Scheimpflugsche Regel? Balgengerät? Shift? Tilt? Bahnhof?

Inzwischen bin ich tiefer in die Photographie eingestiegen als ich je erwartet hätte. Zugegebenermaßen beschäftigt mich die Makrofotografie am meisten. Man macht Dinge sichtbar, die man im Vorübergehen nie gesehen hätte. Nur gelegentlich streife ich die Landschafts- oder auch Architekturfotografie.

Bei dem ein oder anderen Schnappschuss frage ich mich dennoch, wieso das so komisch aussieht, wie beispielsweise die unschönen stürzenden Linien an Gebäuden.

Dieser Effekt entsteht durch das Neigen der Kamera nach oben und lässt sich nachträglich in einer Bildbearbeitungssoftware korrigieren. Oder aber gleich bei der Aufnahme – mit einem geeigneten Objektiv.

Üblicherweise sitzt das Objektiv zentriert und senkrecht vor der Abbildungsebene, also dem Film bzw. dem Sensor. Als normaler Knipser kommt man überhaupt nicht auf die Idee darüber nachzudenken, ob es auch anders sein könnte.

Das kann es. Die theoretische Grundlage bildet die Scheimpflugsche Regel, die praktische Umsetzung ermöglicht ein Balgengerät oder Tilt-Shift-Objektiv. Frank Faulstich zeigt recht schön, was mit letzterem möglich ist. Ich nehme an, er bezieht sich auf dieses Walimex-Objektiv zu knapp 1000 €. Das ist zwar absolut gesehen ein Haufen Geld, aber als Preis für ein solches Spezialobjektiv fast schon ein Schnäppchen.

Glücklicherweise brauche ich sowas nicht oft genug, als dass sich eine Anschaffung lohnt. Ich bin dennoch nach wie vor verblüfft, was es so alles an technischen Spielsachen gibt.