dennoch sind auch nach meinen Edits noch Details verbesserungswürdig, etwa fehlende oder nicht perfekt positionierte POIs oder nicht ganz korrekt angelegte Kreuzungen.

Endlich mal in Lübeck gewesen

Mit Lübeck, das schon lange auf meiner Liste steht, verbindet man einiges: Hansestadt, Holstentor, Marzipan, Gänge und Höfe, Literatur- und Musikzentrum. Wer nur wenig Zeit hat, stürmt am besten durch das Holstentor direkt zur Kultur- und Universitätkirche St. Petri, um die Stadt aus der Vogelperspektive zu bestaunen. Allerdings ist die Stadt Einheimischen zufolge heuer coronabedingt stark überlaufen. Man sollte daher bis zu einer Stunde Wartezeit mitbringen, es sei denn, man kann schon kurz vor Öffnung um 11h vor Ort sein. Ähnliches gilt für das Hansemuseum. Auf halber Höhe der Zugangstreppe steht ein Schild mit der sinngemäßen Aufschrift »Ab hier weniger als eine Stunde Wartezeit«.

Wer genug Zeit mitbringt, wird auf der Altstadtinsel die vielen historischen Backsteinbauwerke, die sich im Laufe der Jahrhunderte enorm gesetzt haben, bewundern, Kirchen und Museen besichtigen und sich über die zahllosen Restaurants und Cafes freuen.

Für mich ist natürlich die Marienkirche als Wirkstätte von Franz Tunder und Dieterich Buxtehude von besonderem Interesse. Am Donnerstag spielte deren Nachfolger Johannes Unger auf der Hauptorgel von Kemper Werke von Rheinberger, Schumann und Liszt, darunter »Fantasia und Fuge über B-A-C-H«. Das Programm war somit stark durch die Romantik geprägt.

Am Freitag spielte Arvid Gast an den beiden Orgeln der Jakobikirche ein Programm mit Werken von Buxtehude, Bach, Danksagmüller, Dupré und Vierne. Ein schöner Abschluss, bevor es mich am Samstag wieder gen Süden zieht. Von der Lübecker Altstadt war ich angenehm überrascht. Natürlich informiert man sich schon vor dem Besuch, aber so schöne Städte hat Deutschland, nicht zuletzt kriegsbedingt, nicht viele zu bieten.

An diesem Wochenende kühlt es nach der Hitze der vergangenen Tage merklich ab und in mehreren Bundesländern enden die Sommerferien, was sich bis Hannover am Reiseverkehr bemerkbar machte.

Die Corona-Neuinfektionen erreichen wieder Werte vergleichbar mit April, Offenbach muss zu Gegenmaßnahmen greifen, da die kritische Infektionsgrenze erreicht ist und Reiseregionen in Kroatien werden zu Risikogebieten erklärt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Infektionsgeschehen in den Herbst hinein weiter entwickeln wird.

Neulich, am Pfingstsonntag, in der Vulkaneifel

Corona-bedingt hält sich die Lust, mal für ein paar Tage irgendwo hinzufahren, in Grenzen. Jegliche Umwelt- und Klimavernunft an den Nagel hängend hat es aber heute für eine schöne Tagestour zum Eifeler Mühlsteinwanderweg gereicht.

Der “offizielle” Startpunkt liegt in Mendig am Lava Dome. Um ganz ehrlich zu sein sind aber die ersten Kilometer nicht sonderlich spannend und führen durch Wohngebiete und weitestgehend über asphaltierte Strecken. Das nächste Mal würde ich das Fahrzeug eher oberhalb des Geflügelhofes abstellen oder einen der an der Strecke liegenden Wanderparkplätze ansteuern. Bedingt durch den Pfingstsonntag und das tolle Wetter mit Temperaturen um die 20°C waren selbige auch gut, wenn auch nicht überbelegt. Auf der Strecke selbst waren zwar einige Leute unterwegs, man lief aber auch immer wieder streckenweise niemandem über den Weg. Die Beschilderung ist gut, aber teilweise auch irreführend. Ich war froh, einen GPX-Track auf dem Telefon dabeizuhaben, den ich irgendwo im Netz gefunden hatte.

Die Strecke gabelt sich gegen Ende. Ich bin die Variante bis zum Ettringer Lay gelaufen. Das waren ab Mendig, hin und zurück, gut 19 km. Da die Strecke weitestgehend sehr leicht zu begehen ist, habe ich sie in 4:15 h brutto geschafft. Einerseits ein netter Spaziergang, andererseits etwas schade, dass der Rückweg identisch zum Hinweg verläuft.

Auffällig war, dass in den Hecken und Trockenwiesen relativ wenige Insekten zu beobachten waren. Kaum Schmetterlinge, kaum Fluginsekten, keine Grashüpfer, einfach sehr wenig. Die bewirtschafteten Flächen waren weitestgehend tot. Selbst an den Wegrändern kaum Gräser und Blüten. Teils sind die Felder bis an den Wegrand bebaut und teils waren dann die Grünstreifen auch noch gemäht. Hätte es also doch ein Pflänzlein geschafft, der Intensivlandwirtschaft zu trotzen, so ist es dann doch noch dem Mähwerk zum Opfer gefallen. Die Spinne oben hat sich zwar in der Blüte grundsätzlich einen strategisch günstigen Ort ausgesucht, aber ob sie tatsächlich den gewünschten Besuch erhalten wird, wird ein wenig von ihrer Geduld abhängen.

Restaurierungsarbeiten im Rhododendronpark Kromlau

In der Kromlauer Rhododendronparkanlage finden sich zahlreiche Skulpturen aus Basaltstein. In einem kleinen etwas abseits gelegenen See steht eines der bekanntesten, die Rakotz- oder auch Teufelsbrücke. Sie wird begleitet von der Grotte und den “Orgelpfeifen”.

Das Ensemble befand sich in keinem guten Zustand. Die Grotte war schon vor Dekaden eingestürzt, die Brücke war nicht mehr ganz sicher und die schräg stehenden Basaltstelen standen vielleicht schräger als ursprünglich angelegt.

Seit einiger Zeit wird daher eifrig gebaut, weshalb des See abgelassen und das Areal durch einen Bauzaun gesichert ist. Derzeit sieht man somit vornehmlich Baumaterial und -maschinen, Gerüste und Sicherungsvorkehrungen.

Auch der Parkplatz ist derzeit komplett gesperrt und wird neu angelegt. In dem Zuge ist im Rohbau auch schon ein neues Infohäuschen entstanden. Da der Park frei zugänglich, der Unterhalt die Gemeinde Gablenz jedoch finanziell belastet, vermute ich, sie wird mit dem Parkplatz und Infopunkt versuchen, zumindest einen Teil der Betriebskosten zu decken.

Das Schloss Muskau bei Nacht

Das neue Schloss Muskau ist ein beliebtes Motiv. Für diese Nachtaufnahme konnte ich durch den Sucher fast nichts sehen. Was durch die Langzeitbelichtung dabei herausgekommen ist, sieht ganz anders aus als das, was vor Ort zu sehen war. Das Bild ist ziemlich stark verrauscht, was die Ablichtung fast schon gemäldeartig aussehen lässt. Zur Aufnahme beigetragen hat auch, dass es so gut wie windstill war, so dass sich das Laub nicht bewegt hat und die Wasseroberfläche eine schöne Reflektion erzeugte.

Samsung NX30 Systemkamera mit L18200MB 18-200 mm Reiseobjektiv. ISO 6400, Blende 3,5, 13 Sekunden Belichtungszeit. Ohne Stativ ist das natürlich nicht zu machen. Das Bild ist, abgesehen von der Reduktion der Auflösung für das Web, nicht nachbearbeitet, sondern so, wie es von der Kamera kam.

In gerade einmal 8 Stunden und 38 Minuten quer durch die Republik

Glücklicherweise fahre ich nur ausnahmesweise längere Strecken mit dem Auto, und dann üblicherweise privat, nicht dienstlich. Und so begab es sich, dass ich dieser Tage die seltene Gelegenheit hatte, unser Fernwegenetz einer kleinen Erkundungstour zu unterziehen.

Wie schon an Weihnachten letzten Jahres führte die Strecke von Karlsruhe in die Lausitz. Insgesamt waren das rund 673 Kilometer, die ich heuer in nur noch 8 Stunden und 38 Minuten Nettofahrzeit hinter mich bringen konnte. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sagenhaften 78 Kilometern pro Stunde. Wäre der ein oder andere Stau nicht gewesen, hätte ich wohl sogar noch etwas schneller sein können. Dazu beigetragen hat sicher das beachtliche Verkehrsaufkommen, einige Unfälle bzw. liegengebliebene LKW, vor allem aber die zahllosen Baustellen, die unser Wegenetz derzeit zieren. Was dieser Tage an Brücken und Fahrbahnbelägen erneuert wird, lässt in Kürze, also in wenigen Jahren, auf eine geradezu paradiesisch anmutende Infrastruktur hoffen.

Und den Rückweg von 689 Kilometern habe ich heute sogar in 8 Stunden und 13 minuten geschafft, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 84 km/h entspricht.

Die Freuden der Fahrzeugunterhaltung

Rund 14 Jahre unterhielt ich kein eigenes Fahrzeug. Beruflich tut es ein Dienstwagen, privat war Carsharing vollkommen ausreichend. Einer der Vorteile des Carsharing ist, dass man sich um allfällige Wartungsarbeiten nicht zu kümmern brauchte.

Seit knapp zwei Jahren unterhalte ich wieder ein (gebrauchtes) Fahrzeug. Bei der Auswahl spielten Pannenstatistiken sowie Verbreitungsgrad des Fahrzeugs und des Triebwerks (in der Hoffnung auf ausgereifte Technik und gute Ersatzteilverfügbarkeit) eine Rolle. Seitdem darf ich mich um alle Belange wieder selbst kümmern. Zweimal jährlich Reifenwechsel, einmal jährlich Inspektionsservice, alle zwei Jahre eine Hauptuntersuchung und natürlich die schecht planbaren Reparaturarbeiten.

Letzte Woche fielen dann auch der Reifenwechsel, der Inspektionsservice, ein Batterietausch (die bisherige war wohl noch die ab Werk verbaute), eine defekte Antriebswellenmanschette, neue Zündkerzen sowie der Tausch eines durch Steinschlag defekten Nebelscheinwerfers an.

Den größten Posten bildete allerdings der Tausch einer übersprungenen Steuerkette am 1.4-Liter TSI-Motor. Solche Probleme scheinen leider speziell am Touran gehäuft aufzutreten. Laut Volkswagen seien »die Kettenschäden bei dem mehr als zwei Millionen Mal verkauften 1.4 TSI seien auf einen Produktionsfehler bei einem Zulieferer zurückzuführen«. Dabei handele es sich lediglich »um einzelne Fälle«.

Für mich nicht ganz nachvollziehbar ist zumindest, wieso der Verschleiß nicht bei einer der letzten Inspektionen diagnostiziert wurde, sondern erst im Spätstadium im laufenden Betrieb (Kette ist bereits übersprungen, Aussetzer beim Beschleunigen, Motorkontrollleuchte leuchtete auf) bemerkt werden kann. Im Artikel ist zu lesen: »Ob in einem Auto eine fehlerhafte Steuerkette verbaut ist, kann erst festgestellt werden, wenn der Schaden bereits eingetreten ist.«. Im Rahmen einer Inspektion hätte man sicher auch die Kette prüfen können. Das scheint allerdings keine schnell zu erledigende Sache zu sein. Die Kunden hätten sich wahrscheinlich geweigert, die zusätzlichen Kosten für den Produktionsfehler zu tragen, und VW hat die Kosten gescheut.

Alle Kosten (ich nutze Car Report) für das Fahrzeug aufsummiert (Anschaffung, Zubhör wie Radheckträger, Verschleißmaterial wie Reifen, Wartung, Betriebsmittel, Steuern, Versicherung und Gebühren, Treibstoff) belaufen sich bisher auf knapp 20.200 € oder umgerechnet ca. 1.000 € pro Monat. Die Laufleistung liegt bei rund 31.000 km. Das entspricht Kosten von ansehnlichen 65 ç pro Kilometer. Die defekte Steuerkette, die »eigentlich ein ganzes Autoleben lang halten« soll, schlägt immerhin mit rund 4 ç pro Kilometer zu Buche.

Die Rechnung hinkt natürlich, denn sie tut so, als ob das Fahrzeug schon morgen zu einem wirtschaftlichen Totalschaden würde. Tatsächlich sollte der Wagen aber noch drei bis fünf Jahre seinen Dienst tun.

Der Unterhalt eines privaten Fahrzeugs ist dennoch ein recht teures Vergnügen. In den vielen Jahren Carsharing habe ich sehr selten mehr als 200 € pro Monat gezahlt, meist deutlich weniger. Andererseits unternehme ich heute auch viel mehr mit dem Auto. Dank Heckradträger kann ich heute Radtouren fahren, die ich früher nur sehr umständlich hätte machen können.

Die Guttauer Teiche

Auf dem Rückweg von Bautzen kam ich zufällig an den Guttauer Teichen vorbei, die Teil der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft sind. Die großflächige Anlage besteht wohl schon seit Jahrhunderten und wird offensichtlich bis heute bewirtschaftet. So wurde aus einzelnen Teichen über den Winter das Wasser abgelassen.

Das Areal bietet Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, weshalb hier ein Naturlehrpfad mit verschiedenen Tafeln und Aussichtspunkten angelegt ist. Verblüfft haben mich die überall zu findenden bis zu handflächengroßen Muschelschalen.

Im Schatten der Kühltürme

Nochten liegt relativ eingeschlossen in der Lausitz. Im Südwesten liegt das Kraftwerk Boxberg. Im Süden, Osten und Norden liegen Truppenübungsplätze. Noch weiter nördlich liegt schließlich der Tagebau, dem der Ort den Namen gab. Immerhin liegt seit den 1990er Jahren davor noch der Lausitzer Findlingspark Nochten, in dem man neben blühenden Pflanzen 7000 skandinavische Findlinge sehen kann.

Auf der anderen Seite des Tagebaus liegt Weißwasser, wo man vom Aussichtsturm am Schweren Berg einen Blick über das Gelände werfen kann.

Wer genug vom Tagebau gesehen hat, kann mit der Waldeisenbahn auf Schmalspurgleisen unter anderem bis nach Bad Muskau fahren.

Der Fürst Pückler Park in Bad Muskau

Den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau hatte ich 2011 auf einer Radtour von Zittau nach Usedom bereits kennengelernt. Allerdings hatte es seinerzeit für nicht viel mehr als ein Nachmittagsschläfchen auf einer schattigen Parkbank gereicht.

Bei trüb-kühlem und windigem Dezemberwetter bietet der Park eine gänzlich andere Atmosphäre. Durch das fehlende Laub sieht man viel mehr von den Bäumen. Etliche sind am Absterben und der Windbruch leistet seinen Beitrag. Man kann stundenlang dies- und jenseits der Neiße durch die Landschaft laufen und ständig neues entdecken. Im Park ist es dieser Tage, wie auch in Bad Muskau, ziemlich ruhig. Genau das Richtige, um den Trubel der vergangenen Wochen und Monate hinter sich zu lassen.

Das OpenStreetMap-Datenmaterial bedarf nach wie vor der Hege. Zwar sind die Wege grundsätzlich vorhanden, sie sind aber noch recht grob eingezeichnet und getaggt. Auch sonstige Details fehlen noch. Sollte ich wiedermal vorbeikommen sollte ich vielleicht versuchen, mein geschätztes N900 mit Osm2Go nochmal in Betrieb zu nehmen. Um beim Wandern zu mappen waren die beiden ein ziemlich gutes Gespann, für das ich noch keinen äquivalenten Ersatz gefunden habe.

Der Rhododendronpark in Kromlau

In Kromlau liegt der durch Friedrich Hermann Rötschke begründete Rhododendronpark. Im Sommer dürfte der Besuch wohl eher lohnen als jetzt im Winter, wenn die Vegetation ruht. Auch stand das Wasser in den Seen und Tümpeln recht niedrig, weshalb an eine spektakuläre Aufnahme der Rakotzbrücke nicht ansatzweise zu denken war.

Dafür hat man dieser Tage bei Spaziergängen im ausgedehnten Park seine Ruhe, denn es hatten sich, wohl auch ob des trüben und kühlen Wetters, kaum Besucher eingefunden. Zudem wollte das OpenStreetMap-Datenmaterial weiter verfeinert werden :) .

Kurztrip nach Luxembourg

Echternach in Luxembourg steht schon länger auf meiner ToDo-Liste. Die Gegend versprach neben dem kulturellen Angebot auch schöne Wandertouren. Nachdem uns der Gesetzgeber dieses Jahr mit dem Reformationstag ein schönes langes Wochenende beschert hat, gab es keine Ausflüchte mehr.

Eine schöne Strecke durch die “luxemburger Schweiz” führt durch die Wolfschlucht. Einen Track findet man unter anderem hier. Mit einer wind- und regendichten Jacke ist die Tour auch im späten Oktober noch gut zu gehen. Parken kann man gut hier. An der Texaco-Tankstelle, an der man sich gegebenenfalls noch mit Proviant eindecken kann, geht man ein paar Meter die Straße “Op Troo” bis zum Ende der Kurve hinauf und dann geradeaus weiter durch den Hohlweg bis zur “Montée de Trooskneppchen”. Im Sommer dürfte die Strecke ziemlich überlaufen sein. Jetzt im Spätherbst begegnet man unterwegs nur einer Handvoll Wanderern.

Echternach ist ein geschichtsträchtiger Ort – vieles dreht sich um den heiligen Willibrord. Die Stadt hat aber noch mehr zu bieten, wie beispielsweise die Reste einer römischen Landsiedlung etwas außerhalb des Stadtzentrums.

Auch mittelalterliche Burgen lassen sich einige finden, so beispielsweise le chateau de Larochette. Die Anlage wurde auf eine Art und Weise wiederhergestellt, dass sie wie keine andere ein gutes Gefühl dafür aufkommen lässt, wie das Leben im Mittelalter ausgesehen haben könnte. Trotz der neuzeitlichen Imitationen hatte ich den Eindruck, dass hier besonders wohlhabende Besitzer lebten. Üblicherweise habe ich eher das Bild im Kopf, dass auch die Burgherren im Mittelalter ein recht bescheidenes Leben führten. In Larochette war das Leben möglicherweise vergleichsweise luxuriös.

Auch in Bourscheid ist eine bedeutende Burganlage erhalten. Wer eine Übernachtungsgelegenheit sucht, wird möglicherweise im St. Fiacre fündig. Im zugehörigen Restaurant bekommt man wirklich ein gutes Essen und hervorragenden Service.

Using OsmAnd and Maps.me for a short vacation

For the latest trip I once again used Android apps that make use of Openstreetmap data for offline Navigation. This included three uses: car navigation (routing), hiking support (display a prerecorded track), and finding POIs inside a small town. I used OsmAnd and Maps.me. In short, I prefer the former for hiking and the latter for car navigation. As with any other tool, both have strenghts and weaknesses.

Maps.me

Maps.me focusses on ease of use. Compared to OsmAnd, it is much faster calculating routes. It can also display tracks on top of the map, but only in kml format, not the popular gpx format. Like OsmAnd, it provides synthesized speech output for turn instructions. However, those alone are not reliable enough to reach the destination without deviations. A car mount for the handset is mandatory so that the driver can see the route on the display at crossings.

Unlike OsmAnd, Maps.me stops routing in case the display is switched off. This means the driver cannot switch off the display on highways when the next turn is far ahead. Not to talk about the ability to automatically switch on the display as soon a turn is approaching. That would be great when driving without daylight.

For car routing, Maps.me remains my favourite, mainly due to its overall ease of use.

OsmAnd

OsmAnd feels like a swiss army knife. It can do almost anything one might expect of a mapping application. It features a highly configurable map with several overlays (SRTM contour lines, hillshading, POIs), can import and export tracklogs, supports car, bike, and pedestrian routing and can even warn when violating speed limits. Its routing engine can also cope with stopovers.

Over the years, it became more and more easy to use, despite its many features. On the other hand, those features require a certain amount of controls, while some features are well hidden in some sub menus (I detected one just a couple of days ago).

Its routing engine is rather slow and has difficulties coping with long distances. As a former MoNav developer, I really wonder why none of the routing apps seems to be aware its “realtime” routing engine, which is available for about 7 years now.

Due to its stopovers, I’m still struggling with basic routing like “Just route me back to my hotel.”. In the car mount, the display often is flickering a lot, the handset becomes rather hot and the battery tends draining. Where I love it is during hiking trips. Switch off the phone’s display, put the handset into the pocket and grab it at the next crossing. OsmAnd is still running, did continue to record the tracklog and immediately shows the current location. One can even add waypoints to the current tracklog (though it requires a couple of clicks). I simply love it for that purpose.

OsmAnd also warns about railroad and pedestrian crossings. The latter ones became rather annoying in case multiple of them follow each other. At leat OsmAnd should not announce the next before the first was passed. The current implementation made me mute the car’s hifi system completely.

I got the impression that the POIs in OsmAnd only contain POIs which are present as nodes in the openstreetmap data set. POIs that are mapped as polygons (e.g. shelters while hiking or churches) are not part of the POI set.

Phantom turn instructions

Both OsmAnd as well as Maps.me provide phantom turn instructions. I haven’t figured out yet what is causing those issues, but since both applications suffer from it, it is likely based in the OpenStreetMap data set. Unfortunately, I haven’t figured out the reason yet.

What happens is that both apps tend to say something like “turn left” or “turn slightly right” while driving on a road where no crossing exists at all. I observed this behaviour every now and then, e.g. excessively between this point and Echternach a couple of days ago. Checking the data didn’t show any abnormality, except that the street’s path contains some very short segements every now and then.

Maps.me also suffers from this issue. Today it two times told me “turn left” – in the middle of a highway bridge (like the Sauertalbrücke). A driver following such instructions should face the consequences :) . Unlike the aforementioned way, the bridge does not contain short segments, so I have no clue what actually is causing those mysterious turn instructions.

Spontaneous Xmas Vacation 2015

After intense working days during november, I once again decided to leave germany during the christmas break by visiting Madeira. As last year, I tried to go hiking each day. Again most trips have been inspired by madeira-tipps.de (german language). Thanks a bunch to Oliver.

From Achada do Teixeira (1592 m) to Pico Ruivo (1862 m)

This is a convenient trip from a parking lot over a paved respectively stepped path. Hiking clothing is recommended anyway.
The path was not that crowded as expected, I guess mainly due to the foggy and cool weather conditions. At the end, near the Pico Ruivo shelter, more people populated the hill, since two other paths joined.

From Christo Rei to Fatima chapel (near Rabacal)

One more convenient trip, following the Levada do Paul. Most of the time there is direct sunlight, e.g. no trees. One passes, besides other things, a solar power plant and some rock caves. This trip provides some great views over the Atlantic Ocean.

There were not many other hikers populating this trail. One way requires about 1 hour.

From Encumeada pass to Folhadal

I’ve been here last year. The levada do Norte splits after a couple of meters. I followed the left hand branch, avoiding the branch that leads through a long tunnel. This time the tunnel was due :)
.

The tunnel is rather straight, so one can always see the light at the end. At both ends, the tunnel is more narrow than in the middle. In case other hikers already pass the tunnel in the opposite direction, there is no need to wait until they passed. There’s enough space inside.

The landscape on the other side of the tunnel is much different. It’s cooler and more humid.

Following the levada, soon the next longer tunnel will appear, where I returned. On the left hand side of its entrance, a nice fall invites for a rest.

From Rancho Madeirense to the Parque das Queimadas

This section of the way along the Levada do Caldeirao Verde is more than convenient. It’s just a leisure walk, ending at the Parque das Queimadas where you’ll find some picnick places and a toilet.

Optionally one can follow the levada further, but I made this a separate trip.

From Pico Aieiro to Pico Ruivo

This is the counter part of the abovementioned trip to Pico Ruivo. The path bifurcates in the middle section and is paved respectively stepped up to that point. The western part was closed during my visit, so I had to take the same way forth and back. After the crossing, the surface consists of ground, but is convenient to walk anyway.

There are a couple of tunnels to pass, some short, some longer. A torch is recommended.

During my visit, there was bright sunlight and some light wind – almost perfect. During the evening hours I noticed I didn’t cover my head during the trip. Ouch. Be warned :) .

From Parque das Queimadas to Caldeirão Verde

This trip is listed at madeira-tipps.de, but a description page is missing. It is the complement to the abovementioned tour from Rancho Madeirense to the Parque das Queimadas.

Appearently this levada is a very popular one. Today it was releatively quiet, but I met about 10 other hiking parties anyway. To be honest, it is really a nice trip. It features many aspects a levada hiker likes – nice old trees, the path sometimes covered with roots or stones, often leading over the top of the levada wall, deep cliffs, several tunnels, bridges, humid rocks covered with plants and a really nice fall at Caldeirão Verde.

The trail even further follows a levada up to the Caldeirão Inferno. I saved it for the next stay :) .

From Christo Rei along the levada do Paul

This trip was planned as a complement to the abovementioned trip from Christo Rei to the Fatima chapel. I hoped the clouds were low enough to get some sunshine at the upper regions of the island. Unfortunately, this was not the case. The trip was baffled by extreme fog and wind at Paul da Serra. A german proverb is like »Wie wir sehn, sehn wir, dass wir nichts sehn.« (translates to something like »As we can see, we do see, that we don’t see anything.«).

SAMSUNG CS

The perfect occasion for a lazy day :) .

Balcoes

Ribeiro Frio appears to be a hiking center; major hiking routes cross the village, there are a couple of picnick sites in the surroundings, and the main street is well covered with parking cars.

The trip along the levada »Serra do Faial« to the viewpoint »Miradouro dos Balcões« is short but nice, though the levada to the Balcoes currently is out of operation.

Samsung Galaxy S3 as a GPS receiver

It was a mistake to leave my beloved Nokia N900 at home. Together with osm2go it still is the perfect on-site mapping gadget.

Instead I only had a Samsung Galaxy S3 with me. Its GPS receiver is rather poor and often cannot provide positioning data. It somehow works in the car (though not perfectly). But when hiking, even when placing it on top of the knapsack, it almost never got a GPS fix.

Osmand as a mapping application

I used osmand on the S3 for the following:

  • Car routing from the accomodation to the hiking destination.
  • Display the hiking trip as a GPX tracklog on top of the map.
  • Write a tracklog of the hiking trip and display it on top of the map.
  • Insert waypoints into the tracklog, to as to add mapping details to the openstreetmap data set at home.

For unkown reasons, Osmand was able to display the recorded track as long as I was in the car to the hiking destination. But as soon as I arrived there, osmand stopped routing (great) and it also stopped displaying the recorded trip on top of the map. I checked all preferences but didn’t find any option like ”Always display tracklog, even when no navigation is performed.”. Back at home I had to notice that Osmand did not only deny to display the track. It even didn’t record any trackpoints. It did, however, record the remarks I typed for mapping purposes.

I’m still scratching my head because I do not know what I did wrong so as to loose my tracklog data. It’s a pity when you record trips far away from home and you notice nothing was recorded back at home. Fortunately at least my annotations have been saved to the tracklog, so I was able to edit some minor details in the OpenStreetMap data set.

Camera

I still use the Samsung NX30 and I am quite pleased with it. However I adapted based on last year’s experience.

  • The lens I used last year was the EX-T50200CSB 50-200 mm. I much missed a wide angle. Thus I meanwhile bought the L18200MB 18-200 mm, despite its price tag. AFAIR I once read in a review that it is the “weakest Samsung lens so far”. Yes, it is not the best lens. But it allows me to go hiking without hte need to carry further lenses. Frankly, the quality is not the best. But I really enjoyed to have a lens with such an amazing zoom range at my fingertips.
  • Last year I left the tripod at home, so as to save luggage weight. I often missed it. This year the ball head was with me – and of great use, especially for taking pictures with longer exposure times (tunnels, water, fog).
    1. Verdict

      I didn’t expect so much fun. I thought I’ve seen the most interesting hiking trails last year. I learned that there was enough left to see, and I know there is still enough left for one further visit :) .

Grentry – via ?????

Nach der ein oder anderen griechischen Insel war dieses Jahr Rhodos fällig. Im Vorfeld plante ich ein paar “Points of Interest” aus dem Netz zu laden. Ich fand jedoch überraschenderweise keine elektronischen Geokoordinaten, weshalb ich sie händisch als GPX-Datei erstellt habe.

Nachfolgend einige der aufgesuchten Ziele vor Ort.

Continue reading

Neulich, auf der A81

Heute wurde ich leider mal wieder Zeuge einer üblen Drängelei. Auf der rechten Spur befand sich vor mir ein Fahrzeug, das gerade von einem anderen überholt wurde.

Auf der linken Spur näherte sich mit hoher Geschwindigkeit eine schwarze Liousine eines Untertürkheimer Anbieters. Er fuhr auf das überholende Fahrzeug sehr dicht auf, hatte den Blinker links gesetzt und betätigte die Lichthupe mehrfach mit hoher Frequenz.

Nachdem das überholende Fahrzeug auf die rechte Spur gewechselt war, wechselte das drängelnde Fahrzeug ebenfalls auf die rechte Spur und schnitt das andere Fahrzeug dabei extrem knapp.

Wäre ich schneller gewesen, hätte ich mir die Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge gemerkt. Ich wurde selbst ebenfalls auf der A81 vor einigen Jahren genauso bedrängt. Von einer Anzeige riet der freundliche Polizist seinerzeit jedoch ab – es käme nichts dabei heraus.

Gegenseitige Rücksichtnahme ist ein elementarer Grundsatz im Straßenverkehr. Sofern es die Verhältnisse zulassen, fahre ich gelegentlich auch zwischen 140 und 180 km/h. Bei solchen Geschwindigkeiten muss ich jedoch eine ganz besondere Verantwortung in Bezug auf die Rücksichtnahme auf alle anderen Verkehrsteilnehmer übernehmen. Andernfalls sollte ich meinen Führerschein abgeben.

Automobiltechnik, die mich nicht begeistert

Kürzlich hatte ich für eine Fahrstrecke von rund 700 km über Stadtmobil einen VW Golf gebucht. Wenn man kein eigenes Fahrzeug unterhält, an das man sich gewöhnen kann, sondern immer wieder unterschiedliche Fahrzeuge nutzt, fällt es besonders auf, wenn man nicht intuitiv und spontan zurechtkommt.

Telefon

Mein Telefon wollte ich mitnichten an die Bordelektronik koppeln – weder wollte ich telefonieren, noch wollte ich Musik hören. Unangenehmerweise hatte der Vorbucher selbiges genutzt. Das Fahrzeug suchte daher verzweifelt erst nach diversen Geräten von Vorbuchern (die ich persönlich nicht kenne) und anschließend nach einer Reihe von Standardgeräten. Die Anzeige zwischen Drehzahl- und Geschwindigkeitsmessgeräten liegt dummerweise ziemlich zentral, weshalb die ständigen Wechsel der Meldungen extrem vom Verkehrsgeschehen ablenken.

Somit ist man versucht, die Meldung loszuwerden. Das ist mir teilweise gelungen. Im Armaturenbrett findet sich eine große Schalkfläche, die mit “Phone” beschriftet ist. Nach einigem Herumgeklickere ist es mir zwar nicht gelungen, den Wagen davon zu überzeugen, sich überhaupt nicht für irgendwelche Telefone zu interessieren, aber immerhin habe ich es durch Abschalten der Bluetooth-Konnektivität geschafft, dass die Anzeige einen statischen statt einen dynamisch wechselnden Text anzeigt. Das ist doch schomma was.

Ich habe allerdings keine Ahnung, ob diese Anzeige jetzt die nächsten fünfzehn Lebensjahre des Fahrzeuges verbleiben wird. 15 Jahre, in denen sich der Bluetooth-Standard sicher ändern und diese Einrichtung voraussichtlich unbrauchbar machen wird.

Geschwindigkeitsregelanlage

Ich bin ein großer Freund des Tempomats. Er hilft Treibstoff und Knöllchen sparen. Da Tachometer qua gesetzlicher Anforderung eher vor- denn nachgehen, stellt man natürlich gerne etwas mehr ein als das Hinweisschild anzeigt. Statt 80 km/h also 85 und statt 100 km/h 108. Wobei diese Maßnahme der Drängelei der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer keinen Abbruch tut, aber das nur am Rande.

In einem Golf kann die Einheit schonmal aus einigen nützlichen Steuerelementen am Lenkrad bestehen, die zusätzlichen Geber wie Gas- und Kupplungspedal nicht mitgerechnet. Im Lenkrad finden sich 7 (in Worten: sieben) Bedienelemente. Wobei die Plus- und Minustasten doppelt belegt sind und zudem unterschiedlich reagieren. Macht also schon 9. Die Lernkurve ist somit recht steil. Eine intuitive Bedienung ist nicht gegeben.

Besonders die Plus-Minus-Regler machen mir zu schaffen. Denn sie verhalten sich unterschiedlich. Kurzes Drücken regelt die Zielgeschwindigkeit in Zehnerschritten. Fein. Langes Drücken regelt die Zielgeschwindigkeit in Einerschritten. Auch fein. Gewöhnungsbedürftig ist, dass der Vorwärtsregler sich unterschiedlich verhält. Bei den Zehnerschritten wird zur Zielgeschwindigkeit hinzuaddiert. Fein. Bei den Einerschritten wird jedoch zur Momentangeschwindigkeit hinzuaddiert. Die zuvor in Zehnerschritten angepeilte Zielgeschwindigkeit springt also wieder komplett auf die Momentangeschwindigkeit zurück. Das überraschte mich.

Ferner regelt die Anlage nicht tatsächlich die Geschwindigkeit. Wenn ich auf der Landstraße mit 100 fahre und dreimal die Minustaste drücke, dann bremst ein Audi tatsächlich auf 70 km/h herunter. Sehr schön. Ein Golf mit 9 bzw. 11 Steuerelementen jedoch nicht. Insofern ist eines der Hauptnutzungsszenarien, nämlich das Vermeiden von Strafzetteln, nicht gegeben.

Reifenluftdrucksensoren

Kürzlich hatte ich den Firmenwagen zwecks Reifenwechsels in der Werkstatt. Die Gelegenheit war günstig, denn der Wagen erinnerte mich seit einigen Tagen bei jedem Einschalten der Zündung an den anstehenden Service, und die Frontschutzscheibe war durch einen Steinschlag lädiert.

Nach dem Abholen meldete der Wagen auf dem nächsten Weg zum Kunden einen Druckverlust. Ich habe also die Autobahn verlassen und den Druck geprüft. Alles in Ordnung eigentlich. Also neuen Termin vereinbart. Nicht ganz ohne Überheblichkeit bekam ich dann gezeigt, wie ich den derzeitigen Wert als Referenzwert im Wagenrechner hinterlegen kann. Hätte ich den Reifenwechsel selbst durchgeführt, wäre das sicher meine Aufgabe gewesen. Aber so? Naja…

Von der Lust, selbst ein Fahrzeug zu kaufen

Vorhin las ich in einer Nachrichtenmeldung, dass im Vergleich zu den 90er Jahren heute viel mehr Fahrzeuge von Firmen als von Privatpersonen zugelassen würden. Das wundert mich nicht. Die heutigen Fahrzeuge sind übersät mit Funktionen, Schaltern, Knöpfen und Displays, deren Bedienung mich schlicht und ergreifend nur nervt. Meinem Firmenwagen würde ich beispielsweise gerne abgewöhnen, das Radio bei jedem Starten automatisch einzuschalten. Trotz mehrmaligem Geklickere in den Fahrzeugmenüs habe ich es nicht hinbekommen. Das mag meiner Faulheit, das Wagenhandbuch zu lesen, geschuldet sein. In Zeiten von Smartphone und Apps möchte ich sowas jedoch ohne Lesen der Dokumentation hinbekommen können.

Ich habe das Gefühl, dass wir in der Softwareentwicklung trotz Smartphones noch immer einen weiten Weg vor uns haben, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und tatsächlich das zu schaffen, was wir gerne mit dem englischen Begriff »Value« zu umschreiben versuchen.

Ich bin dankbar darum, über Stadtmobil so viele verschiedene Fahrzeuge nutzen zu können. Keines davon überzeugt mich, und meine Lust, selbst eines zu kaufen, tendiert gegen null.