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Anything that belongs to (making) Music

Werke von Kerckhoven und Pachelbel

Heute vor zwei Wochen habe ich drei Werke von Kerckhoven und Pachelbel gespielt. Das Erarbeiten hat ein Dreivierteljahr in Anspruch genommen, und ich bin mit dem Resultat noch nicht ganz zufrieden. Während dieser Zeit habe ich mich intensiv mit den Stücken auseinandergesetzt und eine Menge gelernt.

Abraham van den Kerckhoven (1618-1702)

Die Musik des Organisten aus Brüssel ist zweifelsohne für französische Instrumente geschrieben. Gleichzeitig lassen sich aber auch deutlich die Einflüsse der norddeutschen Komponisten erkennen. Insofern kann er als Brückenbauer zwischen beiden Traditionen gelten.

Viele seiner Werke sind in einer handschriftlichen Sammlung von Jacobus Ignatius Josephus Cocquiel aus dem Jahre 1741 überliefert, die kurz als das »Cocquiel-Manuscript« bekannt ist. Im International Music Score Library Project findet sich davon ein moderner Notensatz.

Fantasia (in c)

Dieses Stück hatte ich bereits letztes Jahr gespielt. Es ist deutlich kürzer als die beiden nachfolgenden und findet sich als Nummer 352 im Cocquiel-Manuscript. Ich habe es, genauso wie François Houtart, mit einem Fond d’orgue, allerdings etwas schneller gespielt.

Fantasia (in d)

Das Stück findet sich als Nummer 356 im Cocquiel-Manuscript. Eine typische Klangfarbe eines französischen Instrumentes ist das «Cornet». Als Soloregister ahmt es das Blasinstrument «Zink», der bis ins Frühbarock hinein verbreitet war, nach. Das Register ist ziemlich aufwändig gebaut. Pro Taste besteht es aus fünf Pfeifen, die die natürliche Obertonreihe nachbilden (Grundton, Oktave, Quinte, Superoktave, Terz). Im Instrument steht das Cornet nicht mit allen anderen Pfeifen auf der Windlade, sondern ist erhöht direkt hinter den Prospektpfeifen angebracht, so dass es durch diese hindurch direkt in den Kirchenraum abstrahlen kann. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Kornett nur im Diskant, also der oberen Hälfte der Tastatur, ausgeprägt ist.

Ich habe mir verschiedene Aufnahmen angehört, etwa die von Koos van ‘t Hul, Niels-Jan van der Hoek, Jacques van Oortmerssen oder Nico Declerck.

Da die Sechzehntelnoten, so sie binär gespielt werden, ziemlich hart auf den Hörer einprasseln, habe ich mich dazu entschieden, sie als Notes inégales zu spielen. Zudem versuche ich, das Cornet so zu spielen, als sei es ein Blasinstrument. Ich habe daher auch die Noten für meine Zwecke neu gesetzt, um sie leichter lesbar zu machen sowie Ornamente, Phrasierungsbögen, “Atempausen” und Fingersätze einfügen zu können.

Prelúdium & Fúga

Das Stück findet sich als Nummer 360 im Cocquiel-Manuscript. Einen großen Teil des Stückes bestimmen zuerst ruhige Achtel- und Sechzehntelnoten. Der folgende Teil setzt sich davon rhythmisch deutlich ab und ist rein manualiter gehalten. Das Stück endet in einem Schlussteil, der wieder dem ersten Teil ähnelt. Ich habe mir mehrere Aufzeichnungen angehört. François Houtart spielt das Stück komplett mit den Grands Jeux. Jos van Immerseel spielt es komplett ohne Zungen.

Im Gegensatz zu den beiden Aufnahmen habe ich mich auch hier dafür entschieden, die Sechzehntelnoten als Notes inégales zu spielen, was dem Stück eine komplett andere Prägung gibt. Für den ersten Teil verwende ich ein Plein Jeu im Hauptwerk und für den zweiten ein Grand Jeu im Positif. Für den Schlussteil kopple ich die Werke zusammen und nehme die 8′-Trompeten im Hauptwerk und im Pedal hinzu.

Johann Pachelbel (1653-1706)

Die Chaconne in f-Moll wird als Spätwerk des Nürnbergers angesehen und dürfte mit eines seiner populärsten Stücke sein. Ähnlich einer Passacaille basiert eine Chaconne auf einem Ostinato, einer sich ständig wiederholenden Tonfolge. Im vorliegenden Stück handelt es sich um die immer gleichen vier Töne im Pedal, die das Stück „zusammenhalten“. Dieses Ostinato wird nur an wenigen Stellen unterbrochen.
Darüber baut Pachelbel nacheinander insgesamt 22 verschiedene Variationen auf, von denen die meisten je einmal wiederholt werden.

Das Stück lebt von der Reduktion auf das Wesentliche. Über weite Strecken ist es nur drei-, manchmal nur zwei- oder gar einstimmig. Ich habe mich daher auch bei der Registrierung bewusst zurückgehalten. Im Pedal nehme ich nur einen 16′, im Hauptwerk Bourdon 8′ sowie Prinzipal 8′ und im Rückpositiv Bourdon 8′ und Flöte 4′. Allerdings wechsle ich recht häufig die Manuale.

Aufnahmen

Ich habe ein paar Aufnahmen vom Üben vorliegen. Keine davon ist jedoch so gut, dass ich sie ins Netz stellen würde. Ich hoffe, das irgendwann nachreichen zu können. Bis dahin muss ich noch an den Stücken arbeiten, damit ich sie wirklich sauber beherrsche.

Kleines Konzert auf der historischen Dubois-Orgel in Weißenburg

Ich bin außerordentlich dankbar dafür, dass ich hin und wieder auf dem wertvollen Instrument in Sts Pierre et Paul in Wissembourg spielen darf. Man sagt den deutschen Instrumenten den „Silber-“ und den französischen den „Goldklang“ nach. Das Cornet, das Plein Jeu (Prinzipalplenum) mit der tiefliegenden Fourniture (Mixtur), die Zungenstimmen wie Cromorne (Krummhorn) und nicht zuletzt das Grand Jeu klingen deulich anders als deutsche Instrumente. Zudem ist das Instrument im Vergleich zu jüngeren Vertretern drei Halbtöne tiefer und ungleich schwebend gestimmt.

Im Mai letzten Jahres hatte ich einige Stücke für meine Familie gespielt. Heute Mittag hatte ich erneut die Gelegenheit dazu. Hier die Auswahl:

  • Abraham van den Kerckhoven (1618 – 1702) – Preludium & Fuga sowie Fantasia in d
  • Johann Pachelbel (1653-1706) – Chaconne in f-Moll

Beim Üben im April sind die Stücke recht gut gelaufen. Leider nicht so letzten Sonntag. Gestern lief es besser, aber noch immer nicht so, als dass ich mich für heute Mittag gut vorbereitet fühlte. Allerdings ist es immer wieder so, dass es dann doch klappt, sobald es darauf ankommt. Dass ich in der Hektik des Spiels ein paarmal die Tasten nicht ganz sauber getroffen oder die Fingersätze nicht im wünschenswerten Maße berücksichtigt habe gehört wohl mit dazu. Erstaunlich gut bin ich mit dem verhältnismäßig kleinen Pedal zurechtgekommen.

Das Erarbeiten der Stücke hat mir im vergangenen dreiviertel Jahr sehr viel Freude, aber auch viel Arbeit bereitet. Daher werde ich jetzt erstmal eine kleine Pause einlegen. Ich vermute allerdings, sie wird nicht allzulange dauern.

Kebu live im Tollhaus

20170330_KebuImTollhaus

Auch wenn die Musik Kebus nicht ganz meinen Geschmack trifft, war es für mich als Synthesizerfetischisten doch ein Erlebnis, Ende März in einer Klangwand lauter Analoggeräte baden zu können – die Anlage hätte ruhig noch etwas höher ausgesteuert sein können.

Die Burg von Kebu ist wahrlich beeindruckend. Klanglich fand ich besonders den Alesis Andromeda A6 prägnant, ein Gerät, das ich bisher nicht sonderlich auf dem Radar hatte, zumal es schwierig zu programmieren gilt.

Edit: Inzwischen het er Mitschnitte ins Netz gestellt.

Girolamo Frescobaldi Complete

Girolamo Frescobaldi Complete box

Bisher hat mein Repertoire einen deutlich französische Prägung. Ich empfinde es allerdings als Mangel, keine einzige Toccata angefasst zu haben. Frescobaldi gilt als einer der Komponisten, der der Toccata zu einem ersten Höhepunkt verhalf.

Nach “L’Orgue Français” von Marie-Claire Alain habe ich mir daher die Einspielung des Gesamtwerkes von Girolamo Frescobaldi geholt. Das Paket enthält 316 Stücke für Cembalo, Orgel, Kammerorchester oder auch Vokal. Alle Stücke sind in professionellen Interpretationen eingespielt und für nahezu unverschämt kleines Geld erhältlich. Liebhabern klassischer Musik kann ich die Schachtel nur empfehlen.

Johann Pachelbel – Chaconne in F minor

Pachelbel_signature

A Chaconne and a Passacaille are very similar. Both use an ostinato theme throughout the piece. The Chaconne in F minor by Johann Pachelbel is one of his most famous works. The ostinato is a very simple one and appears as the pedal’s voice almost during the whole piece.

Above this ostinato, the piece consists of 22 variations, which often are repeated. Organ players like to use those to exhibit the various stops of an instrument, e.g. they add and remove stops at each variation.

For the – almost identical – opening and closing variation, many use the Diapason 8′. On french orgues, usually the Bourdon 8 is added. Vidas Pinkevicius and Ausra Motuzaite-Pinkeviciene do it this way, and so do I. I also follow their approach to alter the manuals during repeating variations.

In contrast to most organ players, I do not alter the registration throughout the piece, though.

It is assumed that it is one of the later works of Pachelbel. It’s kept quite simple. Most parts are written in a simple, monophonic, duophonic or triophonic manner. I keep the initial registration throughout the piece. I just swap the keybeds at times. For some repeating variations I play one with the diapason, the other with a combination of 8′ and 4′ flutes on the other manual. For others, I do not swap the manuals. Sometimes I play the left hand voice on one, the right hand voice on the other manual, depending on my pesonal taste. That’s enough sound alteration, and still lets the listener focus on the actual music instead of the many sounds a pipe organ typically has to offer. Additionally, I play it rather slow compared to recordings I know of. IMO this masterpiece begs for it. Pay attention to each particular 16th. Add ornaments like trills according to your taste. Slow down and accelerate the tempo where applicable. It’s rewarding and will unwrap the beauty of this composition.

L’Orgue Français – Marie-Claire Alain

Orgue Francais - Marie-Claire Alain

Trotzdem ich mich bereits seit einiger Zeit mit klassischer französischer Orgelliteratur beschäftige, habe ich erst kürzlich Marie-Claire Alain entdeckt. Ihr Lebenswerk, wie beispielsweise die aus 22 CDs bestehende Sammlung «L’Orgue Français», ist beachtlich. Vierhundertdreiundachtzig Stücke lang kann man die Leichtigkeit der Franzosen auf passenden Instrumenten eingespielt genießen.

Carmina Burana

CarminaBurana_wheel

Viele werden mit den »Carmina Burana« primär mit dem Orff’schen Werk verbinden. Der Ursprung ist allerdings (Zitat Wikipedia)

der Name einer Anthologie von 254 mittellateinischen, seltener mittelhochdeutschen, altfranzösischen oder provenzalischen Lied- und Dramentexten, die 1803 in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern gefunden wurde.

Neben Carl Orff haben sich auch weitere Musiker der Quelle bedient, unter anderem das Clemencic Consort, das unter diesem Namen 1992 drei CDs veröffentlicht hat. Dank moderner Kommunikationstechnik kann man sich das Ganze bequem über das Web anhören.

Abraham van den Kerckhoven – Fantasia

Kerckhoven - Fantasia in d

As I resumed playing classical pipe organ music about a year ago, one of the pieces I used to get a grip on it was a »Fantasia« (in the key of »c«) by Abraham van den Kerckhoven. I like playing it using a »Fond d’orgue« registration. Sheet music can be found at page 57 (75th PDF page) at the international music score library project, imslp.org.

One of the ranks I like most in baroque french pipe organs is the Cornet. Actually it emulates a Zink. It usually is not placed at the same level of the other pipes. Instead it is raised so it can speak directly through the front pipes of the instrument for a more direct sound. It provides 5 pipes per key, emulating the natural harmonic series. Usually it is only present in the upper half of the keybed, while the bass notes are silent. It serves two purposes. Firstly it supports the reed pipes in the upper register in registrations such as the »Grands Jeux«. Secondly it is used as a solo stop, usually mixed with a Bourdon 8′ and a Préstant 4′ and accompanied by a mix of a Montre 8′ and a Bourdon 8′ of the second manual.

I was looking for a nice piece using such a registration. I stumbled upon a further Fantasia of Kerckhoven, this time written in the key of »d«. Notes can be found on page 69 (PDF page 87) of the abovementioned document.

Though not too difficult, it is harder to play than the aforementioned »Fantasia» in »c«. Due to the many 16th notes, the development of a more elaborated fingering is required in order to play it fluently. It’s the task that currently keeps me busy. There’s plenty of work ahead. The desired result, the attempt to play it at least as well as Nico Declerck, appears to be as challenging as rewarding :) .

Nicolaus Bruhns – Præludium e-Moll

Bruhns Praeludium e-Moll

Vor langer Zeit hatte ich eine Aufnahme des folgenden Stückes. Fragmente davon gingen mir immer wieder mal durch den Kopf, aber ich hatte sowohl den Komponisten als auch den Titel des Stückes nicht mehr parat. Per Zufall bin ich während einer Recherche wieder darübergestolpert. Es handelt sich um das Præludium in e-Moll des norddeutschen Komponisten Nicolaus Bruhns, und zwar die “kleine“, denn es gibt ein weiteres Stück mit derselben Bezeichnung.

Auffällig an dem Stück ist der “zerstückelte Aufbau”. Fast könnte man sagen, es handelt sich um eine willkürliche Aneinanderreihung verschiedener Segmente. Eine “innere Kohärenz” ist jedenfalls nicht auszumachen. Den Beginn bildet ungewöhnlicherweise auch gleich ein Pedalsolo in Sechzehntelnoten.

Auf einem norddeutschen Instrument in ungleichschwebender Temperierung lässt sich das Stück recht authentisch wiedergeben. Thorsten Ahlrichs hat das Glück, ein solches Werk von Arp Schnitger zur Verfügung zu haben. Eine ziemlich gute Einspielung. Es wird eine Weile dauern, bis ich das auch so gut hinbekomme… :)

Schriften im Standard Music Font Layout

Pavanne

Inzwischen verwende ich zur Anzeige von Noten ein elektronisches Gerät. Das Umblättern auf dem Touchscreen ist vor allem bei Werken mit mehr als drei Seiten deutlich komfortabler als mit gedruckten Noten. Allerdings ist das von mir gewählte Verfahren ganz schön umständlich:

  • Noten als PDF besorgen, beispielsweise vom International Music Score Library Project.
  • Das PDF anreichern mit Artikulationszeichen, Fingersätzen, Registrieranweisungen und so weiter.
  • Die Seiten als Pixelgrafiken in einen Ordner exportieren.
  • Die einzelnen Seiten beschneiden, so dass die Ränder entfernt werden (Bildschirmpixel sind eine wertvolle Resource) und das Seitenverhältnis der Bilder dem Seitenverhältnis des Zielgerätes entsprechen (bei mir 1:1,6).
  • Jetzt den Ordner mittel Zip komprimieren.
  • Die Dateiendung auf CBZ (Comicbook) ändern.
  • Die CBZ-Datei mittels OwnCloud auf das Gerät kopieren.
  • CBZ am Gerät anzeigen lassen (ich muss sie vorher auch auf dem Gerät noch kopieren, da das Anzeigeprogramm die Datei nicht direkt aus dem OwnCloud-Verzeichnis lesen kann).
  • CBZ anzeigen lassen. Das beste Programm, das ich fand, war Comics Reader. Nachdem es Open Source Software ist, konnte ich noch kleine Anpassungen vornehmen, ohne die das Programm für den angedachten Einsatzzweck nicht hätte genutzt werden können.

Um die oben erwähnten Artikulationszeichen in das PDF zu bekommen brauchte ich eine Schriftart, die die gewünschten Zeichen enthält. Via smufl.org bin ich letztlich auf die Schriftart »Bravura« gekommen. Sie enthält nicht alle Zeichen, die ich brauche, aber doch etliche. Wer ein ähnliches Problem hat wird hier wahrscheinlich fündig.

Neulich, als es auf einem Konzert mit Hiromi nicht nur musikalische Berieselung gab…

20160722_191743_HiromiBadDuerkheimLimburg

Der Veranstalter gab sich alle Mühe, den Abend zu retten, musste aber doch letztendlich aufgeben:

  • Christian Scott saß mit seinen Musikern mehrere Stunden in einem Flugzeug fest, weshalb Hiromi entgegen der ursprünglichen Planung zuerst spielen sollte.
  • Anthony Jackson war wohl erkrankt, so dass Hiromi nicht im Trio mit Simon Phillips, sondern solo auftrat.
  • Bereits vor Beginn des Konzertes gegen 19:30 h gingen in den benachbarten Tälern beeindruckende Gewitter nieder. Gegen den einsetzenden leichten Regen verteilte der Veranstalter Kunststoffüberhänge.
  • Gegen 20:30 h kamen die Gewitter zurück, so dass die Veranstaltung abgebrochen werden musste. Von Bad Dürkheim bis Karlsruhe regnete es durchgehend, teils aufs Heftigste.

20160722_195334_HiromiBadDuerkheimLimburg

Dennoch war ich schwer beeindruckt. Ich hatte HIromi noch nie solo am Klavier gehört. Was sie an Rhythmik, Harmonik, Stilistik und Dynamik zu bieten vermag – sowas habe ich noch nicht gehört. Der absolute Hammer.

Der Sommer 2016 wird wohl aber eher nicht als “schönster Sommer dieses Jahres” in die Geschichtsbücher eingehen.

Rheingold – Ein Meisterwerk von Rüdiger Oppermann

20160713_224055-RuedigerOppermannRheingoldMaximiliansau

Neben den Klangwelten gibt es von Rüdiger Oppermann auch Sonderprojekte wie die »Reise in die Anderwelt – The Brendan Voyage«. Dieses Jahr ist er mit dem Projekt »Rheingold« auf einem Schiff auf Rheintournee.

Wetterbedingt hat die Gruppe heute nicht auf dem Schiff, sondern in der Tullahalle in Maximiliansau gespielt. Die Akustik war super, und das Konzert zumindest mit das Beste, was ich von Oppermann bisher mitbekommen habe.

In den nächsten Tage finden weitere Stationen den Rhein hinab statt. Wer Oppermann kennt und schätzt, wird auf jeden Fall auf seine “Kosten” kommen. Und das liegt nicht zuletzt am gewaltigen Arsenal an Musikinstrumenten, das zum Einsatz kam.

20160713_213106-RuedigerOppermannRheingoldMaximiliansauInstrumente

Das einzige, was ich vermisst habe, war “The red one“, die kleine rote Harfe, die er gerne mal an den Verzerrer hängt :) .

Reading sheet music electronically

Cantio belgica

About nine months ago, I restarted playing pipe organs. I focussed on playing, though not exclusively, french composers of the baroque era. The International music score library project hosts tons of free scores in PDF and even MIDI formats. I immediately tried to use electronics to display them, but switched to printing on paper sheets soon since I didn’t find a convincing solution.

Since my repertoire is growing, the desire for a digital solution still exists. Many musicians nowadays use software installed on a tablet to display scores. That’s great for single page scores (like lead sheets). But as soon one page is not sufficient (or the tablet provides a small display), scrolling becomes a mandatory feature. To do so, singers usually can tap on the touch screen to turn pages. Trumpet players can use a wireless bluetooth pedal (like the PageFlip Cicada or the AirTurn). Piano players in a combo still have the option to just drop a couple of notes of the left hand while turning pages.

Unfortunately organ players need both hands and feet to play the instrument, and dropping notes often is not an option. Physically I can at least place two or three sheets of paper (letter respectively A4 size) beneath one another. For longer pieces, it often still is possible to arrange the sheets in a way that they can be turned at a suitable occasion. Further, it is quite easy to add annotations using all kind of stationery. The disadvantage is that it becomes unconvenient to manage the scores as soon as the collection grows, and carrying the stuff around also becomes more and more inconvenient.

The advantage of tablets include the small size, the capability of arranging the required scores in setlists before a gig, sharing scores with annotations within a combo, and at least theoretically making page turns much easier than with physical sheets.

The disadvantage of tablets include the danger of broken displays in case of a fall, the danger of a drained battery and the limitation of the screen size (the typical 10 inches is even too less for displaying one single traditional A4 page).

The only application I know of that provided touch free page turns is piaScore for iOS (demonstration video). Unfortunately the feature was dropped due to technical issues. None of the other candidates (like Zubersoft’s popular MobileSheets or Orpheus for Android devices) has integrated such gestures. Since the tablets usually have built-in mikes, a further workaround could be speech recognition, but I didn’t find any application that included such a feature for page turns. I additionally checked plain PDF readers but to no avail.

Verdict? Using a tablet for displaying scores is an option. It works as long as the score does not exceed the size of one page, or in case the notes are set in a manner that the player can free one of the hands or feet at the end of a page. Even that those conditions are met, a physical backup of the notes is still useful just in case the battery unexpectedly drained or, even worse, the tablet got damaged due to an accident.

I’ll probably start using a tablet for pieces that meet the aforementioned conditions. Not because it really is advantageous, but to stay connected to the further technical development.

Playing the Dubois organ for some family members

Yesterday, after three times of practicing, I was allowed to play the Dubois organ for some family members. Taking the usual glitches and inaccuracies aside, I got the program played rather well, except the Basse de Cromhorne, where I didn’t manage to play the many eights reliably.

As a result of what I achieved so far, the next steps are:

  • Gain reliability. I’m still making too many faults.
  • Gain (rhythmic) precision. This is key for a joyful user experience.
  • Pay more attention to articulation. This can almost automatically be achieved by the aforementioned points.
  • Broaden the repertoire. Currently I can just play a fistful of pieces.

During the last nine months since I restarted to play pipe organs, I learned plenty of things. Last but not least, my left hand playing did profit from the french baroque music I’m currently playing. It’s a really rewarding hobby.

Die Registrierungspraxis barocker französischer Orgelmusik

Im Gegensatz zur deutschen Orgelmusik lässt sich in den klassischen französischen »Livre d’orgue« verschiedener Komponisten oft direkt am Titel des Stückes die Registrierung ablesen. Allerdings muss man diese dann auf das jeweilige Instrument übertragen. Da die Registrieranweisungen einen reichen Fundus an Klangfarben voraussetzt, wird man an kleineren Instrumenten Kompromisse eingehen müssen.

Im Buch »Zur Interpretation der französischen Orgelmusik« hat sich Hans Musch die Mühe gemacht, in tabellarischer Form die Registrieranweisungen verschiedener Komponisten nebeneinanderzustellen. Spielt man öfter, lohnt es sich, sie in Setzerspeichern oder über eine Software abrufbar zu machen. Für manuelle Registrierungen hier eine komprimierte Darstellung oben genannter Tabellen.

Plein Jeu

Ein solchermaßen bezeichnetes Stück eröffnet üblicherweise die Liturgie. Es stellt die Prinzipalchöre ohne Aliquten dar. Gelegentlich werden die 16′ und 8′-Prinzipale durch offene 16′ und 8′-Flöten gedoppelt.

Die Passagen auf dem Hauptwerk sind in den Noten gerne mit »Grand Plein Jeu«, die auf dem Positiv mit »Petit Plein Jeu« vermerkt. In seiner »Suite du Deuxième Ton« aus dem »Premier Livre d’Orgue« von Louis-Nicolas Clérambault aus dem Jahre 1710 sind zusätzlich Geschwindigkeitsangaben zu finden: Das Hauptwerk “Lentement” (langsam), das Positiv “Gay” (gaiement, munter, fröhlich).

Registrierungsbeispiel:

Grand Orgue:

Montre 16′
Bourdon 16′
Montre 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Doublette 2′
Fourniture
Cymbale

Positif:

Montre 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Doublette 2′
Fourniture
Cymbale

Manualkoppel

Plain Chant

In dieser Variante kommt im Pedal die Trompete 8′ und das Clairon 4′ hinzu, um die Choralmelodie zu spielen.

Fond d’Orgue

Hierbei handelt es sich um eine Zusammenstellung der Grundstimmen.

Grand Orgue:

Bourdon 16′
Montre 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′

Positif:

Bourdon 8′
Prestant 4′ oder
Montre 8′

Manualkoppel

Duo

Ein lebhaft gespieltes zweistimmiges Stück. So man denn hat, kommt auch das dritte Manual mit einem Cornet zum Einsatz. Die Registrieranweisungen sind unterschiedlich. Generell lassen sich Registrierungen ohne und mit LIngualen unterscheiden.

Duo rein labial:

Grand Orgue:

Bourdon 16′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Tierce 3 1/5′
Nazard 2 ?’
Tierce 1 3/5′

Positif:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Nazard 2 ?’
Tierce 1 3/5′

Récit:

Cornet 5-fach

Duo mit Lingualstimmen:

Grand Orgue:

Trompette 8′
Bourdon 8′ (optional)
Prestant 4′ (optional)

Positif:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Nazard 2 ?’
Tierce 1 3/5′
Cromorne ou Trompette 8′

Récit:

Cornet 5-fach

Trio (à deux dessous)

Zwei Stimmen in der rechten Hand, eine Stimme in der linken Hand, getragene Ausführung.

Grand Orgue:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Nazard 2 ?’
Quarte de Nazard 2′
Tierce 1 3/5′

Tremblant doux

Positif:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Cromorne 8′

Basse de Cromorne

Lebhaft gespielt.

Grand Orgue:

Bourdon 8′
Prestant 4′

Positif:

Bourdon 8′ (optional)
Prestant 4′
Nazard 2 ?’ (optional)
Tierce 1 3/5′ (optional)
Cromorne 8′

Basse (et dessous) de Trompette

Hier wird in der linken Hand versucht, tatsächlich eine Trompete nachzuahmen.

Grand Orgue:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Trompette 8′

Positif:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Larigot 1 1/3′ (optional)

Voix Humaine

Für ein Diskantsolo (Dessous):

Bourdon 8′
Flûte 4′
Voix Humaine 8′
Prestant 4′ (optional, wird gern für ein Bass-Solo hinzugenommen)

Tremblant Doux (“nur wenn er was taugt” lese ich aus dem Absatz heraus).

Die Begleitung auf dem anderen Manualwerk erfolgt als »Jeu doux«. Das sind zarte Grundstimmen, wie

Bourdon 8′
Montre 8′

oder

Bourdon 8′
Flûte 4′

oder

Bourdon 8′
Prestant 4′

Récit als Diskantsolo

Ein Recit kann man sich durchaus als eine Art “Erzählung” von der Bühne herunter vorstellen. Somit finden sich auch Stück wie »Récit de Voix humaine« oder »Récit de Cromorne«. Passend dazu finden sich in manchen Instrumenten eigene Diskantwerke mit eigenem Manual, die mit Récit bezeichnet und mit entsprechenden Registern bestückt sind.

Die Stücke sind oft nicht explizit als »Récit de …« benannt. Bezeichnungen sind »Dessous de Trompette« (statt »Récit de Trompette«) oder »Cornet« (statt »Récit de Cornet«).

Récit als Tenorsolo

Hier ein Beispiel für ein »Récit de Cromorne en taille«:

Grand Orgue:

Bourdon 8′
Montre 8′ oder
Prestant 4′
oder beide.

Positif:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Cromorne 8′

Pedalle

Oft nur als »Pedalle de Flûte« aufgeführt. Dom Bedos wird präziser:

Flûte 16′
Flûte 8′
Flûte 4′

Tierce en taille

Grand Orgue:

Bourdon 16′ (optional)
Montre 8′ oder
Bourdon 8′ (oder auch beide)
Prestant 4′

Positif:

Montre 8′ (optional)
Bourdon 8′
Prestant 4′ oder
Flûte 4′
Nazard 2 2/3′
Doublette 2′
Tierce 1 3/5′
Larigot 1 1/3′

Pedalle

Pedalle de Flûte

Concert de Flûtes

Es geht darum, den Klang einer Querflöte zu imitieren. Zum Einsatz kommen beispielsweise Acht- und möglicherweise 4′-Flöten. Alternativ kann man auch 8′-Flöten verwenden eine Oktave höher spielen als notiert.

Grand Orgue:

Bourdon 8′
Flûte 4′

Tremblant doux

Positif:

Bourdon 8′
Flûte 4′

Tremblant doux

Manualkoppel

Dialogue sur les Grands Jeux

Hier kommen die Lingualregister zur Geltung, beispielsweise:

Grand Orgue:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Nazard 2 ?’
Cornet 5-fach
Trompette 8′
Clairon 4′

Tremblant à vent perdu

Positif:

Bourdon 8′
Prestant 4′
Nazard 2 ?’
Tierce 1 3’5′
Cromorne 8′

Manualkoppel

Notes inégales – »Die ungleichen Geschwister«

Im November habe ich auf einem Konzert eine Handvoll Stücke gespielt, drei davon französischen Ursprungs. Mir ging es nicht so sehr darum, eine möglichst authentische Interpretation zu liefern. Hierfür eignete sich schon das Instrument nicht und letztendlich wissen wir auch schlicht zu wenig über die musikalische Praxis jener Tage.

Andererseits wollte ich den Besuchern den höchsten Musikgenuss bieten, den ich als Laie und Hobbyist in den wenigen Wochen Vorbereitungszeit hinzubekommen vermochte. Um die Stücke “zum Klingen” zu bringen, musste ich mich also zumindest an den bekannten Erkenntnissen der musikalischen Aufführungspraxis des jeweiligen Zeitalters beschäftigen.

Nehmen wir das erste Stück. 1737 erschien das «Premier Livre d’Orgue» von Michel Corette (1707-1795), aus dem ich «Concert de Flûtes» ausgewählt habe, da es sich mit den Registern des Instrumentes gut abbilden ließ. Das Stück ist im ¾-Takt gehalten und weist ein paar Achtelketten auf. Man kann das Stück natürlich so spielen wie notiert.

Alternativ kann man die zu jener Zeit in Frankreich gängigen «Notes inégales» zum Einsatz bringen. Leider ist der Artikel der deutschsprachigen Wikipedia zu den “ungleichen Noten” recht knapp gehalten. Ironischerweise gilt das für den französischsprachigen gleichermaßen :) . Deutlich mehr Informationen liefert die englischsprachige Seite (alternativ kann ich das Druckwerk »Zur Interpretation der französischen Orgelmusik« empfehlen):

Within this body of writing there is considerable inconsistency, but by the late 17th century a consensus practice began to emerge.

The typical rule, from the late 17th century until the French Revolution, is that notes inégales applies to all notes moving stepwise which have a duration of one quarter the denominator of the meter, for instance, eighth notes in a meter of 2/2, or sixteenth notes in a meter of 4/4; and one half the denominator of the meter in cases of triple or compound meter, for instance, eighth notes in 3/4.

Ich habe mich dafür entschieden, alle Achtel des gesamten Stückes deutlich ternär (“louré”) zu spielen, also die notierten Achtel triolisch im Verhältnis 2:1 zu unterteilen (an dieser Stelle konnte ich meine Vorliebe für den Jazz vielleicht nicht ganz unterdrücken). Andere Interpreten hätten vielleicht die erste Achtel nur kaum merklich betont (eine entsprechende Aufnahme habe ich vorliegen) oder sich für punktierte Achtel mit nachfolgender Sechzehntelnote (“piqué”) entschieden, die mir persönlich aber zu “abgehackt” für das Stück zu sein scheint.

Das obige Zitat liefert einen brauchbaren Rahmen, an dem man sich gut orientieren kann. Bei der konkreten Interpretation eines französischen Barockstückes jedoch werden immer wieder genügend Fragen offenbleiben. Im oben erwähnten Buch weist Ewald Kooiman denn auch darauf hin, dass der Grad der Inegalität selbst innerhalb eines Stückes variiiert werden kann und letztlich der Geschmack (“Le Goût”) des Interpreten entscheiden muss, wie der Charakter eines Stückes am besten herausgearbeitet werden kann. Unklar scheint auch zu sein, wie verfahren werden soll, wenn ungleiche Noten selbst weiter unterteilt sind. Man kann die Inegalität zusätzlich auf die kürzeren Notenwerte anwenden (“kumulative Inegalität”) oder die Inegalität der längeren Notenwerte aufheben.

In wie weit die Ungleichheit auch auf barocke Werke des restlichen Europa anwendbar ist, scheint noch schwieriger zu beantworten zu sein. Man muss wohl mit allem rechnen, von gar keinen Hinweisen bis zu Hinweisen in einzelnen Takten bis zur ausgeschriebenen Notation.

Vielleicht sollte ich das nächste Mal einfach verschiedene Interpretationen hintereinander spielen und die Zuhörer darüber abstimmen lassen, welche am besten klang. Dann bekäme ich zumindest einen Hinweis auf den heutigen Zeitgeschmack :) .

Playing at a public concert

About 25 years ago I used to play the pipe organ at the church of the village where I grew up. The instrument is about 130 years old and was bought used in 1915 – just 100 years ago. To celebrate the centenary, a concert took place last sunday.

Besides other contributors – singers, brass players, even a street organ was involved – I played the following (mostly short) pieces:

  1. Concert de flûtes (Michel Corette, 1707-1795)
  2. Dialogue sur les Flûtes (Jean-Baptiste Lully, 1632-1687)
  3. Récit de Cornet (Jean-Baptiste Lully)
  4. Fantasia en do (Abraham van den Kerckhoven, 1618-1702)
  5. Pas de Chaconne (Johann Pachelbel, 1653–1706)

The instrument is a german romantic instrument, not perfectly suited for baroque music. The above selection of pieces, however, did fit well anyway.

I struggled with two issues. Though the pieces were short, they were rather challenging to study. Additionally, due to the age of the instrument, the console does not conform to today’s standard dimensions.

For the last piece, I only used the first couple of bars of the original composition at the beginning and the end. The middle section was an improvisation, presenting the various stops of the instrument, over the bass pedal ostinato:

F, Eb, Db, C

The concert was well visited, and the audience quite content with the various music provided.

During the last two months of preparation, I learned a lot about playing baroque pipe organ music, fingering and pedalling. Aftereffect: I want to learn even more :) .