Neulich, als der Staat gerne wissen wollte, wer wann wohin fährt

Spiegel online und tagesschau.de berichten übereinstimmend, dass ein Verdächtiger, der in den letzten Jahren äußerst häufig Autotransporter beschossen haben soll, gefasst sei.

Der Täter sei »durch eine großangelegte Datenerhebung« ermittelt worden, wozu die Ermittler »an strategischen Stellen verdeckte Kennzeichenlesegeräte« nutzten, um »in großem Stil die Daten der vorbeifahrenden Fahrzeuge« zu ermitteln. »Dabei wurden auch die Daten von nahen Mobilfunkmasten einbezogen«.

Einerseits ist der Fahndungserfolg natürlich zu begrüßen. Andererseits wirft die Vorgehensweise auch einige interessante Fragen auf. Die Antwort der Befürworter ist vorauszusehen: »Wer sich nichts hat zuschulden kommen lassen, hat ja nichts zu befürchten«. Stimmt. Zumindest solange, als unsere Demokratie halbwegs funktioniert.

Mich würde interessieren, welche technischen Vorrichtungen zur Erfassung der maschinenlesbaren Kennzeichen tatsächlich genutzt wurden. Ich habe da so einen Verdacht. Falls wir irgendwann eine nicht mehr ganz so demokratische Regierung bekommen sollten, ließe sich ganz offensichtlich sehr einfach ermitteln, wohin der ein oder andere nicht ganz so linientreue Mitbürger reist. Und das finde ich nicht gerade beruhigend.

Edit 1:

OK, die naheliegendste Lösung wurde angeblich nicht genutzt. Was nichts daran ändert, dass die Vorgehensweise per se äußerst interessant ist.