Wenn der Erhalt der Infrastruktur in einer Industrienation zum Problem wird

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Selbst als Wenigfahrer, der kein eigenes Kraftfahrzeug unterhält und keinem Automobilclub angehört, wundere ich mich manchmal über den Zustand unseres Wegenetzes. Zumal ich durch die Mitarbeit an OpenStreetMap viele Wege unter einem ganz eigenen Blickwinkel gesehen habe.

Sehe ich eine Geschwindigkeitsbeschränkung mit dem Hinweis »Straßenschäden«, denke ich oft an das Prinzip »Don’t manage bugs. Fix them.« aus der Softwareentwicklung. Andernfalls häufen wir Schulden an, die wir irgendwann nicht zurückzahlen können.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Torsten Albig das Postulat nach einer Sonderabgabe von “Zusätzlich 100 Euro im Jahr” für alle Autofahrer wirklich als ernsthaftes Ziel anstrebt. Die ablehnenden Reaktionen waren zumindest vorhersehbar. In einem Beitrag des Deutschlandfunks wurde vielmehr darauf verwiesen, dass er damit wohl eher die Regierung dazu nötigen wollte, sich zu den unzureichenden Finanzmitteln zu äußern. Der Bundesrechnungshof wiederum moniert, dass die Mittel grundsätzlich vorhanden seien, statt in die Wartung aber zu oft in Neubauten flössen.

Der Erhalt unseres Wegenetzes und die Sanierung von Brücken, die bei der Erstellung für eine Gebrauchsdauer von 40 Jahren ausgelegt wurden, ziehen jährlich Fixkosten nach sich, die sich grob quantifizieren lassen. Steht weniger zur Verfügung, sollten mögliche Konsequenzen erörtert werden. Sollte sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern, könnte das durchaus auf eine Sonderabgabe hinauslaufen. Oder aber auf unbrauchbare Straßen.