Category Archives: Biking

Vom Keltenfürsten zum höchsten Punkt des Vulkanradweges

Bei Glauberg in der Wetterau findet sich neben der alten Kulturlandschaft auch das archäologische Museum »Keltenwelt am Glauberg«, in dessen Mittelpunkt der Keltenfürst steht.

Ferner verläuft durch Glauberg der Vulkanradweg, dessen höchsten Punkt man nach rund 36 km in Hartmannshain erreicht. Hier finden sich neben Parkplätzen, zwei gastronomischen Betrieben und einem kleinen Tankstellenshop auch ein guter Einstiegspunkt in den Bergmähwiesenpfad.

Die Oberfläche ist fast durchgehend makellos asphaltiert. Die Steigung ist mäßig, zieht sich allerdings von Gedern bis Hartmannshain etwas dahin. Bei gemütlicher Fahrweise lassen sich die rund 445 Höhenmeter (durchschnittliche Steigung 1,4 %) auf dem Trekkingrad (also ohne Akkupack und Elektromotor) in rund drei Stunden bewältigen.

Auf dem Rückweg läuft das Rad bis Lißberg (rund zwei Drittel des Rückweges) fast komplett von alleine, der Rest benötigt vernachlässigbares Zuarbeiten. Dennoch benötigt man für den Rückweg noch immer rund 2 Stunden. Wer den Aufstieg nicht selbst meistern möchte, kann wohl auch den Radbus nehmen. In Hartmannshain lassen sich offensichtlich auch Inliner und Skater gerne von Familienangehörigen aussetzen und später wieder einsammeln.

Von den drei heuer gefahrenen Bahntrassenradwegen ist der Vulkanradweg, zumindest auf dem gefahrenen Abschnitt von Glauberg bis Hartmannshain, der landschaftlich reizvollste.

Bahntrassenradeln – Ruwer-Hochwald-Radweg (Pluwig-Hammer – Reinsfeld)

Nach dem viel zu heißen August werden wir derzeit mit bestem Spätsommerwetter belohnt. Zeit ein paar Radtouren nachzuholen. 100 km müssen es, hin und zurück, dann doch nicht gleich sein. Der Ruwer-Hochwald-Radweg im Hunsrück (Homepage, Wikipedia) lässt sich aber natürlich auch in Teilen befahren. So bietet sich in Pluwig-Hammer ein guter Einstiegs- und in Reinsfeld, gegebenenfalls nach Unterstützung der lokalen Gastronomie, nach 29km ein guter Umkehrpunkt. Das hat den Vorteil, dass es auf dem Hinweg bei einer Steigung von rund einem Prozent fast nur bergauf und zurück fast nur bergab geht. Wer gern mit “kleinem Gepäck” reist, findet in Kell am See direkt an der Strecke einen kleinen Rastplatz, einen Getränkeautomaten, ein Restaurant und um die Ecke einen Supermarkt.

Achim Bartoschek (bahntrassenradeln.de) schreibt:

Zwischen Trier und Hermeskeil ist eine neue rheinland-pfälzische Traumroute entstanden, die einen Meilenstein in der radtouristischen Erschließung der Region Ruwer-Hochwald darstellt. Nach Eröffnung der Anbindung von Hermeskeil ans saarländische Radwegenetz im Mai 2010 fehlt jetzt nur noch eine adäquate Anbindungen nach Trier.

Die Strecke ist tatsächlich enorm gut in Schuss. Die Bankette sind gemäht, die “Leitplanken” und Rastplätze gepflegt, die Oberfläche durchgehend makellos asphaltiert und die Wegführung weitestgehend kreuzungsfrei. Sie wird daher von Wanderern bis zu Rennradfahrern auch gut angenommen.

Bahntrassenradeln – Fritz-Wunderlich-Weg (Kusel-Freisen)

Die Wettervorhersage ließ mit Temperaturen bis maximal 20°C, erhöhtem Niederschlagsrisiko und Windgeschwindigkeiten von 18 km/h (bzw. bei Böen das doppelte) nicht das beste Radfahrwetter erwarten. Da es die kommenden Tage nicht besser aussieht, habe ich mich aufgemacht, um die für einen Brückenabriss voll gesperrte A6 bei Kaiserslautern miterleben zu dürfen. Die Umfahrung über Nebenstrecken nebst Staus vor allen Kreisverkehren war sicher für alle Teilnehmer das absolute Highlight des Tages :) .

Aufgrund der Witterung hatte ich mir nur die 20 km des Fritz-Wunderlich-Weges von Kusel bis Freisen vorgenommen, um im Bedarfsfalle schnell zurückradeln zu können. Vom AOK-Parkplatz aus fand sich auch ein perfekter Einstiegspunkt.

Achim Bartoschek (bahntrassenradeln.de) schreibt:

Schon etwas betagt, nicht asphaltiert und dennoch: Dieser ruhige, langsame Weg gehört zu den schönsten Bahntrassenradwegen in Deutschland. Zwischen Freisen und Kusel passiert man vom Autoverkehr fast unbehelligt die "Eiserne Brücke", das Oberkirchener Viadukt, zwei Tunnel und weitere Brücken.

Die Oberfläche ist fest, mit Splitt belegt und lässt sich sehr gut befahren, auch wenn nicht ganz Geschwindigkeiten möglich sind, die auf Asphalt möglich wären. Von Kusel auf rund 280 HM sind bis Freisen etwa 240 HM zu “bewältigen”, was durch die permanente leichte Steigung von rund 1,2 % kaum wahrnehmbar ist. Beim Aufstieg habe ich an etlichen Stellen noch Daten für OpenStreetMap aufgenommen und daher rund 2h benötigt. Für die Abfahrt, auf der das Rad über weite Strecken angenehmerweise (wenn auch gerade eben so) von alleine gelaufen ist, war eine Stunde nötig. Auf Asphalt hätte die Abfahrt auf jeden Fall so richtig Spaß gemacht :) .

Es hätte noch ein klein wenig wärmer sein dürfen. Der Wind war kein größeres Problem, da fast die gesamte Strecke von Bäumen gesäumt ist oder auch oft als Hohlweg verläuft.

Eisenbahnnostalgiker kommen wahrscheinlich am Bahnhof Schwarzerden, an dem die noch bestehende Ostertalbahn endet, auf ihre Kosten.

Ein paar Brücken können derzeit nicht befahren werden:

  • Zwischen Ruthweiler und Thallichtenberg werden seit dem 9. Dezember 2019 Felssicherungsarbeiten durchgeführt, weshalb eine Umleitung über die Landstraße ausgeschildert ist. In Thallichtenberg steht ein Hinweis, dass es wohl auch Probleme mit Eichenprozessionsspinnern gibt.
  • Die Eiserne Brücke kurz vor Freisen ist gesperrt und wird über einen Waldweg umfahren.

Am Ende der Bahntrasse in Freisen kann man über die neu hergerichtete Schulstraße in die Ortsmitte abfahren. Das hat sich jedoch nicht gelohnt. Dort befinden sich einige Geschäfte, die allesamt geschlossen waren und nicht den Eindruck machten, dass sie nochmal irgendwann öffnen wollten. Immerhin liegt in der unteren Schulstraße eine kleine Eisdiele.

Die Qualität der OSM-Daten ist schon recht gut. Dennoch sind auch nach meinen Edits noch Details verbesserungswürdig, etwa fehlende oder nicht perfekt positionierte POIs oder nicht ganz korrekt angelegte Kreuzungen.

Milder Winter, früher Frühling

Der diesjährige Winter war nicht besonders streng und die Temperaturen näherten sich schon früh der 20°-Marke. Pünktlich zur Zeitumstellung gab es heute Sonne satt und über 20°C. Da es bereits in den vergangenen Wochen für die ein oder andere Radtour gereicht hat, durfte sie heute schon etwas länger ausfallen.

Dem Kaiser sei Dank – Mit dem Rad von Daun nach Wittlich

Bahntunnel „Großes Schlitzohr“

Bahntunnel „Großes Schlitzohr“

Über stillgelegte Bahnstrecken verlaufende Radwege zeichnen sich üblicherweise durch das Vorkommen von maximal dreiprozentigen Steigungen aus. Das gilt auch für den Abschnitt des Maare-Mosel-Radwegs zwischen Daun (Landkreis Vulkaneifel) und Wittlich kurz vor der Mosel.

Das Wetter war schlechter als es die Vorhersage vermuten ließ. In Daun war es bei Schauerwetter mit 16°C recht kühl und leicht windig. Es gab aber auch immer wieder sonnige und nahezu windstille Abschnitte.

Für Genussradler empfiehlt es sich, die Strecke ab Daun zu nehmen. Hier nimmt man zuerst die Steigung bis zum Tunnel “Großes Schlitzohr” und darf dann gleich die Abfahrt bis über Gillenfeld hinaus genießen. Ab Hasborn geht es dann bis Wittlich eigentlich nur noch “steil bergab”. Aufgrund der unsicheren Witterungslage hat es heute leider nicht bis nach Bernkastel-Kues im Moseltal gereicht.

Die Bahn bietet mit dem RegioRadler einen passenden Bustransfer an, bei dem die Räder auf einem eigens mitgeführten großen Hänger zügig verladen und entnommen werden können. Aufgrund eines großen Volksfestes war der zentrale Busbahnhof in Wittlich jedoch gesperrt. Glücklicherweise war nach der Weiterfahrt bis zum Hauptbahnhof in Wittlich-Wengerohr der Bus zu spät dran, sosnt hätte das zwei Stunden Wartezeit bedeutet.

Man sollte die Fahrzeit der Busse jedenfalls bei der Tagesplanung berücksichtigen. Die Fahrt von Wittlich zurück nach Daun dauerte bereits etwa eine Stunde, ab Bernkastel-Kues fast zwei. Das nächste Mal würde ich eher so planen, den Wagen morgens in Wittlich bzw. Bernkastel-Kues abzustellen, mit dem Bus nach Daun zu fahren, um dann die Strecke ohne Druck durch den Busfahrtakt abzufahren.

Die abwechslungsreiche Strecke ist fast durchgehend von bester Oberflächenbeschaffenheit, gut gesichert und die Tunnel beleuchtet (Bewegungssensor). Vor ein paar Tagen, als es noch wärmer war, hätte die Tour vielleicht noch etwas mehr Spaß gemacht. Allerdings steht zu vermuten, dass dann wesentlich mehr los gewesen wäre. Kann sein dass die Strecke demnächst im Herbst, wenn das Laub der vielen Bäume am Wegesrand fällt, deutlich unsicherer zu befahren ist.

Schon fast Sommer – und das im April

20170409_Bienwaldweg

Über das Wetter in diesem Frühjahr kann man sich nicht beschweren. Gestern konnte man es am Grillplatz trefflich aushalten, und heute konnte man das erste mal ohne Jacke radfahren. Allerdings sollte man bereits achtsam sein, denn auch andere Erdenbürger wissen das sonnige Plätzchen auf der Bank im Wald sehr zu schätzen.

20170401_BienwaldZecke

Heute (und vielleicht noch morgen) ist erstmal der Höhepunkt erreicht, denn es soll Mitte der Woche und über Ostern hinweg wieder deutlich kühler werden.

Neulich, als mir der Chainglider die Freundschaft aufkündigte

20160807_163348_ChaingliderVersagtWeb

Zwischen 2006 und 2011 bin ich sehr viel Rad gefahren, was nicht ganz unerheblich mit meiner intensiven Arbeit (Daten sammeln, Daten in die Datenbank bringen, Software schreiben) am OpenStreetMap-Projekt zu tun hatte. Pro Jahr kamen bis zu 10.000 Kilometer zusammen. Ich musste lernen, dass man ein Rad für 600 € durch reines Nutzen innerhalb von 3 Jahren zugrunde richten kann. Wenn ich die reinen Anschaffungskosten (ohne Wartung, Reparaturen und zusätzliche Anschaffungen) betrachte bedeutet das Kosten von etwa 2 ç pro Kilometer (60.000 ç durch 30.000 Kilometer).

Inzwischen fahre ich deutlich weniger, was auch durch die seit 2012 stattfindenden sonntäglichen Vesperales bedingt ist. Dennoch hatte ich 2010 letztendlich entschieden, ein besseres, dauerhaft zuverlässiges Rad zu beschaffen und mich für ein Gudereit LCR entschieden. Mittlerweile kann ich sagen, dass das eine ziemlich gute Wahl war.

Lediglich mit dem Chain Glider konnte ich mich nie anfreunden. Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Kette ist komplett umschlossen, so dass Umwelteinflüsse (Staub, Nässe, Rost, mechanische Einflüsse) ihr fast nichts anhaben können. Allerdings rattert das Teil gerne ziemlich nervig, sofern man nicht ausgiebig Kettenöl hinzufügt. Das wiederum aber sorgt dafür, dass man sich am Rad gerne mal schwarze Finger holt. Eigentlich habe ich auch deshalb eine Rohloff-Nabenschaltung, weil mich die Wartung und das Öl an einer Kettenschaltung nervt.

Nachdem der ChainGlider nervig ratterte, habe ich ihn erstmal entfernt. Das führte auf einem mit Splitt belegten Radweg dazu, dass die Kette von den Blättern sprang. Also habe ich den ChainGlider irgendwann wieder montiert und mit reichlich Öl das Gerattere minimiert. Das hat auch lange gut funktioniert.

Heute bin ich im Bienwald, wie so oft, über einige etwas holprige Schotterwege gehoppelt. Bisher nie ein Problem. In der Folge wickelte sich aber leider der ChainGlider auf dem Radweg zwischen Schweighofen und Altenstadt um die Pedalerie (siehe Ablichtung oben). Wenn ich genügend Zeit gehabt hätte, hätten nur die ölverschmierten Hände genervt. Dummerweise ist das aber kurz vor Altenstadt passiert, und zwar ziemlich genau 26 Minuten vor Beginn der Vesperale um 17 Uhr.

Der ChainGlider ist grundsätzlich eine sinnvolle Einrichtung. Ich bin allerdings Geräuschen beim Fahren gegenüber grundsätzlich etwas empfindlich eingestellt. Also Ölen, Ölen, Ölen. Ferner ist der ChainGlider nicht richtig formschlüssig passend zum Fahrradmodell einstllbar. Stattdessen gibt es ein paar Einstellungen, die “nach Gefühl” über Einkerbungen vorgenommen werden müssen. Und die Klemmvorrichtungen lösen sich offensichtlich auch mal unbeabsichtigt. Auf dem Rückweg vom Konzert ist das gleich nochmal passiert. Ich habe ihn jetzt abgenommen, so dass die Kette frei und ungeschützt liegt. Glücklicherweise trage ich gerne schwarze Jeans…

In den nächsten Tagen (am Samstag beginnt der Urlaub) werde ich also versuchen müssen, mitten in der Hochsaison beim Radhändler einen Termin zu bekommen. Ferner muss ich bangen, dass es den passenden Chainglider noch als Ersatzversion zu kaufen gibt. Ich werde sehen.