Neulich, am Kölner Hauptbahnhof

“Werte Fahrgaeste, unsere Abfahrt verzögert sich ca. 30 Minuten, weil wir auf den zweiten Zugteil warten.”

Dem Ruck nach zu urteilen wurde der vermisste Zugteil inzwischen aufgefunden :) .

Grunz. “Aufgrund einer technischen Störung verzögert sich unsere Abfahrt um wenige Minuten…” – jetzt ohne Zeitangabe.

“Wir unternehmen jetzt einen zweiten Kupplungsversuch…”. Die Mitreisenden sind nicht so entspannt wie ich es bin.

Die Reisenden nach FFM steigen in den ICE um, der inzwischen planmäßig am Gleis gegenüber steht. Die Beinfreiheit erhöht sich :) .

Licht aus, licht an. Repeatedly.

Oh. Es geht endlich los.

Wir fahren. Licht geht weiter an und aus. “Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund einer technischen Störung…”. Die Reisenden, die gerne lesen möchten, sind genervt. Ich muss an Blinkenlights denken.

Auf der A3 können wir einen saftigen Stau bewundern.

Wir stehen irgendwo zwischen FFM und Mannheim #weichenstörung

“Sehr geehrte Fahrgäste, wir werden Mannheim mit einer Verspätung von 40 Minuten erreichen.” Das wird bei der momentanen Durchschnittsgeschwindigkeit von 0 km/h sicher spannend… :)

“Sehr geehrte Fahrgäste, wir werden Mannheim um 22:05 erreichen.” Ich halte das ob des stehenden Zuges für ein gewagtes Commitment. Oder ist es ein Forecast? Egal…

Mittlerweile ist es 22:05. Wir stehen noch immer irgendwo zwischen FFM und Mannheim. Wir überlegen, ob wir mit den Fahrgästen aus den Zügen vor und hinter uns eine Weichenreparaturparty veranstalten sollten.

Ein Zugbegeleiter stöhnt entnervt ins Telefon »Was? Ja wenn die noch immer nicht da sind…«

Ein sichtlich angespannter Zugbegleiter kontrolliert im stehenden Zug die Fahrscheine…

Inzwischen fahren wir wieder und haben die kaputte Weiche in Groß Gerau hinter uns gelassen. Der Zugbegleiter ist gleich viel entspannter. Die Reisenden nach München und Tübingen sind ebenfalls entspannt, denn ihr Anschluss-ICE befindet sich hinter uns. Der Zugbegleiter äußert sich defensiv: »Sehr geehrte Fahrgäste, wir bewegen uns auf Mannheim zu…«. Gruntz. George Gruntz. RIP BTW.

Reisende, die nicht mehr nach Hause kommen, können sich am Bahnsteig an das Servicepersonal wenden #service

Die meisten Mitreisenden sind in Mannheim ausgestiegen, ein paar wenige steigen ein. Ein Mitreisender will von mir wissen, wieso ich so gut drauf sei. Ganz einfach. Weil alles andere nichts bringt und nur für zusätzlichen Streß sorgt. Überzeugt sieht er nicht aus :) .

23:20 – nach einem 16-Stunden-Tag mit ca. 140 Minuten Verspätung zurück in Karlsruhe. Müde und hungrig begeben wir uns zu einem Feinkostrestaurant direkt im Bahnhof #excellentfacilities

23:40 – Ich bringe meine Begleiterin zum Zug nach Rastatt. An Feierabend ist noch nicht zu denken, denn ich wollte noch ein sinnloses Blogposting verfassen…

Fazit: Lieber 2h+ Verspätung im ICE als auf der Autobahn im Stau. Dabei immer locker und geschmeidig bleiben :) .