Stadtmobil – heute mal ein neuer Mini

Das Schöne an Stadtmobil ist, dass man immer mal wieder andere Fahrzeuge buchen kann. Allerdings bin ich in Sachen Auto ein ziemlicher Pragmatiker und habe daher bestimmte Vorstellungen eines nützlichen Fahruntersatzes. In allererster Linie sollte ein Fahrzeug intuitiv bedienbar sein. Je mehr die Hersteller auf Bildschirme in den Fahrzeugen setzen, desto weniger ist das der Fall. Zudem hört es bei den Bildschirmen nicht auf. Auch sonstige Steuerelemente werden immer zahlreicher, gleichzeitig aber wenig einleuchtend untergebracht, während die Piktogramme oder gar Beschriftungen, gerne Akronyme englischer Begriffe, den Rest beitragen (BC steht bestimmt für Breath Controller, weil einem manchmal die Sprache wegbleibt ;-) .

Das trifft auch auf den Mini an der Station Hohenzollernstraße zu, der vor 4000 Kilometern gegen ein neueres Modell ausgetauscht wurde. Waren beim Vorgänger die Steuerelemente und Kontrollinstrumente schon gewöhungsbedürftig genug, ist das Nachfolgemodell weder schöner noch praktischer geworden. Bei Drehzahl-, Geschwindigkeits- und Tankfüllstandsanzeige beschleicht mich gar der Verdacht, sie seien vorsätzlich noch unschöner als beim Vorgänger gestaltet.

Wenn im Gegensatz zum Vorgänger der Schlüssel nicht mehr in einen Schacht eingeschoben wird, mag der ein oder die andere das praktisch finden. Ich nicht. Wenn das Einschalten des Radios mehrere Minuten Klickorgie erfordert, mag man mir vorwerfen, ich sei zu alt und könne nunmal mit Rechenanlagen nicht umgehen. Wenn sich das Handbuch darüber ausschweigt, wie man die Zündung abschaltet (passiert automatisch beim Verschließen des Fahrzeugs mit der Funkfernbedienung), mag man mir Technikfeindlichkeit vorwerfen. Und wenn der Vorbucher (mutmaßlich) vergessen hat, die Türen zu verschließen, und ich als Folgebucher eine häßliche Meldung auf dem Display sehe, weil die Batterie durch die laufende Zündung fast leergelaufen ist und dadurch die Nutzung des Radios wirkungsvoll unterbunden wird, mag man mir Nörgelei vorwerfen. Über die Lichtorgel rund um das Zentraldisplay äußere ich mich lieber erst gar nicht :) .

Unschön fand ich auch, dass die Scheibenwischer bei kurzfristigem Verlassen des Fahrzeuges bei abgeschaltetem Motor weiterlaufen, sofern man die Zündung nicht durch Verschließen des Fahrzeuges abschaltet.

Letztendlich aber bucht man ja ein Fahrzeug nicht, um über das Interieur und die Elektronik zu lästern, sondern um möglichst angenehm von A nach B zu kommen. Wie fährt er denn nu, der Mini?

Zwischendurch fahre ich die Kisten immer wieder mal gerne. Auf der Autobahn zieht er gut was weg, und gefühlt haben auch die durch die steile Frontscheibe bedingten Fahrgeräusche im Vergleich zum Vorgänger abgenommen – aber ich kann mich täuschen. Auf den schmalen Straßen auf dem Weg zur Schwarzwaldforelle machen Fahrwerk und Lenkung wirklich mal Spaß. Als Alltagsfahrzeug würde ich den Mini aber nicht kaufen. Da wäre ich eher bei einem unaufgeregten Golf oder so. Ich fahre nämlich eher extrinsisch motiviert. Mjam.

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