Herbsturlaub während massiv steigender Infektionszahlen


Projektbedingt hatte ich den Herbsturlaub um eine Woche verlegt – im Nachhinein betrachtet nicht die klügste Entscheidung. Am Freitag fand aufgrund der dieser Tage massiv steigenden Infektionszahlen ein Krisengipfel zwisdhen Bund und Ländern statt. Interesssnterweise hoben einzelne Länder dennoch am Samstag ihre Beherbergungsverbote auf. Ich habe mir daher eine Destination gesucht, die ähnlich dem Stadtkreis Karlsruhe noch nicht allzusehr von der derzeitigen Entwicklung betroffen war. Die Lage hat sich aber bis heute auch dort verschlechtert.

Mittlerweile meldete sich die Kanzlerin per Video. Eindringlich bitttet sie darin mehr oder minder um einen freiwilligen Lockdown. Unter anderem sollen die Büger sowohl ihre Kontakte als auch ihre Reisetätigkeit auf das absolut Notwendigste reduzieren. Man kann ihre Aussagen dahingehend interpretieren, dass das vorausgegangene Treffen mit den Länderchefs nicht in den gebotenen Maßnahmen mündete.

Für mich sind ein paar Dinge unverständlich.

  • Die Fallzahlen steigen seit Wochen in allen Ländern Europas. Deutschland hinkt, diesmal könnte man fast sagen zum Glück, zwar etwas hinterher, aber die Entwicklung ist offensichtlich. Die lange befürchtete zweite Welle ist längst da und schlägt mit voller Energie auf. Die Maßnahmen, die wir heute ergreifen, weden frühestens in zwei bis vier Wochen Wirkung zeigen. Wir werden somit noch einige Wochen lang beobachten können, wie extrem sich die Fallzahlen erhöhen, wenn wir nichts oder zu wenig tun.
  • Mir ist nicht klar, wieso die Fallzahlen europaweit so massiv steigen. Nach wie vor nutzen wir alle im ÖPNV, Geschäften und sonstigen öffentlichen Bereichen mit hoher Menschenkonzentration die üblichen Nase-Mund-Bedeckungen. Wenn die Infektionszahlen europaweit steigen, dann heißt das für mich, dass es schlicht noch zu viele Gelegenheiten gibt, bei der sich Infizierte und noch nicht Infizierte ungeschützt zu nahe kommen. Gesch[äü]tzte Mitbürgerinnen und Mitbürger, wie kann das sein?
  • Wer schon lange mal wieder ein Café ohne lästige Desinfektionsmittel im Eingangsbereich, Abstandsregeln oder Mund-Nase-Bedeckungen besuchen wollte, der wird in Görlitz am Obermarkt fündig. In der Stadt halten sich eigentlich alle an die Regeln, aber es gibt ganz offensichtlich Ausnahmen.
  • Wer aus beruflichen Gründen den ganzen Tag eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss, ist natürlich deutlich belastet. Bei anderen Mitbürgern, die die Bedeckung nur temporär tragen müss(t)en und das durchweg ablehnen, kann ich nur den Kopf schütteln. Die Dinger sind billig, leicht, gut mitzuführen, problemlos zu tragen und helfen massiv, das Infektionsgeschehen zu begrenzen.

Nachdem die Situation so kritisch verläuft, bin ich heute zurückgereist. Die Fallzahlen steigen vor allem in den Kreisen südlich einer gedachten Linie von Cloppenburg bis zum Erzgebirgskreis. Im Stadtkreis Karlsruhe sind wir mit einer Inzidenz von rund 26 noch relativ gut ‘dran. Das wird aber voraussichtlich in wenigen Tagen nicht mehr so gut aussehen.